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Linus Torvalds eskaliert gegen KI-Gegner: "Linux ist kein Anti-KI-Projekt"

Die Meinungen zu KI in der Softwareentwicklung gehen auseinander. Linux-Chefentwickler Linus Torvalds will KI-Gegner künftig "laut ignorieren".
/ Marc Stöckel
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Linux-Chefentwickler Linus Torvalds teilt gegen KI-Gegner aus. (Bild: Jarno Mela/AFP/GettyImages)
Linux-Chefentwickler Linus Torvalds teilt gegen KI-Gegner aus. Bild: Jarno Mela/AFP/GettyImages

Der Linux-Kernel-Chefentwickler Linus Torvalds zeigte sich schon vor Monaten offen für den Einsatz von KI-Tools in der Softwareentwicklung. Im Rahmen einer Diskussion(öffnet im neuen Fenster) ist er diesbezüglich nun etwas ausfallender geworden und hat betont, dass Linux kein Anti-KI-Projekt sei. "Wenn jemand ein Problem damit hat, kann er gerne dieses Open-Source-Ding machen und einen Fork erstellen oder einfach verschwinden", so Torvalds.

Einige Entwickler scheinen sich vehement gegen den Einsatz von KI zu stellen. Ein Open-Source-Entwickler hatte sogar kürzlich mit einem "Anti AI Release" eine Prompt Injection in sein eigenes Projekt eingebaut, um KI-Agenten, die auf das Projekt zurückgreifen, gezielt Code löschen zu lassen und Vibe Coder damit vorsätzlich zu schädigen.

KI als nützliches Werkzeug

Torvalds hat bezüglich KI aber offenkundig eine andere Einstellung. "Mir ist klar, dass manche Leute KI wirklich nicht mögen, aber dies ist ein Bereich, in dem ich als Hauptverantwortlicher Maintainer absolut nicht nachgeben werde", schrieb er in einer Mail. KI sei lediglich ein Tool wie viele andere, und in diesem Fall sogar ein "zweifellos nützliches".

Vor einem Jahr sei die Lage diesbezüglich womöglich noch nicht ganz so eindeutig gewesen, heute stehe die Nützlichkeit von KI aber außer Frage. "Jeder, der das bezweifelt, hat es offensichtlich selbst noch nicht ausprobiert", so der Kernel-Entwickler.

Zwar könne KI durchaus lästig sein und erzeuge für Maintainer gerade eine Menge Arbeitsaufwand, die Lösung bestehe allerdings nicht darin, "den Kopf in den Sand zu stecken und laut 'Lalala, ich kann dich nicht hören' zu singen, wie es manche Leute offenbar tun".

Entwickler sollen Vorzüge von KI nutzen

Stattdessen sei es wichtig, KI so zu nutzen, dass sie den Maintainern helfe, statt ihnen Ärger zu bereiten, so Torvalds weiter. "Wir zwingen niemanden, sie zu nutzen, aber ich werde Leute, die versuchen, andere davon abzuhalten, sie zu nutzen, ganz laut ignorieren." KI sei zwar nicht perfekt, das seien Menschen aber auch nicht.

Beim Kernel-Projekt stehe zudem seit jeher die Technologie im Mittelpunkt. Die Community nutze Open Source nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil dies zu besserer Technologie führe. Entscheidungen würden dabei primär auf Grundlage technologischer Vorzüge getroffen, nicht aus Angst vor neuen Tools. "Dies ist kein Social-Warrior-Projekt, war nie eines und wird auch nie eines sein", betonte Torvalds.


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