Lima-Projekt: ARM mag Open-Source-GPU-Treiber nicht

In einem Update zu dem freien Lima-Treiber schreibt der Entwickler, er habe erfahren, dass ARM seine Bemühungen nicht gefallen. Zudem habe er die Leistung gegenüber dem Binärtreiber weiter verbessert.

Artikel veröffentlicht am ,
Boards wie das Hackberry nutzen die Mali-GPU in ihrem SoC.
Boards wie das Hackberry nutzen die Mali-GPU in ihrem SoC. (Bild: Miniand)

Aus glaubwürdiger Quelle habe er erfahren, dass dem "ARM-Management das Lima-Treiber-Projekt ernsthaft nicht gefällt", schreibt Entwickler Luc Verhaegen in seinem Blog. Dieser erstellt mit Lima einen freien Treiber für ARMs Mali-GPU. Weiter heißt es, ARM sehe keine Vorteile in einem Open-Source-Treiber und hätte den Code bereits frei veröffentlicht, wenn das vom Unternehmen gewollt wäre.

Goldtopf für Copyright-Trolle?

Stellenmarkt
  1. IT-Leiter Cluster (m/w/d)
    Helios IT Service GmbH, Wiesbaden, Gotha, Meiningen, Erfurt
  2. Senior-IT-Architekt Mobile-App Entwicklung (m/w/d)
    BARMER, Schwäbisch Gmünd, Wuppertal
Detailsuche

Darüber hinaus befürchte ARM, so Verhaegen, dass der Lima-Treiber bereits zu viel über den inneren Aufbau der Grafikchips verrate. Das weise jedoch darauf hin, dass ARM eventuell Angst vor verletzten Urheberrechten habe, so der Programmierer. Dann hätte das Unternehmen aber bereits mit dem Verkauf einen Fehler begangen.

Um seinem Frust über diese Situation Luft zu machen, fordert Verhaegen sarkastisch sogenannte Copyright-Trolle auf, sich seinen Treiber näher anzusehen und nach Rechtsverletzungen zu suchen. Mit Verweis auf den Quellcode schreibt er: "Hier ist der Regenbogen! Fangt jetzt an, nach eurem Goldtopf zu suchen!"

Kunden wollen freie Treiber

Die Angst vor Rechtsverletzungen hebelt wohl auch das Argument aus, ARM könne jederzeit einen freien Treiber veröffentlichen, vermutet Verhaegen. Denn vor einer Veröffentlichung müsste der gesamte Code überprüft werden. Da wäre es leichter, den Linux-Entwicklern einfach die technische Dokumentation zu überlassen, und selbst das sorge wohl schon für einen juristischen Aufwand.

Golem Akademie
  1. PowerShell Praxisworkshop: virtueller Vier-Tage-Workshop
    20.–23. Dezember 2021, virtuell
  2. Cloud Computing mit Amazon Web Services (AWS): virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.–16. Februar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Für Verhaegen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Kunden von ARM das Unternehmen dazu drängen, Lima zu unterstützen, und dies werde sich mit ARMv8 noch verstärken. Immerhin sei der Umgang mit "schlecht integriertem Code und Binär-Blobs" sehr nervig.

Nichts kann Lima stoppen

Auch wenn das ARM-Management Lima "hasse", wie Verhaegen schreibt, konnte das Projekt in den vergangenen eineinhalb Jahren durch nichts gestoppt werden. Das beweisen auch die etwa 160 Patches, die der Entwickler veröffentlichte und in seinem Blog beschreibt.

Zudem bekommt der freie Treiber ein Memory-Management im Userspace, was für eine um bis zu 6 Prozent bessere Leistung im Vergleich zu dem Binärtreiber sorgen soll. Von einem Treiber, der gut in die bestehende Grafikinfrastruktur des Linux-Kernels oder Mesa integriert ist, ist Verhaegen aber noch weit entfernt.

So arbeite er erst daran, einen einfachen Mesa-Treiber zu schreiben, wozu auch das Memory Management dienen soll. Dazu werde er aber weder einen DRM-Treiber noch einen Kernel-Treiber schreiben. Ihm reiche es vollkommen aus, den ARM-Kernel-Treiber als Ausgangspunkt zu benutzen, alles andere sei "derzeit sogar kontraproduktiv".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


brusch 12. Jun 2013

Und auf einem 74LS00 läuft es auch nicht.... Der Witz war, dass die fehlende Desktop...

bstea 10. Jun 2013

Die Autoren entscheiden über die Lizenz, wenn einer meint sein Modul ist BSD dann ist es...

Anonymer Nutzer 09. Jun 2013

Jurastudium USA: Verklage niemals IBM, Intel oder GE und alles wird gut.

maxule 08. Jun 2013

So what, who cares? MIPS ist eine (offene!) Architektur. Neben dem genannten Loongson und...

bstea 08. Jun 2013

Ich würde vermuten, Luc würde sich auch in einer Anstalt gut wiederfinden. Denn seine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Fire TV Stick 4K Max im Test
Amazons bisher bester Streaming-Stick

Viel Streaming-Leistung für wenig Geld - das liefert der neue Fire TV Stick 4K Max. Es ist ganz klar Amazons bisher bester Streaming-Stick.
Ein Test von Ingo Pakalski

Fire TV Stick 4K Max im Test: Amazons bisher bester Streaming-Stick
Artikel
  1. Rupost Corporate Mail: Russland arbeitet an Ersatz für Microsoft Exchange
    Rupost Corporate Mail
    Russland arbeitet an Ersatz für Microsoft Exchange

    Astra wird 2022 für russische Behörden Rupost als Exchange-Ersatz bringen. Das Land will komplett von Microsoft weg - inklusive Windows.

  2. LicheeRV: Bastelrechner mit RISC-V ist kleiner als eine Kreditkarte
    LicheeRV
    Bastelrechner mit RISC-V ist kleiner als eine Kreditkarte

    Das LicheeRV verwendet den Allwinner D1, der auf der RISC-V basiert. Damit können diverse Bastelprojekte realisiert werden.

  3. Abonnenten verärgert: Spotify entfernt speziellen Automodus
    Abonnenten verärgert
    Spotify entfernt speziellen Automodus

    Durch den Wegfall von Car View wird die Nutzung von Spotify für Autofahrer im Fahrzeug gefährlicher.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Heute ist Cyber Monday • AMD Ryzen 7 5800X 348€ • Nur noch heute bis 50% auf Amazon-Geräte • 3 für 2: Star Wars & Marvel • Bis 50% auf beyerdynamic + Gratis-Kopfhörer • Cyber Monday bei MM/Saturn (u. a. Xiaomi 11 Lite 5G 299€) • Alternate (u. a. be quiet CPU-Kühler 29,99€) [Werbung]
    •  /