Limux: München schließt Makro-Umstellung ab
Die letzten Makroanwendungen in der Stadtverwaltung München sind auf offene Standards portiert worden. Damit erreichte das Limux-Projekt laut Stadtverwaltung(öffnet im neuen Fenster) einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Umstellung auf freie Software, darunter das Betriebssystem Linux und das Büropaket Openoffice.org 3.2.1. Als Standardformat kommt das Open Document Format (ODF) zum Einsatz.
Mit Wollmux wurde bereits ein offenes Vorlagensystem entwickelt, das für die Verwaltung von Vorlagen und Makros zuständig ist. Wollmux soll auch gewährleisten, dass die Makros und Webanwendungen zentral wartbar und qualitätsgesichert sind. Die Makros, die sich nicht in Openoffice.org realisieren ließen, wurden als Webanwendungen umgesetzt. Dabei soll es sich um die letzten, nicht durch ein Fachverfahren ersetzbaren Makroanwendungen handeln. 900 einzelne und weitgehend undokumentierte Makros wurden auf 100 Makro-Fachanwendungen und 38 Webanwendungen reduziert.
Bis Ende 2011 sollten eigentlich 8.500 Arbeitsrechner in der Münchner Stadtverwaltung umgestellt werden, es wurden aber sogar 9.000 Rechner. Bis Februar 2012 sind etwa 10.000 der 14.000 Rechner auf Linux umgestellt worden.
Mehr Unterstützung für offene Standards
Damit die Umstellung auf freie Software erfolgreich bleibt, setzte sich der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) jüngst für Maßnahmen auf EU-Ebene ein. Es sei "wünschenswert, dass alle Dokumentvorlagen sowohl in MS-Office-Formaten als auch in Open-Dokument-Formaten angeboten werden". Darüber hinaus "sollen alle Präsentationsnotebooks im Bereich der EU-Organisationen und Netzwerke beziehungsweise der EU-Projekte alternativ zu MS-Office auch mit Openoffice beziehungsweise Libreoffice ausgestattet werden".
Die Verwendung offener "Standards würde die Zusammenarbeit von Behörden in Europa erheblich vereinfachen und damit zur Arbeitserleichterung sowie zu Kosteneinsparungen beitragen". Die "ausschließliche Nutzung von Microsoft-Office-Versionen" in einigen EU-Behörden verhindere das jedoch.
Die aktuelle Version des Limux-Clients basiert auf Ubuntu 10.04 alias Lucid Lynx, der aktuellen Version mit Langzeitunterstützung. Als grafische Oberfläche kommt nach wie vor KDE 3.5 zum Einsatz. Dieser wird im Rahmen des Trinity-Projekts weiter gepflegt. Außerdem stehen den Münchner Angestellten aktuelle Versionen des Browsers Firefox und des E-Mail-Clients Thunderbird zur Verfügung.
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