Abo
  • IT-Karriere:

Like: Kartellamt schränkt Datensammelei von Facebook ein

Facebook hat in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung - und missbraucht sie: Das hat nun das Bundeskartellamt entschieden. Es untersagt das Zusammenführen von Daten, auch Whatsapp und Instagram sind betroffen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Werbeplakat von Facebook in Kalifornien
Werbeplakat von Facebook in Kalifornien (Bild: Kimihiro Hoshino/AFP/Getty Images)

Das Bundeskartellamt hat Facebook die Datensammlung außerhalb des Online-Netzwerks zum Beispiel mit dem Like-Button untersagt, weil es darin unfairen Wettbewerb sieht. Facebook besitze in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung und missbrauche sie, erklärte die Behörde am 7. Februar 2019.

Stellenmarkt
  1. Computacenter AG & Co. oHG, verschiedene Standorte
  2. Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), Wiesbaden

Facebook will sich gegen das Votum des Kartellamts vor Gericht wehren. Es ist ein Fall, der durch die Verknüpfung von Datenschutz und Wettbewerbsaufsicht wegweisend werden könnte - und deshalb vermutlich jahrelang durch die Instanzen geht.

Das Kartellamt untersagte Facebook auch, die auf fremden Websites gesammelten Daten mit Informationen zusammenzuführen, die bei den Nutzern auf der Plattform des Online-Netzwerks selbst gesammelt wurden. Die Behörde betrachtet dabei auch zum Konzern gehörende Apps wie Instagram und Whatsapp als Drittquellen.

Facebook hat nun zwölf Monate Zeit, um sein Verhalten zu ändern. Innerhalb von vier Monaten muss es erste Lösungsvorschläge präsentieren. Innerhalb eines Monats kann das Online-Netzwerk Beschwerde gegen die Entscheidung des Kartellamts beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.

Facebook kontert, das Online-Netzwerk sei zwar populär, aber habe keine marktbeherrschende Stellung. Man verstoße auch nicht gegen die EU-Datenschutz-Grundverordnung. Außerdem seien für die Aufsicht über ihre Einhaltung die Datenschutzbehörden und nicht Wettbewerbshüter zuständig.

Das Bundeskartellamt untersucht bisher nur die Datensammlung außerhalb der Facebook-Kernplattform - mit dem Gefällt-mir-Button oder dem Auswertungsdienst Facebook Analytics. Ein zentraler Kritikpunkt der Wettbewerbshüter aus Bonn ist, dass man der Datenerhebung "als Gesamtpaket" zustimmen muss, um den Dienst überhaupt nutzen zu können.

Nachtrag vom 7. Februar 2019, 15:35 Uhr

Mittlerweile hat sich Facebook zu der Entscheidung des Bundeskartellamts geäußert. Das Unternehmen ist damit nicht einverstanden. Erstens übersehe das Amt, dass "Popularität nicht gleichbedeutend mit Marktbeherrschung" sei. In Deutschland stehe Facebook im Wettbewerb mit Diensten wie Youtube, Snapchat und Twitter - und mehr als 40 Prozent der Nutzer von sozialen Medien in Deutschland würden Facebook nicht nutzen, was das Amt selbst festgestellt habe.

Zweitens befolge Facebook nach eigenen Angaben die Vorgaben der DSGVO. "Wir haben für alle Menschen auf Facebook neue und verbesserte Privatsphäre-Einstellungen eingeführt", schreibt das Unternehmen. Außerdem werde es "bald" das schon länger angekündigte Clear History anbieten, mit dem Nutzer die von anderen Webseiten und Diensten übermittelten Daten rückwirkend löschen könnten. Für die Beurteilung dieser Maßnahmen sei im Übrigen nicht das Kartellamt zuständig - sondern die Datenschutzbehörden.

Drittens äußert sich Facebook zur Zusammenführung von Daten, die aus Whatsapp und Instagram stammen. Durch die "dienstübergreifende Informationsnutzung" sei es etwa möglich, plattformübergreifend auf "Facebook und Instagram missbräuchliches Verhalten zu verhindern und Konten zu sperren, die im Zusammenhang mit Terrorismus, Kindesmissbrauch oder der Manipulation von Wahlen stehen".Facebook sieht sich bei diesem Punkt ungerecht behandelt: Es gebe viele Unternehmen, die Daten auf ähnliche Weise verwenden und verbinden würden. Das Bundeskartellamt sei nicht berechtigt, "Sonderanforderungen für ein einziges Unternehmen aufzustellen".



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,32€
  2. (-75%) 3,75€
  3. 50,99€

FreiGeistler 08. Feb 2019

Bitte was? Warum solten diejenigen, die illegalerweise damit Geld verdienen, ein anderes...

946ben 08. Feb 2019

Lustig finde ich diese Argumentation vor allem, weil ein paar Absätze später Facebook ja...


Folgen Sie uns
       


Timex Data Link ausprobiert

Die Data Link wurde von Timex und Microsoft entwickelt und ist eine der ersten Smartwatches. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums haben wir uns die Uhr genauer angeschaut - und über einen alten PC mit Röhrenmonitor programmiert.

Timex Data Link ausprobiert Video aufrufen
In eigener Sache: Neue Workshops zu agilem Arbeiten und Selbstmanagement
In eigener Sache
Neue Workshops zu agilem Arbeiten und Selbstmanagement

Wir haben in unserer Leserumfrage nach Wünschen für Weiterbildungsangebote gefragt. Hier ist das Ergebnis: Zwei neue Workshops widmen sich der Selbstorganisation und gängigen Fehlern beim agilen Arbeiten - natürlich extra für IT-Profis.

  1. In eigener Sache ITler und Board kommen zusammen
  2. In eigener Sache Herbsttermin für den Kubernetes-Workshop steht
  3. Golem Akademie Golem.de startet Angebote zur beruflichen Weiterbildung

Mobilfunktarife fürs IoT: Die Dinge ins Internet bringen
Mobilfunktarife fürs IoT
Die Dinge ins Internet bringen

Kabellos per Mobilfunk bringt man smarte Geräte am leichtesten ins Internet der Dinge. Dafür haben deutsche Netzanbieter Angebote für Unternehmen wie auch für Privatkunden.
Von Jan Raehm

  1. Smart Lock Forscher hacken Türschlösser mit einfachen Mitteln
  2. Brickerbot 2.0 Neue Schadsoftware möchte IoT-Geräte zerstören
  3. Abus-Alarmanlage RFID-Schlüssel lassen sich klonen

Erneuerbare Energien: Die Energiewende braucht Wasserstoff
Erneuerbare Energien
Die Energiewende braucht Wasserstoff

Kein anderes Element ist so universell und dabei simpel aufgebaut wie Wasserstoff und das energiereiche Gas lässt sich aus fast jedem Energieträger gewinnen. Genauso vielseitig gestaltet sich seine Nutzung.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Strom-Boje Mittelrhein Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
  2. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  3. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um

    •  /