Lichtfeldfotografie: Google soll Lytro zum Schnäppchenpreis kaufen

Das Startup Lytro, das sich der Lichtfeldfotografie verschrieben hat, soll angeblich von Google gekauft werden. Der Preis soll deutlich unter dem liegen, was die Investoren in das Unternehmen gesteckt haben. Womöglich geht es Google nur um die Patente des Unternehmens.

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Lichtfeldkamera von Lytro
Lichtfeldkamera von Lytro (Bild: Lytro)

Nach einem Bericht von Techcrunch, der sich auf Aussagen mehrerer Quellen stützt, will Google das Lichtfeld-Startup Lytro erwerben, das zunächst Kameras und Software für Endanwender entwickelte, sich aus diesem Feld dann aber zurückzog, um die Lichtfeldtechnologie im VR-Bereich und professionellen Videoproduktionen einzusetzen.

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Dem Bericht zufolge könnte Google weniger als 40 Millionen US-Dollar für Lytro bezahlen. Eventuell werden nicht alle Mitarbeiter übernommen. Einige hätten demnach schon Abfindungen erhalten oder bereits von sich aus das Unternehmen verlassen. Google könnte es auch auf die 59 Patente von Lytro im Bereich der Lichtfeldfotografie und anderen bildgebenden Verfahren abgesehen haben.

Der Verkauf wäre für Lytro und seine Geldgeber kein Erfolg. Nach Informationen von Techcrunch wurden mehr als 200 Millionen US-Dollar Venturekapital eingesammelt. Zu den Investoren zählen unter anderem Andreessen Horowitz, Foxconn, GV, Greylock, NEA und Qualcomm Ventures.

Lytro wurde 2006 als Refocus Imaging von Ren Ng gegründet. Lytro hatte zunächst zwei Lichtfeldkameras entwickelt. Zunächst kam ein Modell in einem sehr ungewöhnlichen Gehäuse auf den Markt. Es sah aus wie eine kleine Schachtel mit einer Linse an der Vorderseite und einem winzigen Touchscreendisplay mit 33 mm Diagonale. Später erschien das Modell Illum als Bridgekamera mit lichtstarkem Zoomobjektiv.

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Im April 2016 war damit Schluss. Das Angebot von Lichtfeldkameras für Privatkunden wurde eingestellt und Lytro konzentrierte sich auf die Entwicklung einer Lichtfeld-VR-Plattform.

Die daraufhin entwickelte Lytro Immerge ist eine 360-Grad-Lichtfeldkamera in Form einer Kugel, die in fünf Segmente unterteilt ist. Die Kamera nimmt das gesamte Lichtfeld um sich herum auf. Das bedeutet, sie erfasst alle Lichtstrahlen um sich herum, Farbe, Intensität sowie die Richtung, aus der sie kommen. So sei es möglich, ein sphärisches Panorama vor einer Szenerie zu erzeugen.

Nun könnte der Name Lytro ganz verschwinden. Google hat selbst Versuche im Bereich Lichtfeldfotografie unternommen. Jüngst wurde ein rotierendes Drehgestell gezeigt, das mit Gopros ausgestattet ist, um realistischere VR-Bilder zu erfassen. Dazu wurde eine Demo-App auf Steam veröffentlicht, die mit den Headsets HTC Vive, Oculus Rift und Windows-Mixed-Reality-Brillen kostenlos nutzbar ist.

Bei der Lichtfeldfotografie wird nicht nur das Licht eingefangen, das direkt durch das Objektiv einer Kamera auf den Sensor einfällt. Vielmehr wird zudem die Richtung einfallender Lichtstrahlen gespeichert. Durch die zusätzliche Dimension enthalten solche Aufnahmen Informationen über die Bildtiefe. Das ermöglicht die Refokussierung, also die nachträgliche Verschiebung der Schärfeebene. Alternativ kann aus dem Bildmaterial, das mit einer Lichtfeldkamera aufgenommen wurde, ein 3D-Bild erstellt werden. Mittels VR-Brille können die Kopfbewegung erfasst und die Kameraposition errechnet werden. Das soll die Realitätsnähe verbessern.

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