Linus Torvalds: "Externe Schnittstellen werden nicht geändert"
"Es ist eine fundamentale Regel seit dem ersten Tag der Linux-Entwicklung, dass externe Schnittstellen möglichst nicht verändert werden sollen" , schreibt Linus Torvalds in einer Diskussion auf Google+(öffnet im neuen Fenster) . Er reagiert damit auf die Vorwürfe des ehemaligen Gnome-Entwicklers Miguel De Icaza. Der hatte behauptet , dass Kernel-Entwickler immer wieder Schnittstellen verändert hätten.
Das habe Desktopentwickler nicht nur abgeschreckt, sondern auch dazu geführt, dass ihre Anwendungen nach einem halben Jahr nicht mehr funktionierten, schreibt De Icaza.
20 Jahre alte Anwendungen laufen immer noch
In der Diskussion auf Google+ fragt Kernel-Entwickler Alan Cox daraufhin, warum denn ein von ihm geschriebenes Programm aus dem Jahr 1999 immer noch mit dem gegenwärtigen Linux-Kernel funktioniere.
"Ich wünschte mir, dass die Gnome-Entwickler die Regeln des Linux-Kernels verstünden. Es gibt keine Ausrede dafür, externe Schnittstellen zu verändern" , schreibt Torvalds.
"Gnome ist ein Forschungsprojekt, aber kein Desktop"
Außerdem sparte Torvalds nicht mit weiterer Kritik an dem Gnome-Projekt. Dessen Entwickler scheiterten höchstens an ihrer besserwisserischen Einstellung. Der große Erfolg des Linux-Kernels sei darauf zurückzuführen, dass er aus den Ideen und Beiträgen vieler entstanden sei. Es selbst habe niemals eine Vorstellung davon gehabt, wohin das Projekt führen sollte. Es sollte einfach eine generische Plattform für alle werden.
Entwickler Alan Cox fügt hinzu: "Gnome ist ja eigentlich kein Desktop, sondern ein Forschungsprojekt." Er selbst bevorzuge Enlightenment. Der Desktop habe inzwischen sauberen Code und sei seinen ursprünglichen Zielen treu geblieben.
Corba und .Net erzwungen
Die Idee, die Verwendung von Corba oder .Net müsse jemandem oktroyiert werden, sei bei Kernel-Entwicklern vollkommen undenkbar, schreibt Torvalds und bezieht sich auf De Icazas langjähriges Projekt, mit Mono eine .Net-Umgebung für Linux bereitzustellen.
De Icaza weist in der Diskussion noch darauf hin, dass er seit Jahren nicht mehr Teil des Gnome-Projekts sei. Er bleibe aber bei seinem Argument, dass Kernel-Entwickler die FOSS-Gemeinschaft entscheidend beeinflusst hätten.
Weitere Kernel-Entwickler hatten sich ebenfalls zu Wort gemeldet, darunter Ingo Molnar oder Ted T'so. Nach 109 Einträgen hat der Initiator der Diskussion Sriram Ramkrishna den Thread geschlossen.
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