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Linshof: Die gut versteckte Firma hinter dem Wunder-Smartphone

Nach den ersten 24 Stunden Kontakt mit der Firma Linshof scheint sie ein Paradebeispiel dafür zu sein, wie man ein Startup nicht macht: Das Unternehmen versteckt sich, kommuniziert nur per E-Mail und droht einem Blogger mit rechtlichen Schritten.

Artikel veröffentlicht am , /
Das Smartphone i8
Das Smartphone i8 (Bild: Linshof)

Gestern hat Golem.de über das i8-Smartphone von Linshof berichtet. Schon während der Recherche zu dieser Meldung tauchten einige Unstimmigkeiten auf, die nicht dem Auftritt entsprechen, den man von einem Unternehmen erwarten dürfte. Erst recht nicht, wenn die Firma ein Produkt verspricht, das sich zu einem geringeren Preis technisch deutlich von der Konkurrenz abheben soll.

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Es ergab sich aber schnell ein reger Mailkontakt mit einem Vertreter von Linshof, der uns in Englisch schrieb - dabei hat das Unternehmen angeblich seinen Hauptsitz in Wien. Wir fragten nach den im Folgenden genannten Merkwürdigkeiten, konnten sie aber nicht aufklären.

Unsere Bitte um ein Telefonat wurde gar nicht erst beantwortet. Dann baten wir darum, eines der Büros, die sich in Wien und Hamburg befinden sollen, kurz besuchen zu können. Auf Fotos oder Videos wollten wir ausdrücklich verzichten, auch um einen Blick auf eventuelle Prototypen der versprochenen Geräte ging es nicht. Golem.de wollte sich nur von der Existenz des Unternehmens überzeugen. Ein Besuch, so unser Linshof-Kontakt, sei derzeit nicht möglich.

Dabei gibt es auch jenseits der Geräte viele Fragen zu beantworten: Ein fehlendes Impressum auf der Webseite ist noch das kleinste Problem, ein größeres schon die Tatsache, dass der Inhaber der Domain über einen US-Dienst verschleiert wird. Namen, Anschriften und Telefonnummern der Betreiber sind so nicht auffindbar. Linshof eröffnete seinen Flickr-Account im Oktober 2014 und startete seine Facebook-Seite am 19. November 2014. Das sieht alles nach hektischer Betriebsamkeit aus.

Ein altbekannter Screenshot

Auch bei den Inhalten der Webseite gibt es eine Auffälligkeit. Linshof will auch ein Tablet mit einer eigenen Oberfläche anbieten, der Desktop des Geräts ist aber identisch mit einem Screenshot eines Arch Linux mit Gnome-Shell. Ein 10-Zoll-OLED-Display mit 2.048 x 1.536 Pixeln ist uns neu, zumal Linshof direkt dahinter schreibt, es sei ein IPS-Panel. Auch der Preis eines von Linshof ebenfalls versprochenen Highend-PCs rund um Intels Core i7-5960X scheint angesichts der Kosten allein für die verbauten Komponenten niedrig.

Somit bleibt nur der Newsletter, für den man sich auf der Linshof Webseite anmelden kann als weiterer Ansatzpunkt. Wer sich dafür registriert, erhält zwei Kontaktdaten: Einmal die Email-Adresse tomas@linshof.com und den Verweis auf den Ballindamm 25 in Hamburg. Diese Adresse aber nutzt Hapag-Lloyd als europäischen Hauptsitz, nicht Linshof.

Ähnliche Fragen hat auch der Blogger Caschy bereits am Tag der Vorstellungen von Linshof gestellt, wie er Golem.de am Telefon sagte. Das Resultat war eine Drohung des Unternehmens mit rechtlichen Schritten, wie Caschy sowohl uns wie auch mit einem Tweet bestätigte.

Damit bleibt als letzte Frage vor allem, ob es sich bei Linshof nur um ein Startup handelt, das sehr ungeschickt im Umgang mit Medien agiert, oder ob etwas anderes hinter den Unstimmigkeiten steckt. Ob es die versprochenen Produkte mit den veröffentlichten Spezifikationen und Preisen tatsächlich geben wird, lässt sich derzeit nicht klären.

Immerhin: Linshof hat Golem.de einen Termin nach der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) versprochen. In Barcelona will das Unternehmen seine Geräte erstmals öffentlich zeigen.

Nachtrag vom 19. Dezember 2014, 10:09 Uhr

Linshof ist geschlossen worden, da die angeblichen Investoren ihre Gelder zurückgezogen haben. Hintergrund soll eine politische Verstrickung sein, die Linshof kurz öffentlich machte.



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Lemo 19. Dez 2014

Siehe Webseite: http://www.linshof.com/ Linshof is closed. We understood that it would be...

Juewagner 11. Dez 2014

HGB § 2 (Auszug): "Der Unternehmer ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die...

der kleine boss 03. Dez 2014

Ja 3 sind ungerotet worden, sind nun blau.

Enyaw 01. Dez 2014

Egal wie man Lars Windhorst sieht - keine Ahnung warum du auch noch den Vater...

Krümelteetrinker 01. Dez 2014

Das OPO ist seit Freitag frei zu erwerben ...


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