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Linksextreme unter Verdacht: Razzien nach Anschlag auf Stromversorgung in Berlin

In Berlin gab es mehrere Anschläge auf die Stromversorgung . Nun hat es Durchsuchungen in mehreren Bundesländern gegeben.
/ Friedhelm Greis , dpa
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Die Polizei durchsuchte unter anderem eine anarchistische Bibliothek in Berlin-Kreuzberg. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Die Polizei durchsuchte unter anderem eine anarchistische Bibliothek in Berlin-Kreuzberg. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Ein halbes Jahr nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof ist die Polizei mit einer Razzia gegen Verdächtige vorgegangen. Seit dem Morgen seien an 17 Orten in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen Wohnungen und andere Räume durchsucht worden, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa am 24. März 2026 mit.

Die Polizei sei im Zusammenhang mit dem Brandanschlag bei Adlershof im September 2025 im Einsatz, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft laut dpa und fügte hinzu: "Die Ermittlungen richten sich gegen namentlich bekannte Beschuldigte." Allein in Berlin durchsuchte die Polizei 14 Objekte etwa in Kreuzberg und Wedding. Einem Bericht des Berliner Tagesspiegel zufolge(öffnet im neuen Fenster) liegen bislang keine Haftbefehle gegen die vorerst vier Beschuldigten vor.

Hunderte Polizisten im Einsatz

Insgesamt waren 500 Polizisten im Einsatz. Vor einigen Häusern in Berlin, die der linken Szene zugeordnet werden, standen am Morgen vermummte Polizisten. In der Schererstraße in Wedding führte die Polizei einen Spürhund in das Haus. Zimmer und Büros im Erdgeschoss wurden durchsucht. Polizisten trugen Laptops hinaus.

Auch eine linksextremistisch-anarchistische Bibliothek in Kreuzberg war im Visier der Polizei. In Düsseldorf durchsuchte die Polizei Räume an einer Anschrift, wo sich einer der Verdächtigen häufig aufgehalten habe.

Vorausgegangen war laut Staatsanwaltschaft die intensive Arbeit der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe EG Spannung im LKA Berlin. Es gehe um den Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie der Brandstiftung.

Razzia gegen anarchistische Gruppe

Einem Bericht der Zeitung Die Welt zufolge(öffnet im neuen Fenster) richtete sich der Einsatz gegen eine anarchistische Gruppe. Eine Rolle soll dabei ein anarchistisches Magazin einer kleinen Gruppe aus Bayern spielen.

Der Brandanschlag vom 9. September 2025 wird nach dpa-Informationen dem linksextremistischen Spektrum zugeordnet. An der Aufklärung soll das Bundesamt für Verfassungsschutz maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Über mögliche Verbindungen der mutmaßlichen Täter zu sogenannten Vulkangruppen ist bisher nichts bekannt. Diese hatten den zweiten großen Brandanschlag auf Starkstromkabel in Berlin am 3. Januar 2026 für sich reklamiert. Der Anschlag hatte einen tagelangen Stromausfall zur Folge. Auch hier wird weiter intensiv nach den Tätern gefahndet .

GdP: Verdächtige bekannt – Nachweis der Taten sehr schwierig

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) teilte laut dpa mit: "Die heutigen Durchsuchungen zeigen, dass wir jeden Hinweis mit höchster Priorität verfolgen. Wer unsere kritische Infrastruktur angreift, greift die Sicherheit unserer gesamten Stadt an. Das werden wir nicht hinnehmen." Die Sicherheitsbehörden handelten entschlossen, um die Hintergründe des Angriffs lückenlos aufzuklären.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sagte: "Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns. (...) Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen." Das Landeskriminalamt (LKA) habe erfolgreich ermittelt, "um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken" .

Anschlag auf Strommast und Starkstromkabel

Mutmaßliche Linksextremisten hatten am 9. September 2025 einen Brandanschlag auf einen Strommast verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede.

Anfangs waren rund 50.000 private und betriebliche Kunden der landeseigenen Stromnetz GmbH von dem Stromausfall betroffen. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.


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