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Ligno-Sat: Japanischer Satellit aus Magnolienholz

Im Sommer 2024 soll ein Satellit aus Holz darauf getestet werden, ob er einem langen Flug in der Erdumlaufbahn standhalten kann.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine Collage mit verschiedenen Fotos und einer Grafik vom Holzsatelliten. (Bild: Kyoto University, golem.de)

Ein japanisches Entwicklerteam der Universität Kyoto und vom Holzunternehmen Sumitomo Forestry will im Sommer 2024 einen Satelliten aus Holz ins Weltall schicken: Ligno-Sat. Dieser soll aus Magnolienholz bestehen, einem ungewöhnlich stabilen Material, das widerstandsfähig gegen Risse ist.

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Auf der Internationalen Raumstation ISS wurde die Holzart bereits in einem Experiment getestet. Der Vorteil dieses Materials: Wenn es nach Missionsende wieder in die Erdatmosphäre eintritt, wird es beim Verbrennen lediglich einen feinen Sprühnebel aus biologisch abbaubarer Asche hinterlassen. Es soll untersucht werden, ob bioabbaubare Materialien wie Holz als umweltverträgliche Alternativen zu den Metallen für die Raumfahrt geeignet sind.

Holz ist umweltschonender – auch im Weltraum

"Alle Satelliten, die wieder in die Erdatmosphäre eintreten, verbrennen und erzeugen winzige Tonerdepartikel, die viele Jahre lang in der oberen Atmosphäre schweben werden", warnte Takao Doi, ein japanischer Astronaut und Raumfahrtingenieur der Universität Kyoto. "Letztendlich werden sie die Umwelt beeinträchtigen".

Laut einer Studie der NOAA (National Oceanic Atmospheric Administration; Nationale ozeanische atmosphärische Verwaltung) sind Aluminium und exotische Metalle aus Raketen und Satelliten in etwa 10 Prozent der Aerosolpartikel in der Stratosphäre enthalten.

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Mehr Holzsatelliten könnten folgen

Jedoch geht es bei dem Projekt nicht nur um den Wiedereintritt in die Atmosphäre. Das Missionsteam will verschiedene Holzarten darauf untersuchen, ob sie den Strapazen eines Weltraumstarts und eines langen Flugs in der Erdumlaufbahn standhalten können. Die ersten Tests wurden in Labors unter simulierten Weltraumbedingungen durchgeführt. Die Holzproben wiesen dabei keine messbaren Veränderungen der Masse oder Anzeichen von Zersetzung oder Beschädigung auf.

Auf der ISS wurden die Proben dann für fast ein Jahr diversen Belastungsversuchen unterzogen. Nach ihrer Rückkehr zur Erde wurden die Holzproben untersucht. Auch hier zeigten sie kaum Anzeichen von Schäden. Laut dem Forschungsteam ist dies wahrscheinlich auf die Abwesenheit von Sauerstoff zurückzuführen – ohne Sauerstoff kann das Holz nicht verbrennen. Zudem gibt es dort oben keine Lebewesen, die es verrotten lassen könnten.