Lidl-Cloud: Schwarz kauft Security-Anbieter für 700 Millionen US-Dollar

Die Mutter von Lidl und Kaufland, Schwarz, will seine Cloud-Aktivitäten offenbar massiv verstärken und kauft nun einen wichtigen Security-Anbieter.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Lidl-Mutter expandiert immer weiter in die Cloud.
Die Lidl-Mutter expandiert immer weiter in die Cloud. (Bild: Jeff J Mitchell/Getty Images)

Die Schwarz Gruppe hat den israelischen IT-Security-Spezialisten XM Cyber mehrheitlich übernommen, das geben beide Unternehmen in entsprechenden Pressemeldungen bekannt. Finanzielle Details zu der Vereinbarung gibt es offiziell zwar nicht, der Mutterkonzern der Discounter Lidl und Kaufland soll jedoch Medienberichten zufolge rund 700 Millionen US-Dollar für den Kauf ausgegeben haben.

Das Unternehmen XM Cyber sei dabei wichtig für den langfristigen Schutz im Rahmen der Digitalisierung. Grundlegende Idee der Dienste von XM Cyber ist es, aktive Angriffe zu simulieren und so eventuelle Schwachstellen in der eigenen Software finden zu können. Sinnvoll ist das laut der Ankündigung insbesondere mit Blick auf die wachsende Gefahr von etwa Ransomware-Angriffen, die ganze Lieferketten oder auch Kassensysteme von großen Einzelhändler lahm legen.

Wichtiger Teil der Übernahme sei für Schwarz dabei der Fokus von XM Cyber auf sogenannte Hybrid-Cloud-Systeme, also jene Techniken, bei denen öffentliche Cloud-Angebote wie von AWS oder Microsoft mit eigenem Hosting kombiniert werden. Die Schwarz-Gruppe sieht in dem Kauf vor allem eine Erweiterung ihres eigenen Cloud-Angebots rund um Online-Angebote und -Shopping für Lidl und Kaufland. Die Dienste von XM Cyber sollen aber auch künftig weiteren Kunden bereit stehen und für das Unternehmen unabhängig arbeiten.

Bereits 2019 hatte die Schwarz-Gruppe ihr Cloud-Projekt als Kooperation mit dem Werkzeughersteller Würth und dem Energieversorger EnBW angekündigt. Ziel ist es, eine Alternative zu den Cloud-Angeboten von Amazon, Google und Microsoft in Deutschland aufzubauen. Technische Grundlage des Angebots bildet die Software Stackit, die wiederum auf dem Open-Source-Projekt Openstack basiert. Darauf laufen eigenen Angaben zufolge auch die Angebote von Lidl und Kaufland. Inzwischen wird das Angebot als datenschutzfreundliche Public-Cloud in Deutschland positioniert.

Das meint der Autor dazu:

Die Schwarz-Gruppe gehört zu den größten Lebensmitteleinzelhändler- und Produzenten in Europa. Der Konzern ist also durchaus in der Lage, seine eigene Cloud zu betreiben. Damit ist es nachvollziehbar, mit dem Standard in Deutschland auch aktiv als Konkurrenz zu Google, Amazon oder Microsoft aufzutreten. Erfolgreich umsetzbar wird das aber eben nur einem entsprechend konkurrenzfähigen Angebot, insbesondere mit Blick auf die IT-Sicherheit.

Mit dem Kauf von XM Cyber kann Schwarz genau das bieten: seine Reichweite im Markt erhöhen und eventuell sogar neue Kunden für das eigene Cloud-Angebot gewinnen. Der hohe Preis dafür ist eine Wette auf die Digitalisierung des gesamten Konzerns, die sich auszahlen kann.

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Luks 26. Nov 2021

Naja, ich glaube jetzt nicht, dass Stackit für ne Milliarde ein Datacenter baut. Das sind...

tedeum 24. Nov 2021

Die retailer haben natürlich ein ganz anderes Bedrohungsszenario durch Amazon in ihrem...

tedeum 24. Nov 2021

Dann macht der Schraubenhändler jetzt Cloud upselling?

tedeum 24. Nov 2021

Ich habe gegenteilige Erfahrungen im Security Bereich gemacht. Wir (frühere Firma) haben...



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