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Licht: Indoor-Navigationssystem führt zu Sonderangeboten im Supermarkt

GPS ist in Innenräumen unbrauchbar – doch wie kann dort trotzdem ein Navigationssystem funktionieren? Mit Licht, so die Antwort von Philips . Die Technik, die nun in einem Supermarkt eingebaut wurde, funktioniert mit gepulstem Licht aus LEDs, das die Smartphonekamera wie Morsecode lesen kann.
/ Andreas Donath
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Philips LED-Indoor-Navigation im Supermarkt (Bild: Philips)
Philips LED-Indoor-Navigation im Supermarkt Bild: Philips

In einen Supermarkt der Kette Carrefour im französischen Lille hat Philips sein Indoor-Navigationssystem eingebaut(öffnet im neuen Fenster) und dabei die Leuchtstofflampen des Ladens durch LEDs ersetzt. Mit ihnen werden mit gepulstem Licht per Visible Light Communication Daten übermittelt, die von der Kamera des Smartphone-Nutzers aufgefangen und mit einer App interpretiert werden.

Philips LED Indoor-Navigation im Supermarkt
Philips LED Indoor-Navigation im Supermarkt (02:03)

Das sogenannte " Indoor Positioning System " von Philips kann genutzt werden wie ein GPS und Kunden des Supermarktes zu den Produkten führen, die sie auf ihrer Einkaufliste haben. Natürlich lassen sich auch Sonderangebote des Supermarktes damit aufrufen.

Die Installation besteht aus 800 linear angeordneten LED-Modulen mit einer Gesamtlänge von 2,5 km, die auch noch die Stromrechnung des Supermarktes senken sollen. Philips spricht von einem Einsparpotenzial von 50 Prozent gegenüber herkömmlicher Beleuchtungstechnik.

Jedes der Module übermittelt einen speziellen Code, der eine Positionsbestimmung innerhalb des Supermarktes erlaubt. Derzeit gibt es nur eine iOS-App(öffnet im neuen Fenster) , doch das soll sich noch ändern. Der Supermarkt besitzt 7.800 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Das System von Philips wird zusammen mit einem SDK angeboten, mit dem die Kunden des Unternehmens auch ihre eigenen Anwendungen entwickeln können, die auf dem Navigationssystem aufbauen.

Forscher am Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin hatten schon 2011 mit sichtbarem Licht eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von 800 MBit/s mit LEDs ermöglicht, die eigentlich zur Raumbeleuchtung eingesetzt werden. Die als Visible Light Communication (VLC) bezeichnete Technik wurde ursprünglich vom HHI zusammen mit Siemens und France Telecom Orange Labs entwickelt.


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