Lieferengpässe: Online-Händler Otto sieht Probleme nur bei Trendartikeln

Deutschlands zweitgrößter Online-Händler Otto sieht dem Weihnachtsgeschäft gelassen entgegen. Man sorgt sich eher um die Retouren.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Werbung von Otto
Werbung von Otto (Bild: Otto)

Der Online-Händler Otto rechnet im Weihnachtsgeschäft trotz weltweiter Logistikprobleme kaum mit Lieferengpässen. "Für das Weihnachtsfest wird es eine weitestgehend gute Versorgung geben, weil diese Ware schon lange hier ist", sagte der Vorsitzende des Otto-Bereichsvorstands, Marc Opelt, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er schließe zwar nicht aus, dass zu Weihnachten bei insgesamt 7,8 Millionen aktiven Posten das eine oder andere fehle.

Mit größeren Schwierigkeiten rechne er aber - wenn überhaupt - erst im Frühling. "Alles, was an Ware bei uns schon im Lager ist, können wir auch verkaufen. Aber alles, was noch kommt, kann unter Umständen schwierig werden."

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Die meisten Online-Händler hätten ihre Lager längst gefüllt, sagte ein Sprecher. "Das erklärt, warum die Versorgung für das Weihnachtsgeschäft mit Ausnahme absoluter Trendartikel weiterhin sichergestellt erscheint." Mehr als 90 Prozent der Online-Händler hätten zwar Engpässe, aber nur gut 20 Prozent befürchteten, in erheblichem Umfang die Nachfrage nicht bedienen zu können. So seien Spielkonsolen zwar weltweit über alle Handelskanäle teils schwer zu erhalten. "Allerdings könnten die globalen Prozesse im E-Commerce auch dann noch Waren zugänglich machen, wenn im lokalen Umfeld Artikel nicht mehr verfügbar sind."

Wegen der Unwägbarkeiten wollte Opelt keine Umsatzprognose für das bei Otto jeweils bis März laufende Geschäftsjahr abgeben. "Im Moment sind wir sehr zufrieden mit den Geschäften." Unter anderem habe sich die Kundschaft deutlich verjüngt. So betrug das Wachstum laut Opelt in den vergangenen 365 Tagen bei den 25- bis 34-Jährigen rund ein Viertel, bei den 18- bis 24-Jährigen war es sogar rund ein Drittel. Im Geschäftsjahr 2020/2021 hatte die zur Otto-Gruppe gehörende Otto GmbH ihren Umsatz um 30 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gesteigert.

Otto: Retourenfahrten keine große Umweltbelastung

Opelt appellierte an Kunden, Produkte möglichst so auszusuchen, dass Retouren gar nicht erst anfallen - also nicht etwa Turnschuhe in drei verschiedenen Größen zu bestellen, um sich dann das passende Paar auszusuchen und den Rest zurückzuschicken. Am kostenlosen Rückversand halte Otto aber trotz gesetzlich anderer Möglichkeiten fest.

Natürlich könnte man den Kunden die Rückgabe der Ware möglichst schwermachen, sagte Opelt. Dann gebe vielleicht der eine oder andere auf. "Aber dann hat die Kundin ein Produkt, was ihr im Zweifel nicht passt oder nicht gefällt." Außerdem werfe das kein gutes Licht auf den Verkäufer. Eine große Umweltbelastung durch Retouren-Fahrten des konzerneigenen Logistikunternehmens Hermes sieht Opelt nicht. "Die Zusteller sind sowieso unterwegs und nehmen die Rücksendungen dann gleich mit."

Zur Menge der zurückgeschickten Ware äußerte sich der Online-Händler nicht und verwies nur darauf, dass es im vergangenen Geschäftsjahr sechs Prozent weniger gewesen sei. Am meisten würden Textilien und am wenigsten Möbel und Elektrogroßgeräte zurückgeschickt. Der Branchenverband BEVH geht davon aus, dass 2018 - also vor der Pandemie - 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel an die Händler zurückgeschickt wurden. Das entspreche jedem sechsten ausgelieferten Paket und jedem achten bestellten Artikel.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
OpenAI
Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
Artikel
  1. AVM: Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht zum Einsatz
    AVM
    Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht "zum Einsatz"

    Huawei hat einen großen Patentpool zu Wi-Fi 6. Fritzbox-Hersteller AVM hat die Patente nach eigenen Angaben in seinen Wi-Fi-6-Routern nicht genutzt, will sie aber dennoch für ungültig erklären lassen.

  2. LTE: Kaum weniger Funklöcher in Deutschland
    LTE
    Kaum weniger Funklöcher in Deutschland

    Während bei 5G viel ausgebaut wurde, haben die Netzbetreiber zu wenig LTE-Funklöcher geschlossen. Das ergab zumindest eine Auswertung von Verivox.

  3. E-Corner: Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken
    E-Corner
    Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken

    Die Hyundai-Tochter Mobis präsentiert eine Technik, mit der sich die Autoräder seitlich drehen lassen, um das parallele Einparken zu erleichtern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /