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Lifehack: Erst Doomscrolling, dann Kryptodiebstahl

Die Online-Clique aus Lifehack zeigt, dass Screenlife-Filme doch bis zum Ende funktionieren können.
/ Daniel Pook
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Lifehack erzählt eine Geschichte auf den Bildschirmen von vier Teenagern beim Herumalbern, Doomscrolling und Hacken im Internet. (Bild: Studiocanal)
Lifehack erzählt eine Geschichte auf den Bildschirmen von vier Teenagern beim Herumalbern, Doomscrolling und Hacken im Internet. Bild: Studiocanal
Inhalt
  1. Lifehack: Erst Doomscrolling, dann Kryptodiebstahl
  2. Aus einer Zeit vor Vibe Coding
  3. Naivität anstelle von Hacker-Klischees

Filme und Serien werden heutzutage immer öfter auf ein Publikum zugeschnitten, das beim Schauen parallel mit anderen Dingen beschäftigt ist. Dem neuen Kinofilm Lifehack können wir diesen Vorwurf nicht machen.

Apps, Websites, Videos und Chatfenster wechseln und scrollen hier regelmäßig direkt vor unserer Nase schnell aneinander vorbei. Uns wäre endgültig schwindelig geworden, hätten wir zusätzlich noch auf unser Smartphone geblickt.

Lifehack erzählt eine Geschichte auf den Bildschirmen von vier Teenagern beim Herumalbern, Doomscrolling und Hacken im Internet. Im weiteren Verlauf entwickeln sich daraus Kryptodiebstähle, sogar ein realer Einbruch. Den verfolgen wir über diverse Überwachungskameras und durch Smartphone-Aufnahmen.

Dieser letzte Part, der einem modernen Heist-Movie entspricht, überspannt zwar den Bogen des Szenarios, trotzdem hat Lifehack mit liebevollen, lebensechten Figuren und glaubwürdiger Umsetzung des Screenlife-Prinzips unser Herz erobert.

Wie vom Screenlife-Genre gewohnt, wird die Geschichte allein anhand besagter Bildschirmaufnahmen, Live-Kamera-Feeds und anderem digitalen Input erzählt. Eine freie Kamera im Raum gibt es nur, wenn eine Person sie im Film tatsächlich in der Hand hält oder eine Drohne Teil der Szene ist. Unsere Perspektive muss aus logischer Quelle innerhalb der Filmwelt stammen, andernfalls entsteht ein Bruch.

Die meisten Screenlife-Kinofilme sind bisher daran gescheitert, das Konzept überzeugend durchzuhalten. Irgendwann sind es immer ein paar unnötige Videocalls, merkwürdig platzierte Überwachungskameras oder realitätsfremde Bildschirmaktionen zu viel, weil sich die Handlung im Korsett der Präsentation sonst nicht mehr hätte fortführen lassen.

Ungekünstelte Digital Natives

Lifehack hingegen muss sein Szenario um dessen Protagonisten herum nicht verbiegen, um Genrekonventionen gerecht zu werden. Vier Teenager im Mittelpunkt bilden eine feste Clique, die jeden Tag gemeinsam abhängt. Allerdings geschieht das für echte Digital Natives rein online per Webcam. Die vier wohnen weit voneinander entfernt, haben sich teilweise noch nicht mal real getroffen. Die meiste Zeit verbringen sie gemeinsam vor Bildschirmen im Netz.

Lifehack (Filmtrailer)
Lifehack (Filmtrailer) (01:50)

Trotzdem fühlt es sich so an, als säßen sie in einem Zimmer. Sie sprechen miteinander fast wie Geschwister, hier und da wird auch geflirtet. Glaubhaft vermittelt wird das Gefühl, dass da echte Menschen, die sonst eher einsam wären, online ehrlich und gern ihr Leben miteinander teilen und sich verbunden fühlen. So echt sind die Dialoge geschrieben, so wunderbar glaubhaft agieren alle vier jungen Schauspieler. Das macht Lifehack besonders, trotz einiger Makel.


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