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Limux-Rollback: Was erlauben München?

Jetzt haben wir endlich Antwort auf unsere Frage bekommen, warum München von Limux zu Windows zurückkehren will - und sind so klug als wie zuvor. Die CSU rechtfertigt sich gegen Vorwürfe, die wir nicht gemacht haben, die SPD weicht aus und technisch reden beide Unfug. Was soll das?

Ein IMHO von veröffentlicht am
In München gibt es offensichtlich solche und solche Antworten.
In München gibt es offensichtlich solche und solche Antworten. (Bild: Lars Steffens/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Vielleicht hätten die Münchner Stadtratsfraktionen von CSU und SPD unsere Anfragen zu dem geplanten Limux-Rollback besser gar nicht beantworten sollen. Denn wie man's macht, macht man's verkehrt, das zeigt sich an den uns nun vorliegenden Antworten auf Fragen zu dem geplanten Wechsel zurück auf Windows als Betriebssystem für die Rechner in der Münchner Verwaltung. Diese enthalten nicht nur technischen Unsinn, sondern auch immer noch keinerlei fundierte Begründung, warum der Wechsel überhaupt angestrebt wird oder wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist.

Noch vor zwei Wochen waren wir ratlos, weil die Fraktionen von CSU und SPD, die die Mehrheit im Münchner Stadtrat stellen, zu ihrem Antrag ebenso wie zu dem in der Vollversammlung gefassten Beschluss kaum etwas sagen wollten. Dass wir nicht weniger ratlos sind, seit wir endlich Aussagen bekommen haben, liegt wohl auch daran, dass Kristina Frank von der CSU vermutlich eine Standard-E-Mail verschickt hat statt unsere Fragen direkt zu beantworten.

Die CSU antwortet auf nicht gestellte Fragen

So schreibt Frank: "Vielen Dank, dass Sie uns angeschrieben haben und uns Ihre Sichtweise zur städtischen IT mitgeteilt haben". Dass wir der CSU nicht als Bürger unsere Meinung geschrieben, sondern eine Presseanfrage gestellt haben, muss Frank offenbar missverstanden haben - oder hat es in Manier einiger PR-Agenturen schlicht übergangen. Warum? Keine Ahnung.

Und es wird noch schlimmer. Frank ignoriert zwar die von uns gestellten Fragen, reagiert dafür aber auf Vorwürfe, die wir gar nicht gemacht haben. So heißt es in ihrer Antwort: "Sie werfen den Kooperationspartnern im Rathaus vor, durch den von uns gestellten Antrag die städtische IT nicht zukunftsgewandt aufzustellen und uns dem Monopolisten Microsoft zuzuwenden".

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Wir haben - wahrscheinlich im Gegensatz zu einigen anderen - diesen Vorwurf gar nicht geäußert. Dass die Mehrheit im Münchner Stadtrat zumindest plant, zu den Produkten des "Monopolisten Microsoft" zurückzukehren, ist allerdings Fakt und schon gar kein Vorwurf von uns. Vermutlich spiegelt diese Aussage schlicht die Überforderung der Beteiligten wider.

Denn die öffentliche Zustimmung zu den Plänen der Stadt hält sich in Grenzen und durch den daraus entstandenen Druck der Öffentlichkeit fühlt sich Frank wohl auch zu folgender Aussage gedrängt: "Für die CSU-Stadtratsfraktion darf ich den immer wieder aufkeimenden Vorwurf des Einknickens vor Microsoft, gerade auch im Bezug auf deren Rückkehr nach München, schärfstens von uns weisen. Es hat im ganzen Prozess kein einziges Gespräch meinerseits mit einem Vertreter von Microsoft gegeben."

Abgesehen von dem überspezifischen Dementi wird hier auch wieder auf einen Vorwurf reagiert, den wir so nie geäußert haben - wohl aber vermutlich viele andere. Es ist sicher legitim, dass sich die CSU von dem Vorwurf der Kooperation mit Microsoft distanziert, dazu wäre eine Pressemitteilung wohl aber besser geeignet als ein Antwortschreiben auf die von uns gestellten Fragen. Denn unsere Fragen zu der Entscheidung werden damit nicht beantwortet. Ob und was sich die CSU hierbei gedacht hat, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Die SPD weiß es besser

Immerhin ist die Antwort von Anne Hübner für die SPD weitgehend frei von solch unnötigen Rechtfertigungen und nimmt sogar mehrheitlich direkt Bezug auf die gestellten Fragen. Leider sind die Antworten dennoch wenig hilfreich. Zu der Tatsache, dass sich der Stadtrat mit dem kompletten Wechsel zurück auf Windows etwa über die klare Empfehlung des IT-Gutachters Accenture hinwegsetzt, heißt es lapidar: "Es ist der Politik - auch bei Beschäftigung eines externen Gutachters - unbenommen, zu weitergehenden Schlussfolgerungen zu kommen."

Zwar beruft sich Hübner hierbei auf den von Accenture festgestellten Mehraufwand für einen Parallelbetrieb von Windows- und Linux-Systemen. Anders als von Accenture gefordert, übergeht die SPD dabei aber explizit eine mögliche Prüfung, ob und unter welchen Umständen dieser Mehraufwand eventuell auch künftig gerechtfertigt wäre. Warum die SPD-Stadtratsfraktion diese Prüfung aber nicht für nötig hält und wie diese Schlussfolgerungen zustande gekommen sind, bleibt letztlich vollkommen unklar.

Leider fast schon zu erwarten gewesen ist auch, dass weder SPD noch CSU sich konkret zu Detailfragen etwa nach den möglichen Kosten, nach Plänen für die Umstellung oder dazu, was genau mit "marktübliche Standardprodukte" gemeint ist, äußern. Zudem lassen sie den eigentlich gebotenen technischen Sachverstand vermissen.

Technische Begründung fehlt weiterhin 
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langmartin 08. Mär 2017

Du wirst lachen, aber ich hatte schon ein Jobangebot, bei dem eine Abteilung von einer...

Vielfalt 07. Mär 2017

Die Lobby arbeitet umsonst und aus tiefster Überzeugung. Fan...

SosoDeSamurai 07. Mär 2017

Danke! Das habe ich auch gerade gedacht. Ich habe schon bei Behörden gearbeitet. Als...

cpt.dirk 05. Mär 2017

+1 Unabhängig davon ob man MS Windows nun gut findet oder nicht, bietet diese Software...

cpt.dirk 05. Mär 2017

"Manche Argumentation ist IMHO nicht nachvollziehbar." Entspricht in etwa der...


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