Limux: München verbastelt das nächste IT-Großprojekt

Eigentlich soll die IT-Verwaltung in München endgültig zentralisiert werden. Doch sowohl der Stadtrat als auch Verwaltungsreferate agieren gegen den Plan und gegeneinander. Dass Gutachter und die CSU eine Totalabkehr von Limux und Libreoffice in Erwägung ziehen, ist dabei vermutlich wenig hilfreich.

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In München wird mal wieder über Limux diskutiert, eigentlich geht's aber um etwas ganz anderes.
In München wird mal wieder über Limux diskutiert, eigentlich geht's aber um etwas ganz anderes. (Bild: Michael Pollak, flickr.com/CC-BY 2.0)

Dass es um die IT-Landschaft der Stadtverwaltung in München nicht besonders gut bestellt ist, zeigte bereits der Vorabbericht einer Überprüfung Anfang des Jahres, der zwar wenig überraschende Erkenntnisse lieferte, dafür aber viele Gründe zum Aufregen. Die in dem Abschlussbericht vorgeschlagene strikte Zentralisierung der IT-Aufgaben, die der Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) möglichst schnell umsetzen möchte, wird allerdings im Stadtrat ebenso wie durch teils harsche Kritik aus den Verwaltungsreferaten ausgebremst.

Inhalt:
  1. Limux: München verbastelt das nächste IT-Großprojekt
  2. Die immer gleichen Streitereien um Limux

So sollte die Umsetzung einer zentralen IT-Stelle am gestrigen Mittwoch im Verwaltungsausschuss beschlossen werden. Daraus wurde aber nichts, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Grund dafür sind der Zeitung zufolge aber nicht nur Bedenken in den Fraktionen von SPD und CSU an dem ambitionierten Zeitplan. Sondern auch grundsätzliche Zweifel an dem Vorhaben sowie der derzeitigen IT-Landschaft in der Stadtverwaltung.

Zusammenfassung zu zentralem Dienstleister geplant

Das zentrale Ergebnis der Überprüfung durch das Beratungsunternehmen Accenture empfiehlt der Stadt, die bisher drei Bereiche der IT-Verantwortung zusammenzufassen. So sollen vor allem "Entscheidungen mit Blick auf die gesamte IT getroffen werden" können und "doppelte Strukturen vermieden und die Effizienz gesteigert werden", wie es in der Beschlussvorlage des Verwaltungsausschusses heißt.

Derzeit verfügt München mit dem Strac über eine Abteilung zur strategischen Steuerung und Planung in IT-Fragen und mit it@M über einen eigenen städtischen IT-Dienstleister, der unter anderem verschiedene Backend-Dienste betreut und eben den Limux-Client, den standardisierten und für die Verwaltung favorisierten Desktop auf Basis des freien Linux. Zusätzlich dazu haben die Verwaltungsreferate und Eigenbetriebe der Stadt noch dezentrale IT-Abteilung, die Dika heißen.

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Dem Plan von Reiter zufolge sollten diese drei Bereiche bereits bis Anfang 2018 in einem neuen zentralen Referat zusammengefasst werden, das dann ein Jahr später - also 2019 - den Regelbetrieb hätte starten sollen. Wie erwähnt, soll aber nicht nur dieser Zeitplan weiter diskutiert und eventuell nach hinten verschoben werden. Auch das Gesamtprojekt soll erneut überprüft werden.

CSU bringt wieder Limux-Kritik ins Spiel

So schlägt Reiter, laut dem Bericht der Süddeutschen, alternativ zu der Einheitslösung, ein Kombi-Modell vor: "ein schlankes IT-Referat für die politische Steuerung und darunter eine Betriebsgesellschaft, die das operative Geschäft erledigt". Die politische Steuerungshoheit über die IT-Landschaft will Reiter also offensichtlich doch nicht abgeben.

Die Beteiligten der CSU gehen in ihrer Kritik sogar noch etwas weiter. So wird das Kombimodell abgelehnt und mögliche andere Vorschläge und Lösungen sollen bis Anfang 2017 beraten werden. Zudem solle nicht nur die Neugestaltung der IT-Aufgaben selbst beschlossen werden, sondern insbesondere die Frage nach dem genutzten Betriebssystem wieder erörtert werden.

Die Rückkehr vom derzeit vorherrschenden Linux-Desktop zurück zu Windows solle "zumindest geprüft" werden, heißt es bei der CSU. Die Kritik an dem mit Rot-Grüner-Mehrheit beschlossenen Limux-Projekt seitens der CSU ist altbekannt. Wie sich zum Beispiel im vergangenen Jahr zeigte, ist das aber nicht immer gut begründet. Unterstützt wird dieser Vorstoß der CSU auch durch die vorgelegte Studie, die eben nicht nur die vollständige Zentralisierung der IT-Aufgaben der Stadt fordert, sondern auch Verbesserungen im Windows-Bereich. Darüber hinaus erörtern die Gutachter zumindest einige Möglichkeiten, wonach die Referate wieder verstärkt proprietäre Software einsetzen und langfristig gar zurück zu Windows wechseln könnten.

Zwar möchte Reiter Letzteres vorerst nicht diskutieren, immerhin sei die Frage nach dem Betriebssystem "'nicht der entscheidende Punkt'", schreibt die Süddeutsche. Doch die wieder aufkochenden Auseinandersetzungen im Stadtrat und zwischen den Referaten zu beiden Fragen sind schon jetzt abzusehen.

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Die immer gleichen Streitereien um Limux 
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ffx2010 14. Feb 2017

Ich dachte, Linux ist ein Pinguin?

Rulf 16. Nov 2016

linux als bs würde alle benötigten standards spielend erfüllen...das problem sind nach...

mingobongo 16. Nov 2016

Da wird diskutiert und studien erstellt und überprüft und diskutiert, die sollen endlich...

gadthrawn 16. Nov 2016

Komisch: die größten Backdoors wurden in letzter Zeit in OpenSource gefunden - teilweise...



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