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Librepods simuliert Apple-Hardware: App aktiviert viele Funktionen der Airpods Pro für Android

Erstmals lassen sich viele Funktionen der Airpods Pro mit Android-Smartphones verwenden. Wegen Google ist das Ganze eingeschränkt.
/ Ingo Pakalski
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Librepods bringt Funktionen der Airpods Pro 2 auf Android-Smartphones. (Bild: Librepods-Projekt)
Librepods bringt Funktionen der Airpods Pro 2 auf Android-Smartphones. Bild: Librepods-Projekt

Es ist ein Nachteil aller Airpods-Produkte : Ein Großteil der Funktionen steht nicht zur Verfügung, wenn das Kopfhörerprodukt mit einem Gerät ohne Apple-Logo benutzt wird.

Der Grund liegt darin, dass Apple keine Kopfhörer-App für die Airpods-Podukte für andere Plattformen anbietet, so dass sich die Kopfhörer nicht einmal konfigurieren lassen. Diese Lücke will die neue App Librepods(öffnet im neuen Fenster) von Kavish Devar schließen, die es als Open-Source-Produkt für Android gibt.

Dabei macht sich der Entwickler von Librepods einen Kniff zu Nutze: Die App weist sich gegenüber den Airpods-Produkten als Apple-Produkt aus, woraufhin sich die sonst etwa für ein Android-Gerät gesperrten Funktionen nutzen lassen. Dazu gehören die Ohrerkennung, Kopfgestensteuerung, die Hörhilfe, etliche Komfortfunktionen rund um den Transparenzmodus. Die Airpods-Produkte lassen sich dann auch konfigurieren und anpassen.

Librepods braucht Root-Zugriff

Das Ganze hat aber bei Android-Geräten derzeit einen Haken: Damit Librepods die genannten Funktionen bereitstellen kann, muss auf dem Android-Gerät der Root-Zugriff mittels Xposed-Modul aktiviert sein. Das ist laut Angaben des Entwicklers nötig, weil Googles Bluetooth-Implementierung in Android seit mindestens einem Jahr einen Fehler(öffnet im neuen Fenster) aufweist. Neben Google könnten das auch Gerätehersteller korrigieren. Bei OxygenOS 16 soll das bereits erfolgt sein, so dass sich ein Großteil der Librepods-Funktionen auch ohne Root-Rechte nutzen lässt.

Mehr Funktionen der Airpods Pro 2 mit Android nutzen

Der Entwickler von Librepods verspricht, dass sich damit alle Funktionen der Airpods Pro 2 an einem Android-Gerät nutzen lassen, allerdings wird die verbesserte Sprachqualität bei Anrufen in nicht komplett ruhigen Umgebungen nicht erwähnt.

Die gleichen Funktionen wie mit den Airpods Pro 2 sollen auch mit den neuen Airpods Pro 3 nutzbar sein. Die Herzfrequenzmessung funktioniert allerdings nicht. Bei den Airpods Max sollen sich ebenfalls alle Apple-Spezialfunktionen der Kopfhörer nutzen lassen.

Linux-Version von Librepods in Arbeit

Für die übrigen Airpods-Produkte wird angegeben, dass Basiseigenschaften in der App zur Verfügung stehen sollen. Dazu gehören die Ohrerkennung sowie die Anzeige des Akkustands der Hörstöpsel und des Ladeetuis. Weitere Funktionen wurden bisher nicht getestet.

Parallel zur Librepods-App existiert auch eine Linux-Variante, die allerdings derzeit nur in einer älteren Version vorliegt und weniger Funktionen bereitstellt. Die Linux-Version von Librepods wird gerade ganz neu geschrieben, so dass es noch dauern wird, bis alle Funktionen der Airpods-Produkte auch auf Linux-Systemen nutzbar sind.

Gibt es wieder ein Katz-und-Maus-Spiel mit Apple?

Derzeit lässt sich noch nicht abschätzen, ob Apple bei Librepod ein ähnliches Katz- und Mausspiel wie vor 16 Jahren beim WebOS-Smartphone Palm Pre unternimmt. Der Smartphone-Hersteller Palm bewarb das damalige Pre-Smartphone damit, dass es eine Synchronisation über Apples iTunes ermöglicht, was damals eine wichtige Funktion für Smartphones darstellte.

Apple veröffentlichte als Reaktion immer wieder neue Updates von iTunes, um die Synchronisation zu WebOS-Geräten zu stören. Palm folgte immer wieder mit aktualisierten Versionen des Smartphone-Betriebssystems, um die iTunes-Synchronisation wieder zu ermöglichen. Dabei gaben sich die Pre-Smartphones gegenüber der iTunes-Software als Apple-Produkt aus.

Bezogen auf den aktuellen Fall könnte Apple bequem dagegen vorgehen, indem immer neuere Firmware-Versionen auf die Airpods-Produkte installiert werden, die dann eine Zusammenarbeit mit Librepods blockieren, sofern diese zwischendurch mit Apple-Produkten verwendet wird. Im Unterschied zu vielen anderen Kopfhörerprodukten lassen sich Updates bei Airpods-Produkten weder manuell vornehmen noch verhindern, die Updates werden automatisch von Apple eingespielt.


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