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Nicht ganz unproblematischer Umstieg

Die Stadt führte parallel dazu Gespräche mit der Novell-Tochter Suse Linux AG mit ihrer eigenen Linux-Distribution und IBM mit seiner Groupware Lotus Notes, die auch mit Schulungen bei der Umstellung helfen sollten. Während IBM später an dem Limux-Projekt beteiligt war, kam eine Zusammenarbeit mit Suse nie zustande.

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Dazu wären unter Umständen Lizenzgebühren für PC-Emulatoren wie VMware und das darin laufende Windows für unverzichtbare Windows-Anwendungen, etwa CAD-Programme, für die es keine Open-Source-Alternativen gab, gekommen. Zudem hätten die Umschulungs- und Einarbeitungskosten die Einsparungen der Lizenzgebühren für Microsofts Produkte wieder zunichte gemacht.

Nicht so preiswert wie gedacht

Die Unilog-Studie kam nach den Zugeständnissen Microsofts zu dem Ergebnis, dass es kurzfristig sogar kostengünstiger sei, die IT-Infrastruktur der Stadt München weiterhin mit aktuellen Microsoft-Produkten zu betreiben. Die Studie schloss jedoch nicht aus, dass die langfristigen Kosteneinsparungen zugunsten einer Open-Source-Lösung sprächen. Der Stadtrat entschied sich also für die Open-Source-Lösung.

Keine drei Wochen nach der Entscheidung wurde das Limux-Projekt im August 2004 wieder gestoppt. Grund waren rechtliche Bedenken wegen möglicher Patentverletzungen. Neben den damals herrschenden Patentkriegen war dafür eine zuvor veröffentlichte Studie des Unternehmens Open Risk Management verantwortlich, die fast 300 mögliche Patentverletzungen im Linux-Kernel ausgemacht haben wollte. Einige der angeblich verletzten Patente gehörten Microsoft. HP hatte in einem damals veröffentlichten internen Memo schon 2002 gewarnt, dass Microsoft möglicherweise seine Patente gegen Open-Source-Software einsetzen würde. Immerhin hatte Steve Ballmer zuvor Linux und Open-Source als "Krebsgeschwür" bezeichnet.

Und schon wieder auf Eis gelegt

Limux geriet damit in die damals heftig geführte Patentdebatte zwischen der Open-Source-Gemeinde und der Bundesregierung um den Entwurf einer EU-Richtlinie über die Patentierbarkeit computerimplementierter Erfindungen - kurz Softwarepatente.

Deshalb hatte die Stadt München ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das die möglichen Gefahren durch Patentklagen erörtern sollte. Rechtsanwalt Roman Sedlmaier kam zu dem Ergebnis, dass eine Patentverletzung schlimmstenfalls dazu führen könnte, "dass eine spezifische Funktionalität eines Programms nicht mehr genutzt werden darf." Letztendlich sei aber bislang kein Fall bekannt, in dem ein Patent gegen Linux eingesetzt worden wäre, obwohl Linux seit über zehn Jahren benutzt werde. Um ihr Limux-Projekt zu verteidigen, nahm die Stadt München also so einiges auf sich, das auch der Linux-Gemeinde zugute kam. In den Folgejahren kam es auch nie zu direkten Patentquerelen zwischen dem Limux-Projekt und Microsoft, das damals seine Deutschlandzentrale nahe München in Unterschleißheim hatte. Im Juli 2005 entschieden die Abgeordnete des Europaparlaments ohnehin gegen die EU-Richtlinie.

 Limux: Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-ProjektsEine und noch eine Testphase 
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EynLinuxMarc 04. Mär 2017

Tja Linux eben unbrauchbar für den normal Einsatz. Vielleicht ist das Grundsystem Gratis...

otto06217 27. Feb 2017

Danke für Deinen Beitrag. Nun weiß ich besser Bescheid. VG

pythoneer 23. Feb 2017

Hätte wenn und aber. Zum Glück müssen wir nun nicht mehr Rätselraten sondern können...

Bosancero 22. Feb 2017

Wenn du es wissen willst, dann frag doch Google einfach mal. nVidia hat die Entwicklung...

xploded 22. Feb 2017

Richtig, dahinter steht ja auch die Linux Foundation.


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