Librem 5 im Test: Der Traum vom Linux-Phone bleibt noch unerfüllt

Das Librem 5 ist ein Linux-Smartphone, das den Namen wirklich verdient. Das Gerät enttäuscht aber selbst hartgesottene Linuxer.

Ein Test von und veröffentlicht am
Das Librem 5 von Purism nutzt eine übliche Linux-Distribution mit Phosh als Oberfläche.
Das Librem 5 von Purism nutzt eine übliche Linux-Distribution mit Phosh als Oberfläche. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das vor etwas mehr als drei Jahren angekündigte freie Linux-Smartphone Librem 5 ist als Alternative zu dem bisher von Android dominierten Smartphone-Markt konzipiert. Die Linux-Nutzer in der Golem.de-Redaktion haben genau deshalb viele Hoffnungen in unser Testgerät gesetzt, das nun endlich zeigen kann, ob sich die lange Wartezeit für das Serienmodell gelohnt hat.

Hergestellt wird das Librem 5 von dem gemeinnützigen Unternehmen Purism, das als Spezialist für freie Software und Sicherheit gilt und bereits eine Vielzahl an Rechnern verkauft hat.

Anders als die meisten Smartphones nutzt das Gerät eine mehr oder weniger übliche Linux-Distribution statt Android. Darüber hinaus wurde das ursprünglich per Crowdfunding finanzierte Gerät auch in langer Detailarbeit von Purism von Grund auf erstellt. Erklärtes Ziel dabei war es immer, Komponenten gezielt nach der Unterstützung durch freie Software auszuwählen und dafür im Zweifel auch einige Abstriche bei der Gestaltung des Geräts hinzunehmen.

Ähnlich wie das bereits vor einigen Monaten von uns getestete Pinephone ist auch das Librem 5 Teil der inzwischen mehr als zehn Jahre alten Idee, Smartphones mit einem klassischen Linux aus der Linux-Community heraus selbst zu erstellen. Das begann schon im Jahr 2008 mit dem Neo Freerunner des Openmoko-Projekts, gefolgt von Nokias Meego-Versuchen, dem halbproprietären Sailfish OS von Jolla auf eigenen Geräten oder den Ubuntu Phones von BQ und Meizu, die bereits 2015 erschienen.

Ein völlig anderes Smartphones

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Doch während das Pinephone, zumindest derzeit, noch als Community-Bastelprojekt anzusehen ist, hat sich das Herstellerteam des Librem 5 von Beginn an hohe und wohl auch etwas überambitionierte Ziele gesteckt. Das Gerät soll für alle geeignet sein, denen der Schutz eigener Daten wichtig ist - und damit im Prinzip alltagstauglich. Mehr als drei Jahre Entwicklungszeit haben dafür aber nicht gereicht.

Purism selbst hat schon während der Entwicklungszeit immer wieder Erwartungen nach unten korrigiert, der Verkauf des Geräts hat sich wiederholt verzögert und der Test des Pinephone zeigte uns bereits, dass die Software-Oberfläche wohl kaum alltagstauglich sein wird. Trotz der leicht besseren Hardware und der besonderen Eigenheiten wie den Hardwareschaltern ist das Librem 5 vor allem im Vergleich zum Pinephone noch kein Ersatz im Alltag für Android-Geräte.

Die Softwareoberfläche ist noch nicht ausgereift, im Alltag mangelt es an Apps, das Betriebssystem hat Schwächen - und selbst die Grundfunktion Telefonie enttäuscht uns sehr.

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Alleinstellungsmerkmale des Librem 5 
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liquidsky 21. Feb 2021

Ich würde das Pinephone ja gerne verwenden als tägliches Gerät, es ist aber wirklich...

Bigfoo29 19. Feb 2021

Ich hatte mich bisher rausgehalten... aber ja, ich kenne auch jemanden, der ~4500 RMB...

vasjugan 15. Feb 2021

Was KDE Mobile betrifft, kann ich dem nicht zustimmen. Ich habe Plasma mobile jetzt...

Schnarchnase 14. Feb 2021

Sag doch einfach mal nichts, wenn du die Aussage auf die du reagierst komplett ignorierst.

linmobnet 11. Feb 2021

Bitte einmal den Wikipedia-Artikel zu Gemeinnützige GmbH durchlesen, danke.



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