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Lieferroboter: Serve-Roboter rast in Bushaltestelle

In Chicago ist ein autonomer Lieferroboter von Serve Robotics in die Glaswand einer Bushaltestelle gefahren und hat diese zerstört.
/ Nils Matthiesen
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Ein Roboter hat eine Chicagoer Bushaltestelle zerstört. (Symbolbild) (Bild: Mario Tama/Getty Images)
Ein Roboter hat eine Chicagoer Bushaltestelle zerstört. (Symbolbild) Bild: Mario Tama/Getty Images

In der US-Metropole Chicago ist ein autonomer Lieferroboter des Unternehmens Serve Robotics(öffnet im neuen Fenster) mit der Glaswand eines Wartehäuschens an einer Bushaltestelle kollidiert. Durch die Wucht des Aufpralls zersplitterte die Glasscheibe großflächig auf dem Gehweg. Aufnahmen des Vorfalls, die sich auf Plattformen wie Reddit und X verbreiteten, zeigen, wie der Roboter inmitten der Trümmer steht und weitere Glassplitter abschüttelt.

Serve Robotics bestätigte den Vorfall gegenüber 404 Media(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen gab an, dass keine Personen verletzt wurden und das Team vor Ort die Reinigung übernommen habe. Man untersuche derzeit die Ursache für die Fehlfunktion, um künftige Vorfälle zu vermeiden. Serve betonte zudem, man nehme die Angelegenheit sehr ernst und stehe im Austausch mit lokalen Interessengruppen.

Widerstand gegen Gehweg-Roboter wächst

Der Unfall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem der Einsatz von Lieferrobotern in Chicago massiv in der Kritik steht. Erst im September hatte Serve Robotics den Betrieb in der Stadt im Rahmen einer Kooperation mit Uber Eats aufgenommen. Eine Petition mit dem Titel No Sidewalk Bots hat bereits über 3.600 Unterschriften von Anwohnern gesammelt, die ein Verbot der Maschinen fordern.

Die Initiatoren argumentieren, dass Gehwege für Menschen und nicht für Lieferroboter vorgesehen seien. Unterzeichner berichten zudem von Kollisionen, Barrierefreiheitsproblemen und Behinderungen durch die autonomen Fahrzeuge.

Auch die lokale Politik reagiert: Daniel La Spata, Stadtrat des ersten Distrikts von Chicago, kündigte an, die Roboter in seinem Bezirk nicht zuzulassen. Eine Umfrage unter seinen Wählern ergab eine deutliche Ablehnung: 83 Prozent der Befragten gaben an, sie seien "entschieden gegen" die Zulassung der Roboter.

Vorgeschichte mit Pannen und Polizeikontakten

Es ist nicht das erste Mal, dass Serve Robotics durch fragwürdiges Verhalten der Maschinen auffällt. Im Jahr 2022 fuhr ein Roboter des Unternehmens in Los Angeles unter einem Absperrband der Polizei hindurch direkt in einen Bereich, der zu diesem Zeitpunkt als Tatort eines Amoklaufs an einer Schule galt.

Später stellte sich der Vorfall zwar als Fehlalarm heraus, die Polizei untersuchte die Lage jedoch zum Zeitpunkt des Eindringens aktiv. Es gab außerdem noch weitere Vorfälle .

Zudem geriet das Unternehmen bereits in der Vergangenheit in die Kritik, als bekannt wurde, dass Serve Aufnahmen der Roboterkameras an das Los Angeles Police Department (LAPD) weitergegeben hatte, wie 404 Media zuvor berichtete(öffnet im neuen Fenster) . Aktivisten in Los Angeles filmen die Roboter regelmäßig in prekären Situationen oder nachdem sie von Passanten umgestoßen wurden, um auf die Risiken der Technologie aufmerksam zu machen.


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