Lichtverschmutzung: Für Starlink arbeitet SpaceX mit Astronomen zusammen

SpaceX arbeiten freiwillig mit Astronomen zusammen. Seine Starlink-Satelliten sollen astronomische Beobachtungen weniger stark behindern.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Starlink-Satellitenspuren über Brasilien in 2019
Starlink-Satellitenspuren über Brasilien in 2019 (Bild: Egon Filter)

Die Starlink-Internetsatelliten vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX stehen oft in der Kritik. Unter anderem, weil ihre Masse und Helligkeit astronomische Beobachtungen behindere. Das Unternehmen hat sich mit der Nationalen Wissenschaftsstiftung NSF (National Science Foundation) nun darauf geeinigt, die Auswirkungen der zweiten Starlink-Generation auf die Astronomie abzumildern.

Am 2. Dezember 2022 erhielt SpaceX eine Lizenz von der Bundeskommission für Kommunikation FCC (Federal Communications Commission) für den Start weiterer Starlink-Satelliten. Die FCC ist für die Regelung der Kommunikationswege Rundfunk, Satellit und Kabel zuständig. Statt der beantragten 30.000 neuen Satelliten darf das Unternehmen 7.500 Starlink-Satelliten der zweiten Generation (Gen2) ins All schicken.

Außerdem plant das Unternehmen, mit seinen Satelliten auch Mobilfunk anzubieten, und hat vor Kurzem den Flugzeugdienst Starlink Aviation vorgestellt.

SpaceX will freiwillig mit Astronomen zusammenarbeiten

Bereits vor der Lizenzvergabe habe SpaceX freiwillig an einer Vereinbarung mit der NSF gearbeitet, erklärte Richard Green während einer Sitzung über Satellitenkonstellationen. Diese fand am 10. Januar 2023 auf der 241. Tagung der Amerikanisch-Astronomischen Gesellschaft AAS (American Astronomical Society) statt. Green ist Astronom an der Universität von Arizona.

Mit der Vereinbarung erklärt sich SpaceX bereit, weiter an der Abdunklung eigener Satelliten zu arbeiten. Das Ziel: eine Helligkeit von höchstens sieben Größenordnungen zu erreichen. Damit wären sie für das bloße Auge unsichtbar. Zudem würden damit die Auswirkungen auf empfindliche astronomische Instrumente verringert. Jedoch führt dies nicht zu einer Beseitigung aller Probleme. Deswegen will das Unternehmen sein Satellitensignal unterbrechen, sobald die Starlink-Satelliten wichtige Radioobservatorien überfliegen.

Außerdem will sich das Unternehmen aus der Datenbank Laser Clearinghouse austragen lassen. Astronomen nutzen Laser als künstliche Leitsterne für adaptive Optiksysteme, damit sie vorhandene Wellenfrontstörungen durch beispielsweise Luftunruhen verringern können. Die Datenbank sagt den Astronomen, wann ein Satellit vorbeifliegt, damit sie ihre Laser abschalten - denn diese können die Optik von Satelliten blenden oder beschädigen. Für die Starlink-Satelliten seien diese Laser jedoch kein Problem.

Keine Gesetze, Vereinbarungen und Klagen

Gesetze für solch eine Vereinbarung gibt es nicht. "Politik ist langsam. Der kurzfristige Fortschritt, den wir machen, hängt ausschließlich von der bereitwilligen Zusammenarbeit mit der Industrie ab, bei der SpaceX wirklich führend war und anderen Unternehmen den Weg gewiesen hat", lobte Green.

Anders sieht es die Internationale Vereinigung für den dunklen Himmel IDA (International Dark-Sky Association). Diese beantragte am 29. Dezember 2022 beim US-Berufungsgericht für den Bezirk Columbia eine Berufung gegen die FCC-Anordnung zur Lizenzierung des Starlink-Gen2-Systems. Die Genehmigung der Konstellation habe das Umweltrecht nicht beachtet und somit gegen das nationale Gesetz über Umweltpolitik (National Environmental Policy Act, NEPA) verstoßen.

Der Anwalt der IDA, Charles Mudd, erklärt, dass es Definitionen gibt, "die implizit die Regulierung der Erdumlaufbahn als Teil der Umwelt einschließen" würden. Dabei geht es der IDA nicht nur um die Starlink-Satelliten, sondern auch um andere geplante Konstellationen.

Frühere Klagen wie die vom Breitbandkonkurrent Viasat wurden vom Berufungsgericht zurückgewiesen: "Um sich auf das Risiko eines zukünftigen Schadens berufen zu können, muss eine Partei sowohl nachweisen, dass das Risiko erheblich ist, als auch, dass die angefochtene Maßnahme dieses Risiko wesentlich erhöht. Viasat stellt zu viele unwahrscheinliche Eventualitäten auf, um diese Hürden zu überwinden."

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