Liberty Global: Weltgrößter Kabelnetzbetreiber will seine Netze verkaufen

Liberty Global ist bereit, seine Kabelnetze in Europa an Investoren zu verkaufen oder sie mit Partnern zusammenzulegen.

Artikel veröffentlicht am ,
Mike Fries, Chef von Liberty Global (unten rechts)
Mike Fries, Chef von Liberty Global (unten rechts) (Bild: Cable-Tec Expo 2020/ Screenshot: Golem.de)

Der Kabelnetzbetreiber Liberty Global erwägt, seine Netzwerke in Europa an Investoren zu verkaufen, wie es Mobilfunkbetreiber mit ihren Mobilfunktürmen getan haben. Konzernchef Mike Fries sagte auf der virtuellen Messe Cable-Tec Expo 2020 (12. bis 15. Oktober), die so eingenommenen Gelder könnten zum Glasfaserausbau eingesetzt werden.

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Es sei "deutlich geworden, dass die Netzwerke selbst das Wertvollste sein könnten, was wir besitzen", und dass in Europa "enorme Kapitalmengen" vorhanden seien, die in Infrastruktur wie die Sendetürme der Mobilfunknetzbetreiber investiert würden. Fries sagte, Liberty Global denke "über strategischen Möglichkeiten mit der Infrastruktur nach", die man bisher nicht gesehen habe. Auch könne die Infrastruktur mit der von Partnern zusammengelegt werden, um die Werte zu skalieren.

Telefónica Deutschland verkauft im Juni 2020 seine Mobilfunkstandorte an Telxius Telecom. 10.100 Standorte, fast alle auf Gebäudedächern, werden zu einem Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro an die Infrastrukturgesellschaft übertragen, die jedoch mehrheitlich dem spanischen Mutterkonzern Telefónica gehört.

Fries erklärte, dass die Suche nach Möglichkeiten, Netzwerke so zu kombinieren, wie es Mobilfunkbetreiber mit Sendemastinvestoren getan haben, "uns in Europa die Möglichkeit bieten könnte, Netzwerke schneller und effizienter auf die nächste Ebene zu bringen. Und dies mit Kapitalpartnern, strategischen Partnern und Telekommunikationsunternehmen, um was auch immer zusammen zu tun."

Liberty Global ist hochverschuldet

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Zuletzt hatten Telefónica und der US-amerikanische Kabelnetzkonzern Liberty Global im Mai 2020 ihre Unternehmen in Großbritannien zusammengelegt. Der Mobilfunkbetreiber O2 und das Kabelnetzkonzern Virgin Media werden in ein Joint Venture eingebracht, an dem beide Partner jeweils die Hälfte halten. Virgin Media ist hoch verschuldet und macht weniger Umsatz als O2, weshalb Telefónica von dem US-Konzern bei der Transaktion 5,7 Milliarden Pfund (7 Milliarden US-Dollar) erhält. Die spanische Gruppe erhält zudem von Liberty Global eine Ausgleichszahlung in Höhe von 2,5 Milliarden Pfund. Virgin Media besitzt und betreibt ein eigenes Glasfaserkabelnetz in Großbritannien, das eine Fibre-To-The-Cabinet-Topologie hat. Virgin Mobile Telecoms ist ein in Großbritannien ansässiger Mobile Virtual Network Operator (MVNO) ohne eigenes Netz.

Auf der Konferenz Goldman Sachs Communacopia im September hatte Fries bereits ähnlich gesprochen. Derzeit konzentriere Liberty sich in Großbritannien auf den Regulierungsprozess, um die Fusion von Virgin Media mit Telefónica O2 umzusetzen.

Liberty und Telefónica seien sich aber einig, dass "die Möglichkeit, ein robustes Netzwerk auf diesem Markt aufzubauen, möglicherweise mit anderen Partnern oder Finanzpartnern, eine Art Großhandelsvereinbarung zu schaffen, sehr groß und sehr interessant sein könnte".

Liberty habe in Europa im Allgemeinen "Partner, die darauf aus sind, bei der Infrastruktur mit uns zusammenzuarbeiten" und "das könnte ein interessantes Spiel werden".

Liberty Global, das vom US-Milliardär John Malone kontrolliert wird, trennt sich zunehmend von seinen europäischen Netzbetreibern oder sucht Partnerschaften: In Österreich hat Liberty Global im Dezember 2017 den Kabelnetzbetreiber UPC Austria für 1,9 Milliarden Euro an die Deutsche Telekom verkauft. Im Mai 2018 hatte Vodafone mit Liberty Global vereinbart, deren Kabelnetze in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien für einen Preis von 18,4 Milliarden Euro zu übernehmen. Das niederländische Kabelgeschäft wurde mit dem Mobilfunkgeschäft von Vodafone zu VodafoneZiggo zusammengeführt. VodafoneZiggo ist ein kombiniertes Mobilfunk- und TV-Kabelnetzunternehmen. Liberty Global hat auch versucht, seinen Schweizer Geschäftsbereich an Sunrise zu verkaufen, doch der Vertrag kam nicht zustande. Liberty Global wird Sunrise mit UPC Schweiz zusammenlegen.

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asa (Golem.de) 14. Okt 2020

Sie haben Recht, der Artikel zur Schweiz waren sogar alle von mir. Habe den letzten Stand...

highfive 14. Okt 2020

ich tippe mal eher das er damit die Probleme wie mit Cisco meinte ;)

highfive 14. Okt 2020

Komisch, bei uns kenne ich instabile Leitungen nur beim Kabelanbieter, wobei seitdem...

ubuntu_user 13. Okt 2020

wer hätte gedacht, dass das bei infrastruktur nicht funktioniert



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