Liefery: Erratbare Trackingnummern bei Versand-Startup

Die meisten Lieferservices erlauben ihren Kunden heutzutage, den Status von Sendungen online abzufragen. Bei Liefery waren die zugehörigen Sendungsnummern sehr kurz - und ließen sich trivial erraten.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Sendungsnummern von Liefery stellten sich als Sicherheitsrisiko heraus.
Sendungsnummern von Liefery stellten sich als Sicherheitsrisiko heraus. (Bild: Website Liefery/Screenshot: Golem.de)

Die Frankfurter Firma Liefery versucht, sich als Konkurrent zu klassischen Paketservices zu etablieren und bringt Versandhändler und Lieferanten zusammen. Dabei arbeitet Liefery mit großen Marken wie Zalando, Amazon und Media Markt zusammen und liefert Produkte noch am selben Tag aus.

Kunden von Liefery können sich auf der Webseite des Unternehmens über den aktuellen Stand von Lieferungen informieren. Die Berliner Softwareentwickler Benny Neugebauer und Peter Heise wiesen Golem.de dabei auf eine Sicherheitslücke hin: Die Sendungsnummer bestand nur aus einer fünfstelligen Zahlen- und Buchstabenkombination. Damit lassen sich mit relativ geringem Aufwand gültige Sendungsnummern erraten.

Gültige Sendungsnummer nach etwa tausend Versuchen

Die Liefery-Webseite fragt dabei im Hintergrund eine JSON-API nach der Sendungsnummer ab. Diese JSON-API kann man auch manuell ansteuern. Bei einer ungültigen Sendungsnummer wird ein leeres JSON zurückgegeben. Bei einem Test stießen wir nach etwa tausend Versuchen mit zufällig generierten Buchstaben-Zahlen-Kombinationen auf eine gültige Sendungsnummer. Innerhalb von Minuten lassen sich also gültige Sendungsnummern finden. Ein Rate-Limit, das die Zahl der Versuche begrenzt, konnten wir nicht feststellen.

Mit einer gültigen Sendungsnummer erhält man auf der Webseite jedoch nur eingeschränkte Informationen über eine Lieferung. Allerdings kann man durch die Angabe der Postleitzahl deutlich detailliertere Informationen abfragen. Die Postleitzahl lässt sich ebenfalls leicht herausfinden. Da Liefery nur in einigen wenigen Städten tätig ist, kann man die Suche auf wenige Postleitzahlengebiete eingrenzen.

Mit einer gültigen Sendungsnummer und der passenden Postleitzahl lassen sich sehr genaue Informationen über eine Sendung abrufen: Die Adresse und Telefonnummer des Senders und Empfängers, ebenso Informationen über den Lieferanten und in einigen Fällen auch einen Ort, an dem ein Paket abgelegt werden soll, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Ein gravierendes Datenschutzproblem.

Längere Sendungsnummern sollen helfen

Nachdem Golem.de Liefery über diese Sicherheitslücke informiert hatte, hat man dort einige Änderungen vorgenommen. Die wichtigste: Die Sendungsnummern sind nun zehnstellig, ein Erraten ist damit deutlich unwahrscheinlicher. Weiterhin lassen sich selbst mit einer gültigen Sendungsnummer Postleitzahlen nicht mehr erraten: Nach drei fehlgeschlagenen Versuchen wird die Detailansicht für eine Sendung gesperrt. Zudem hat Liefery die Rate Limits verschärft und den Zeitraum, in dem Sendungsinformationen eingesehen werden können, verkürzt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Entwickler
ChatGPT könnte Google-Job mit 183.000 Dollar Gehalt kriegen

Google hat ChatGPT mit Fragen aus seinem Entwickler-Bewerbungsgespräch gefüttert. Die KI könne demnach eine Einsteigerposition erhalten.

Entwickler: ChatGPT könnte Google-Job mit 183.000 Dollar Gehalt kriegen
Artikel
  1. Politische Ansichten auf Google Drive: Letzte Generation mit Datenschutz-Super-GAU
    Politische Ansichten auf Google Drive
    Letzte Generation mit Datenschutz-Super-GAU

    Die Aktivisten der Letzten Generation haben Daten von Unterstützern mitsamt politischer Meinung und Gefängnisbereitschaft ungeschützt auf Google Drive gelagert.

  2. Windkraft-Ausbauplan: Scholz will vier bis fünf neue Windräder pro Tag
    Windkraft-Ausbauplan
    Scholz will vier bis fünf neue Windräder pro Tag

    Die Energiewende in Deutschland soll durch einen massiven Ausbau der Windkraft-Anlagen vorangetrieben werden. Bundeskanzler Scholz will Tempo machen.

  3. Telekom-Internet-Booster: Hybridzugang der Telekom mit 5G ist verfügbar
    Telekom-Internet-Booster
    Hybridzugang der Telekom mit 5G ist verfügbar

    Die 5G-Antenne der Telekom hängt an einem zehn Meter langen Flachbandkabel. Die zugesagte Datenrate reicht bis 300 MBit/s im Download.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Logitech G915 Lightspeed 219,89€ • ASUS ROG Strix Scope Deluxe 107,89€ • Gigabyte B650 Gaming X AX 185,99€ • Alternate Weekend Sale • MindStar: be quiet! Dark Rock 4 49€, Fastro MS200 2TB 95€ • Mindfactory DAMN-Deals: Grakas & CPUS u. a. AMD Ryzen 7 5700X 175€ • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /