Libra: Politiker kritisieren Facebooks Kryptowährung

Facebooks Pläne zur Einführung der Kryptowährung Libra sollen besser kontrolliert oder sogar ausgesetzt werden, lauten die Forderungen von Politikern aus den USA und Europa. Erst sollten mögliche Probleme geklärt werden.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook macht sich mit seiner Kryptowährung nicht nur Freunde.
Facebook macht sich mit seiner Kryptowährung nicht nur Freunde. (Bild: Johannes Eisele/AFP/Getty Images)

Facebooks Plan, die Kryptowährung Libra global einzuführen, ist bei Politikern in den USA und Europa auf Kritik gestoßen. Die Vorsitzende des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus, Maxine Waters, forderte Facebook auf, die Libra-Pläne auf Eis zu legen und die Untersuchungen der Behörden abzuwarten. Mit der Kryptowährung setze Facebook seine unkontrollierte Expansion fort und erweitere seine Reichweite auf das Leben seiner Nutzer, kritisierte die Politikerin der Demokratischen Partei.

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Auch Patrick McHenry, der ranghöchste Republikaner im Finanzausschuss, beurteilte die Facebook-Pläne kritisch. "Wir wissen, dass es viele offene Fragen bezüglich des Umfangs und der Größenordnung des Projekts gibt." Es müsse geprüft werden, wie Libra mit dem globalen Finanzregulierungsrahmen vereinbar sein werde, schrieb er. "Wir müssen über die Gerüchte und Spekulationen hinausgehen und ein Forum bieten, um dieses Projekt und seine möglichen beispiellosen Auswirkungen auf das Finanzsystem zu bewerten."

Kritik von Grünen und CSU

Auch in Deutschland wurden kritische Stimmen laut: Der grüne Bundestagsabgeordnete Danyal Bayaz erklärte, der Vorstoß von Facebook erhöhe den Handlungsdruck für Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden, sich ernsthaft und umfassend mit digitalen Währungen zu beschäftigen. "Dazu gehören Fragen der Geldschöpfung und von Wechselkursen, aber auch Fragen wie der Schwarzgeldbekämpfung und des Verbraucher- und Anlegerschutzes." Bei der Etablierung eines breit genutzten digitalen Zahlungsmittels müsse sichergestellt werden, dass dieses Zahlungsmittel angemessen reguliert werde. "Die Ausgestaltung darf dazu nicht in die Hände eines privaten Unternehmens gelegt werden, das bisher keiner Finanzaufsicht unterliegt." Auch der französische Finanzminister Bruno Le Maire und der CSU-Abgeordnete Markus Ferber forderten mehr Kontrolle des Technologiegiganten.

Facebook hat die Pläne für seine Kryptowährung Libra am 18. Juni offiziell bekanntgegeben. Zuvor waren bereits mehrfach Informationen geleakt worden. Zwar soll Libra wie Bitcoin und Ethereum auf der Blockchain basieren, im Unterschied zu diesen aber eine stabile Währung sein, ein sogenannter Stablecoin. Libra soll 2020 auf den Markt kommen.

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Anfang Januar 2018 hatte Facebook sämtliche Werbung für Kryptowährungen von seiner Seite verbannt. Der Kurs von Bitcoin brach daraufhin um etwa zehn Prozent ein. Nach dem Werbeverbot war Facebook selbst wegen diverser Datenskandale in die Schlagzeilen geraten. Erst im März wurde bekannt, dass das Unternehmen die Passwörter von vielen Millionen Facebooknutzern im Klartext speicherte. Bei manchen Nutzern verlangte Facebook während des Registriervorgangs das private Passwort des E-Mail-Kontos.

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heikom36 22. Jun 2019

Wenn man den Bitcoin einfach nicht nutzt, dann erübrigt sich der Wunsch nach abschalten...

gorsch 20. Jun 2019

Die Technologie dahinter ist schon relevant. Warum z.B. dauert die Überweisung von einer...

heikom36 19. Jun 2019

Du vertraust Facebook? Bist aber sehr mutig und wenn du da mitmachst vermutlich auch sehr...

tovi 19. Jun 2019

Ja, lasst uns die eine Hälfte der Bevölkerung beim Staat anstellen um die andere Hälfte...



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