Lidl Plus: Datenschutzbeauftragter überprüft Lidls digitale Kundenkarte

Die Lidl Plus App bietet auf den Kunden zugeschnittene Rabatte gegen Daten. Der Landesdatenschutzbeauftragte aus Baden-Württemberg kündigte an, das Programm genau zu prüfen und warnt vor dem gläsernen Kunden.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Lidl Plus: Rabatte gegen Daten
Lidl Plus: Rabatte gegen Daten (Bild: Lidl/Screenshot Golem.de)

Der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink will sich die neue digitale Kundenkarte von Lidl genauer anschauen. "Wir werden uns Informationen zu dieser App für das Mobiltelefon kommen lassen", sagte Brink in Stuttgart. Das Lidl Plus genannte Programm, das am 13. Juni in Berlin und Brandenburg gestartet wurde, soll dem Kunden genau zugeschnittene Angebote unterbreiten. Die dazugehörige App sei ein weiterer Schritt hin zum gläsernen Kunden, erklärte Brink im Berliner Tagesspiegel.

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"Auch werden wir beobachten, ob besonders sensible Daten erhoben werden und wie sie verarbeitet werden, etwa Gesundheitsdaten", kündigte er in der Zeitung an. "So kann man anhand des Kaufverhaltens beispielsweise schlussfolgern, dass ein Kunde Magnesiummangel hat." Geprüft werde zudem die Frage, ob Kundenprofile von Kindern zulässig seien. Viele Kinder hätten bereits ab der weiterführenden Schule Smartphones. "Es muss geprüft werden, inwieweit die Eltern hier mit einbezogen werden." Die Zentrale des Discounters liegt in Neckarsulm (Kreis Heilbronn), daher ist der Datenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg zuständig.

Über die integrierte Geolokalisation, wisse Lidl, "ob Sie gerade auf dem Sofa sitzen oder schon im Supermarkt sind", sagte Brink. "Und um Sie vom Sofa zu bekommen, schickt Lidl bestimmt ganz andere Angebote, als wenn Sie schon im Laden sind." Wenn der Discounter beispielsweise wisse, dass man jeden Donnerstagabend Nutella kauft, könne es durchaus wirkungsvoll sein, genau zu dieser Zeit ein Sonderangebot für die Schokocreme der Eigenmarke zu schicken, erklärt Brink.

Das Programm soll 2020 bundesweit starten

Ein Unternehmenssprecher sagte, Lidl kläre die Kunden "in den Teilnahmebedingungen und den Datenschutzhinweisen sehr genau und transparent darüber auf, welche Daten für die Nutzung der App erforderlich sind und was mit ihren Daten geschieht." Das Unternehmen sei sich der datenschutzrechtlichen Verantwortung bewusst und die rechtlichen Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung würden vollumfänglich eingehalten. Das Programm sei frühzeitig von verschiedenen voneinander unabhängigen externen Datenschutzexperten begutachtet worden.

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Gestartet wurde das Programm schon 2016 in Spanien, gefolgt von Dänemark, Österreich und Polen. Im kommenden Jahr will das Unternehmen es in ganz Deutschland anbieten.

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