Abo
  • Services:

Link11: DDoS-Angriffe nehmen wegen IoT-Botnetzen weiter zu

Zunehmende Professionalisierung, Erpressung, höhere Bandbreiten und spezialisierte Angriffe: Die Gefahren durch DDoS-Angriffe bleiben unvermindert hoch. Im ersten Quartal 2017 nahmen die Angriffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sogar um zwei Drittel zu.

Artikel veröffentlicht am ,
DDoS-Angriffe nehmen weiter zu, besonders mit Erpressungsversuchen.
DDoS-Angriffe nehmen weiter zu, besonders mit Erpressungsversuchen. (Bild: Gregory Maxwell/GNU Free Documentation License)

Mit vorab ermittelten IP-Adressen, Warnangriffen und Erpressungsbriefen gehen offenbar gut organisierte Gruppen immer professioneller vor, um Unternehmen mit DDoS-Attacken zu schaden. Das geht aus einem aktuellen Bericht des deutschen Sicherheitsunternehmens Link11 hervor. Die Angreifer nutzen meist nach wie vor das IoT-Botnetz Mirai für ihre Angriffe und erzielen dadurch zunehmend hohe Bandbreiten.

Stellenmarkt
  1. Auvesy GmbH, Landau in der Pfalz
  2. Landeshauptstadt München, München

Die größte von Link11 registrierte Attacke im Januar 2017 erreichte eine Bandbreite von 60,2 Gbps. Im Vorjahr waren es noch 40,5 Gbps. Der Angriff erfolgte von etwa 1.160 IP-Adressen. Es handelte sich dabei um einen reinen UDP Flood, der nach wie vor der beliebteste Angriffsvektor bleibt. Allerdings nutzen Angreifer oftmals mehrere Angriffsvektoren, etwa TCP SYN Floods oder DNS-Reflection-Angriffe, teils sogar gleichzeitig, was ebenfalls darauf hinweist, das die Zahl der verwendeten Bots hoch ist. Besonders die Dauer der Angriffe habe im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Bemerkenswerterweise erfolgen die meisten Angriffe inzwischen am späten Abend oder am Wochenende, vermutlich um Gegenmaßnahmen zu erschweren.

Erpressungsversuche mit Probe-Angriffen

Ende Januar 2017 versuchte eine bislang unbekannte Gruppe namens Stealth Ravens mehrfach Online-Händler und Preisvergleichsseiten in Deutschland per E-Mail zu erpressen. Sollten die Unternehmen nicht 5 Bitcoin bis zum 1. Februar 2017 zahlen, würden sie DDoS-Angriffe mit dem Mirai-Botnetz beginnen. Um ihre Forderung zu unterstreichen, kündigten sie einen Warnangriff an, der meist wenige Stunden nach dem Versand der E-Mails erfolgte. Die Angriffe basierten auf UDP Floods und TCP SYN Floods mit bis zu 10 Gbps. Oftmals lag die Bandbreite aber deutlich darunter. Deshalb sei unklar, ob die Gruppe ein eigenes Botnetz nutzte oder sogar in Auftrag gegeben habe, heißt es in dem Bericht. Nach Ablauf der Frist habe es keine weiteren Angriffe gegeben und auch keine weiteren E-Mails seien von der Gruppe eingegangen, um die geforderten Bitcoin anzumahnen.

Allerdings nehmen solche Erpressungsversuche immer weiter zu. Link11 registrierte mindestens zehn verschiedene Gruppen, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz Schutzgeldforderungen verlangen, etwa Armada Collective, Lizard Squad, Kadyrovtsy und New World Hacking Groups. Durchschnittlich verlangten die Erpresser 3 Bitcoin. Fünf von Link11 befragte Hoster gaben an, auf die Forderungen eingegangen zu sein. Dem stehen Kosten von etwa 610.300 US-Dollar für einen DDoS-bedingten Totalausfall eines Rechenzentrums gegenüber, wie das von HP beauftragte Ponemon Institute berechnet hat.

