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Missbrauch gekaperter Konten

Imankulov wandte sich nach seiner Entdeckung an den Entwickler, der zuvor auf Github an dem verdächtigen Projekt gearbeitet hatte, um ihm "ein paar Fragen zur Implementierung" zu stellen. Dieser schien jedoch eine lange Github-Historie, eine anständige Website und ein authentisches Linkedin-Profil zu haben. Zudem zeigte er sich von Imankulovs Nachfrage überrascht und wusste gar nichts von dem besagten Repository, gab aber zu verstehen, dass er auf Github zuvor Opfer einer Identitätsfälschung geworden sei.

Bei weiteren Recherchen zu der Recruiterin auf Linkedin stellte Imankulov fest, dass ihr Profil eigentlich einer bekannten Kunstjournalistin gehörte. Offenkundig hatte jemand das Linkedin-Konto kompromittiert. "Als ich mitspielte und ihr sagte, ich könne das Projekt nicht installieren, verwandelte sich die Journalistin plötzlich in eine Expertin für NPM und Node-Versionen. Das war ziemlich amüsant", erklärt Imankulov.

KI-Tools als mögliche Schutzbarriere

Der Python-Entwickler betont, dass er die Masche zwar kannte, in einem Moment der Erschöpfung jedoch durchaus darauf hätte hereinfallen können. Er empfiehlt daher, bei Nachrichten von unbekannten Personen auf Plattformen wie Linkedin besonders vorsichtig zu sein und ruhig "ein bisschen Paranoia und gute Sicherheitspraktiken" mitzubringen.

"Die Hintertür war als schlampiger Anfängercode getarnt, aber der Agent hat sie innerhalb von Sekunden erkannt", so Imankulov. KI-Tools können bei der Erkennung also durchaus dienlich sein. Doch auch die sollten in einer gesicherten Umgebung ausgeführt werden, denn der untersuchte Code kann auch gefährliche Prompt Injections enthalten(öffnet im neuen Fenster).

In Zukunft dürften Angriffe der beschriebenen Art aber ohnehin schwieriger durchzuführen sein. Github hatte am 9. Juni einige Änderungen angekündigt(öffnet im neuen Fenster), mit denen das Unternehmen unter anderem die zuletzt gehäuft aufgetretenen Supply-Chain-Angriffe auf NPM-Pakete eindämmen will. Dazu zählt auch, dass mit dem Befehl "npm install" standardmäßig keine Skripte mehr ausgeführt werden, sofern der Anwender diese nicht explizit freigibt.


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