Linke: "5G wird schnelles Netz für Städter mit großen Geldbeuteln"

Laut der Linken-Politikerin Anke Domscheit-Berg ist 5G für viele Jahre nur für die Städte gedacht. Falls es zu einem Ausschluss von Huawei kommt, wird es zudem teurer, auch für die Kunden.

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Die Netzexpertin der Linken
Die Netzexpertin der Linken (Bild: Anke Domscheit-Berg)

Das 5G-Netz richte sich nur an finanzkräftige Stadtbewohner. Das sagte Anke Domscheit-Berg, netzpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke am 19. März 2019. "Die aktuelle Versteigerung kurzwelliger Frequenzen schafft keineswegs die Voraussetzung für eine flächendeckende Versorgung mit dem schnellen 5G-Netz, da diese Frequenzen nur sehr kurze Reichweiten haben".

Die Bundesnetzagentur habe in den Vergabekriterien auch keinerlei Versorgungsziel für 5G genannt, weder für Flächen noch für Haushalte. "Es gibt nur die Vorgabe, mindestens 1.000 Basisstationen für 5G zu bauen, was im Vergleich zu den heutigen circa 80.000 Basisstationen lächerlich wenig ist. Erst mit langwelligen Frequenzen und deren großen Reichweiten kann es 5G auch in der Fläche geben", betonte Domscheit-Berg. Laut Bundesnetzagentur müssen bis Ende 2022 jeweils 98 Prozent der Haushalte je Bundesland und alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen und Schienenwege mit mindestens 100 MBit/s versorgt werden. Bis Ende 2024 sollen alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 MBit/s, alle Landes- und Staatsstraßen, die Seehäfen und wichtigsten Wasserstraßen und alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 MBit/s versorgt werden.

Langwellige Frequenzen erst 2025

Die nächste Versteigerung langwelliger Frequenzen ist jedoch erst für das Jahr 2025 vorgesehen. Bis dahin könnten bestenfalls 700-MHz-Frequenzen des früheren terrestrischen Rundfunks, die noch bis zum Sommer freigeräumt werden sollen, für 5G im ländlichen Raum verwendet werden. Doch mit dem Frequenzbereich wäre nur die halbe LTE-Datenübertragungsrate mit 75 MBit/s als maximale Datenrate möglich. Der Bereich ließe sich mit wenig Aufwand in die Fläche ausrollen.

Zusätzlich ist laut Domscheit-Berg mit einer enormen Verzögerung im 5G-Ausbau zu rechnen, sollte die Erpresserpolitik der USA Erfolg haben und die von den USA geforderte Änderung des Telekommunikationsgesetzes zu einem Ausschluss von Huawei führen. Denn dann müsste zum Beispiel auch die Deutsche Telekom die Hälfte ihrer 4G-Kernkomponenten nachträglich durch Produkte von anderen Netzausrüstern ersetzen. Wie Golem.de aus informierten Kreisen erfuhr, ist Huawei Ausrüster im 4G-Kernnetz der Deutschen Telekom und bei der Telefónica. Alle drei Netzbetreiber wollen Huawei-Ausrüstung im 5G-Netz in Deutschland einsetzen und warten nur noch eine klare Rechtslage ab.

Die Komponenten tauschen die gleichen Fachkräfte durch die Konkurrenzprodukte aus, die eigentlich das 5G-Netz ausbauen sollen. Auf das 5G-Netz für alle müssten sie noch länger warten, und es werde viel teurer werden. Eine Prognose, wann es 5G in der Fläche geben wird, ist demnach nicht möglich. Weder Bundesregierung noch Bundesnetzagentur hätten dafür ein konkretes Ziel festgelegt, sagte Domscheit-Berg.

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x2k 21. Mär 2019

Also mir ist noch kein anwendungsfall bekannt für den man jetzt unbedingt 5g braucht...

bofhl 21. Mär 2019

Liegt auch daran, dass in nahezu allen europ. Staaten die Lizenzen für den Betrieb um...

Anonymer Nutzer 21. Mär 2019

leute leute leute, ihr sollt doch nur eines machen: mehr arbeiten gehen, dann könnt ihr...

wire-less 21. Mär 2019

+1 5G ist schlicht ein Upgrade zu 4G. Die Hersteller hypen das Thema um Umsatz zu machen...



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