Blackholing und Firewalls gegen DDoS-Angriffe

Hoster und Betreiber von Rechenzentren gehen mit unterschiedlichen Strategien gegen DDoS-Angriffe vor, heißt es in dem Bericht von Link11. Dazu gehören Lösungen wie Cloud-Scrubbing (13,7 Prozent), bei dem Datenverkehr zunächst gefiltert und bereinigt wird, bevor er an einzelne Webseiten weitergeleitet wird. Andere setzen auf spezielle Hardware (22,9 Prozent) oder Blackholing (13,5 Prozent), wobei vorübergehend sämtliche Datenpakete an eine betroffene Webseite verworfen werden, bis der Angriff vorüber ist. Immerhin 29,2 Prozent verlassen sich auf eine Firewall und 11,7 Prozent setzen ein Content Delivery Network (CDN) ein, um Lastspitzen bei DDoS-Agriffen zu verteilen.

Die Zahlen aus dem Bericht von Link11 decken sich mit denen der im April 2017 veröffentlichten Polizeilichen Kriminalitätsstatistik. 2016 wurden 4.422 DDoS-Angriffe angezeigt, ein Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aufklärungsrate im Bereich DDoS liegt bei etwa 22 Prozent.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 189€ (Vergleichspreis je nach Farbe ab 235€)
  2. für 849€ (Einzelpreis der Grafikkarte im Vergleich teurer als das Bundle)
  3. 93,85€ (Bestpreis!)
  4. (u. a. Madden NFL 18 und Mass Effect: Andromeda PS4/XBO für je 15€, Gran Turismo Sport für...

johnripper 19. Jul 2017

Du hattest gefragt :-) Ich glaube man kommt halt nicht besonderst weit, mit dem Versuch...


Folgen Sie uns
       


Square Enix E3 2018 Pressekonferenz - Live

Lara Croft steht kurz vor ihrer Metamorphose, Dragon Quest 11 und Final Fantasy 14 erblühen in Europa und zwei ganz neue Spieleserien hat Square Enix auch noch vorgestellt. Wie fanden wir das?

Square Enix E3 2018 Pressekonferenz - Live Video aufrufen
Shift6m-Smartphone im Hands on: Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich
Shift6m-Smartphone im Hands on
Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich

Cebit 2018 Das deutsche Unternehmen Shift baut Smartphones, die mit dem Hintergedanken der Nachhaltigkeit entstehen. Das bedeutet für die Entwickler: faire Bezahlung der Werksarbeiter, wiederverwertbare Materialien und leicht zu öffnende Hardware. Außerdem gibt es auf jedes Gerät ein Rückgabepfand - interessant.
Von Oliver Nickel


    IT-Jobs: Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?
    IT-Jobs
    Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?

    Startups müssen oft kurzfristig viele Stellen besetzen. Wir waren bei dem Berliner Unternehmen Next Big Thing dabei, als es auf einen Schlag Bewerber für fünf Jobs suchte.
    Ein Bericht von Juliane Gringer

    1. Frauen in IT-Berufen Programmierte Klischees
    2. Bitkom Research Höherer Frauenanteil in der deutschen IT-Branche
    3. Recruiting IT-Experten brauchen harte Fakten

    Kreuzschifffahrt: Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen
    Kreuzschifffahrt
    Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    Die Schifffahrtsbranche ist nicht gerade umweltfreundlich: Auf hoher See werden die Maschinen der großen Schiffe mit Schweröl befeuert, im Hafen verschmutzen Dieselabgase die Luft. Das sollen Brennstoffzellen ändern - wenigstens in der Kreuzschifffahrt.
    Von Werner Pluta

    1. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
    2. Roboat MIT-Forscher drucken autonom fahrende Boote
    3. Elektromobilität Norwegen baut mehr Elektrofähren

      •  /