Abo
  • Services:

Abgesang (Fazit)

In der jüngsten Debatte war von unzufriedenen Mitarbeitern die Rede. Angesichts der Historie des Limux-Projekts ist das aber kaum verwunderlich. Ihnen ist deshalb kein Vorwurf zu machen. Im Gegenteil, die IT-Abteilung und nicht der Nutzer hat dafür zu sorgen, dass Hardware und Software ordentlich funktionieren, auch bei einem Projekt, das Neues wagt. Viel schwerwiegender ist wohl der Mangel an Fachkräften in der IT-Abteilung, die nicht genügend Ressourcen haben, um diesen Problemen beizukommen.

Stellenmarkt
  1. Haufe Group, St. Gallen (Schweiz)
  2. Bosch Gruppe, Stuttgart-Feuerbach

Die fehlerhafte Interoperabilität mit externen Abteilungen dürfte ebenfalls viel Frust unter den Mitarbeitern verursachen, allein schon beim E-Mail-Austausch zwischen verschiedenen Anwendungen können Encoding-Fehler oder vollkommen vergeigte Formatierungen passieren. Dazu kommen die unterschiedlichen Dokumentenformate, die aufwendig gestaltete Präsentationen oder Tabellen einfach zerhauen, wenn sie sich überhaupt ordentlich öffnen lassen. Da hilft auch das universale PDF-Format nicht immer weiter.

Zentraler Kritikpunkt ist auch die Kostenfrage. Keine der präsentierten Aufstellungen spiegelt vermutlich die realen Kosten des Limux-Projekts wider. Dazu ist es zu einmalig, jeder Vergleich mit einer gleichwertigen Windows-Umgebung ist letztendlich ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Die Mitarbeiter seien überwiegend mit Limux frustriert, sagte OB Reiter in der aktuellen Debatte. Über diesen Frust ließe sich hinwegsehen, "wenn wir wenigstens preisgünstig wären", was laut Reiter aber nicht der Fall ist.

Offensichtlich ist also die Unzufriedenheit der Mitarbeiter, zu denen nun mal auch Reiter oder Schmid gehören, auch wenn sie vermutlich nicht für alle Mitarbeiter sprechen, der Hauptgrund für Münchens Abkehr vom Limux-Projekt. Diese Unzufriedenheit resultiert wohl auch aus der recht schleppenden Umsetzung des Projekts und den immer wieder auftauchenden Kompatibilitätsproblemen, sei es der Dokumentenaustausch oder die fehlende Anbindung zu mobilen Geräten. Bis zur Wahl 2014 kann aber von mangelndem politischen Willen kaum die Rede sein. Vielmehr dürfte die Technik des Limux-Projekts auch immer wieder von den Neuerungen in der IT-Welt überholt worden sein, die aufgrund des Mangels an Fachkräften und einer chaotischen IT nicht zeitnah umgesetzt werden können. Diese Unzulänglichkeiten haben den politischen Gegnern immer wieder Vorlagen geliefert.

Ob Reiter sich bereits Gedanken über die Folgekosten einer Umstellung auf Windows gemacht hat, geht nicht aus der Debatte und auch nicht aus den verabschiedeten Prüfaufträgen hervor. Bei einer Rückmigration zu Windows müssten neben den Lizenzkosten wohl auch viele neue Rechner angeschafft werden, auf denen aber auch Limux wohl deutlich besser laufen würde. Geldverschwendung wäre das Limux-Projekt nur, wenn es jetzt wie geplant komplett gestrichen wird.

Laut OB Reiter sieht der aktuelle Entschluss zunächst lediglich die Prüfung einer Rückmigration vor. Es soll untersucht werden, ob und wo eine Rückkehr zu Windows sinnvoll ist. Es bleibt also ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass der Stadtrat nach der Prüfung Limux nicht gleich komplett beerdigt. Vielmehr sollten Prioritäten gesetzt werden, vor allem die Umstrukturierung der städtischen IT, um sie zu verbessern. Neue Hardware wäre auch sinnvoll, auf ihr kann später immer noch Windows installiert werden. Und viele Unternehmen arbeiten erfolgreich in heterogenen Umgebungen. Und Libreoffice darf getrost als "handelsübliche Software" bezeichnet werden, einer der Kriterien, nach der im aktuellen Prüfungsverfahren entschieden werden soll.

Angesichts der vielfach geäußerten Frage, warum es weiterhin zwei unterschiedliche Systeme geben müsse, bleibt der Hoffnungsschimmer für Limux nicht mehr als ein noch schwach glimmender Kerzendocht. Es wird wohl jetzt das tragische Ende eines durchaus auch erfolgreichen Leuchtturm-Projekts eingeläutet.

 Marode IT
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. 8


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 399€

EynLinuxMarc 04. Mär 2017

Tja Linux eben unbrauchbar für den normal Einsatz. Vielleicht ist das Grundsystem Gratis...

otto06217 27. Feb 2017

Danke für Deinen Beitrag. Nun weiß ich besser Bescheid. VG

pythoneer 23. Feb 2017

Hätte wenn und aber. Zum Glück müssen wir nun nicht mehr Rätselraten sondern können...

Bosancero 22. Feb 2017

Wenn du es wissen willst, dann frag doch Google einfach mal. nVidia hat die Entwicklung...

xploded 22. Feb 2017

Richtig, dahinter steht ja auch die Linux Foundation.


Folgen Sie uns
       


Reflections Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti)

Wir haben die Reflections Raytracing Demo auf einer Nvidia Geforce RTX 2080 Ti und auf einer GTX 1080 Ti ablaufen lassen.

Reflections Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti) Video aufrufen
Augmented Reality: Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone
Augmented Reality
Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone

Derzeit ist viel von einer Augmented Reality Cloud die Rede. Golem.de hat mit dem Berliner Startup Visualix über den Stand der Technik und künftige Projekte für Unternehmenskunden gesprochen - und darüber, was die Neuerungen für Pokémon Go bedeuten könnten.
Ein Interview von Achim Fehrenbach

  1. Jarvish Motorradhelm bringt Alexa in den Kopf
  2. Patentantrag Apple plant Augmented-Reality in der Windschutzscheibe
  3. Magic Leap Lumin OS Erste Bilder des Betriebssystems für Augmented Reality

Apple Watch im Test: Auch ohne EKG die beste Smartwatch
Apple Watch im Test
Auch ohne EKG die beste Smartwatch

Apples vierte Watch verändert das Display-Design leicht - zum Wohle des Nutzers. Die Uhr bietet immer noch mit die beste Smartwatch-Erfahrung, auch wenn eine der neuen Funktionen in Deutschland noch nicht funktioniert.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Neues Produkt USB-C-Ladekabel für die Apple Watch vorgestellt
  2. Skydio R1 Apple Watch zur Drohnensteuerung verwendet
  3. Smartwatch Apple Watch Series 4 mit EKG und Sturzerkennung

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

    •  /