Linksteuer: Facebook einigt sich mit australischen Medien

Nach Zugeständnissen der Regierung will Facebook australische Medien wieder in seinem Netzwerk anzeigen.

Artikel veröffentlicht am ,
Facebook will sich mit den australischen Medien schnell einigen.
Facebook will sich mit den australischen Medien schnell einigen. (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Nach der Medienblockade in Australien sind sowohl Facebook als auch die Regierung und die lokalen Medien um eine Beilegung des Konflikts bemüht. Wie die Financial Review berichtet, will die australische Regierung künftig stärker berücksichtigen, ob eine Plattform wie Facebook oder Google durch Abkommen mit lokalen Medienunternehmen "einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit der australischen Nachrichtenindustrie" geleistet hat. Facebook habe angekündigt, australische und internationale Medienangebote wieder seinen australischen Nutzern zugänglich zu machen.

Stellenmarkt
  1. Experte Enterprise Service Management (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
  2. Senior Software Engineer (m/w/d)
    XITASO GmbH, Augsburg, Ingolstadt, Leipzig
Detailsuche

Hintergrund des Streits ist die Einführung eines sogenannten Medienkodex. Dieser sieht vor, dass Internetanbieter wie Google oder Facebook mit registrierten Nachrichtenangeboten in finanzielle Verhandlungen treten müssen, wenn sie Nachrichteninhalte auf ihren Seiten verfügbar machen oder damit "interagieren", beispielsweise durch Verlinkungen. Der Kodex sieht unter anderem ein Schlichtungsverfahren für den Fall vor, dass sich IT-Konzerne und Verlage innerhalb von drei Monaten nicht über die Vergütung einigen können.

Längere Vorwarnzeit

Die Regierung kann dabei entscheiden, ob der Kodex auf ein "bestimmtes digitales Plattform-Unternehmen" angewendet wird. Dabei soll sie unter anderem berücksichtigen, ob ein "erhebliches Ungleichgewicht in der Verhandlungsmacht" zwischen Plattform und Medien besteht. Im Gegensatz zu Facebook war es Google in den vergangenen Wochen gelungen, mit den großen Medienkonzernen Vereinbarungen über die Teilnahme am Programm Google News Showcase abzuschließen. Daher dürfte der Kodex nicht auf den Suchmaschinenbetreiber angewendet werden.

Zu den weiteren Zugeständnissen, die die Regierung beim Medienkodex machen will, gehört eine längere Vorwarnzeit. So soll eine Plattform einen Monat vor der drohenden Entscheidung informiert werden. Nach den Änderungen soll Facebook in den Verhandlungen mit den Medien auf einen Passus verzichtet haben, der dem Unternehmen ein sofortiges Kündigungsrecht bei rechtlichen Änderungen eingeräumt hätte.

Medien könnten mehr als 150 Millionen Euro erhalten

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Der Financial Review zufolge steht auch Facebook unmittelbar vor dem Abschluss solcher Vereinbarungen. Diese beträfen zunächst Seven West Media, wobei Nine und die News Corp von Rupert Murdoch folgen sollten. Seven West Media unterzeichnete nach eigenen Angaben bereits eine Absichtserklärung mit dem sozialen Netzwerk. Firmenchef Kerry Stokes bezeichnete die Vereinbarung als "wichtigen Schritt für unser Unternehmen".

Facebook-Manager Will Easton sagte: "Diese Vereinbarung bringt die Premium-Nachrichteninhalte, die Seven in seinen Nachrichtenredaktionen in ganz Australien produziert, auf Facebook. Wir haben uns immer für die Unterstützung des Journalismus engagiert und unsere heutige Vereinbarung setzt unsere Arbeit mit der Medienlandschaft in Australien fort."

Dem Bericht zufolge könnte Google künftig 100 bis 150 Millionen australische Dollar (65 bis 98 Millionen Euro) an die dortigen Medien zahlen. Bei Facebook dürften die Kosten mit 50 bis 100 Millionen Dollar (33 bis 65 Millionen Euro) im Jahr etwas niedriger liegen. Insgesamt könnten die Medien daher zwischen 200 und 250 Millionen Dollar (130 bis 163 Millionen Euro) erhalten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


RealFilmKuh1988#2 24. Feb 2021

Hallo zusammen, ich fürchte, dass der Springerverlag ein feucht*S H*schen bekommt, wenn...

unbuntu 23. Feb 2021

Dann sollen die Verlage das per robots.txt unterbinden, wenn die das nicht wollen...

unbuntu 23. Feb 2021

Verlage nutzen auch oft YT-Videos, da wäre es ja an der Zeit, dass Google mal eine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
WLAN und 6 GHz
Was bringt Wi-Fi 6E?

Der Standard Wi-Fi 6E erweitert WLAN das erste Mal seit Jahren um ein neues Frequenzband. Das hat viele Vorteile und ein paar Nachteile.
Von Oliver Nickel

WLAN und 6 GHz: Was bringt Wi-Fi 6E?
Artikel
  1. Fritzbox 6860 5G: AVMs Fritzbox mit 5G-Modem kommt nach Deutschland
    Fritzbox 6860 5G
    AVMs Fritzbox mit 5G-Modem kommt nach Deutschland

    Die Fritzbox 6860 5G kann in gängigen 5G-Frequenzbändern funken und auch 4G und 3G nutzen. Günstig ist der AVM-Router allerdings nicht.

  2. Eli Zero: Kleines E-Auto mit Türen und Fenstern kostet 12.000 Euro
    Eli Zero
    Kleines E-Auto mit Türen und Fenstern kostet 12.000 Euro

    Das minimalistische, vierrädrige Elektroauto Eli Zero soll für rund 12.000 Euro nach Europa kommen. Der Zweisitzer erinnert an den Smart.

  3. Amiga, Atari, Mac: Rust bekommt Support für Motorola 68000
    Amiga, Atari, Mac
    Rust bekommt Support für Motorola 68000

    Dank eines LLVM-Ports kommt nun auch die Sprache Rust experimentell auf die alte M68k-Architektur. Das hilft vielleicht beim Retro-Computing.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Asus 23,8" FHD 144Hz 166,90€ • PCGH-PC mit Ryzen 5 & RTX 3060 999€ • Corsair MP600 Pro 1TB mit Heatspreader PS5-kompatibel 162,90€ • Alternate (u. a. Asus WLAN-Adapter PCIe 24,90€) • MM-Prospekt (u. a. Asus TUF 17" i5 RTX 3050 1.099€) • Samsung 970 Evo Plus 1TB 99€ [Werbung]
    •  /