Lieferdienste: Getir übernimmt Gorillas für 1,2 Milliarden US-Dollar

Am Ende der Verhandlungen sind die Marktbewertungen von Getir und Gorillas wieder etwas gestiegen, liegen aber immer noch unter früheren Werten.

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Ein Gorillas-Fahrer in den Niederlanden
Ein Gorillas-Fahrer in den Niederlanden (Bild: REUTERS/Piroschka van de Wouw)

Der türkische Lebensmittellieferdienst Getir und der deutsche Anbieter Gorillas haben sich nach wochenlangen Verhandlungen geeinigt: Getir übernimmt Gorillas. Die Financial Times spricht davon, dass Gorillas am Ende 1,2 Milliarden US-Dollar wert gewesen sei.

Zusammen sollen Getir und Gorillas jetzt mit rund 10 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Das liegt unter der Bewertung von Getir alleine bei der jüngsten Finanzierungsrunde, bei welcher der Marktwert mit 12 Milliarden US-Dollar eingeschätzt wurde. Gorillas wurde vor gut einem Jahr noch mit 3 Milliarden US-Dollar bewertet.

Die Bewertungen liegen jedoch über denjenigen, die zu Beginn der Verhandlungen im Oktober 2022 angegeben wurden. Damals war eine Bewertung von nur 7 Milliarden US-Dollar für beide Unternehmen zusammen im Gespräch. Gorillas Marktwert wurde zu diesem Zeitpunkt mit 940 Millionen US-Dollar bewertet.

Marktwerte haben sich verglichen mit Oktober 2022 erholt

In den vergangenen Wochen haben sich die Marktwerte also etwas erholt, was für die Eigner von Gorillas vorteilhaft ist: Ihre Boni von 100 Millionen US-Dollar und der Anteil von 12 Prozent an Getir waren an die Vorgabe gebunden, dass sich der Marktwert der beiden Unternehmen nicht weiter verschlechtert.

Lieferdienste wie Gorillas, Getir oder Flink haben im Zuge der Coronapandemie weltweit einen Aufschwung erlebt. In Zeiten hoher Inzidenzen bestellten viele Supermarktkunden lieber bei einem Lieferdienst, als selbst in den Supermarkt zu gehen. Die Dienste versprechen, innerhalb von zehn Minuten zu liefern, auch wenn in der Praxis die Lieferzeit meist höher ist. Im Angebot finden sich Artikel, die auch im Supermarkt erhältlich sind - lediglich die Auswahl ist geringer.

Die Lieferdienste stehen teils stark in der Kritik. So soll Gorillas die Gründung eines Betriebsrates sabotiert haben. Im Sommer 2021 kündigte der Anbieter mehreren Fahrern ohne Vorwarnung , woraufhin sich die Mitarbeiter organisierten. Bei Streiks soll der stellvertretende Geschäftsführer Harm-Julian Schumacher eigenhändig Fahrräder beiseitegeschafft haben, die den Zugang zu Warenlagern versperrten.

Beim Konkurrenten Flink laufen aktuell die Vorbereitungen für die Gründung von Betriebsräten. Angestellte Fahrer bezeichnen die Unternehmenskultur im Gespräch mit Golem.de als "repressiv", es herrsche eine "Kultur der Angst, des Verpetzens und des Mobbings".

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