Liberty Global: Unitymedia-Mutterkonzern kehrt nach Deutschland zurück

Einige Jahre nach dem Verkauf von Unitymedia an Vodafone wird Liberty Global hierzulande wieder aktiv. Doch Liberty Global ist als Investor sehr umstritten.

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Netzausbau bei der früheren Unitymedia
Netzausbau bei der früheren Unitymedia (Bild: Unitymedia)

Der weltgrößte Kabelnetzkonzern Liberty Global baut wieder Netze in Deutschland. Der Investmentbereich Liberty Global Ventures gründet mit der französischen Infravia Capital Partners das Gemeinschaftsunternehmen Liberty Networks Germany. Das gaben die Partner am 23. September 2021 bekannt. Liberty Global war bis zum Verkauf an Vodafone der Besitzer von Unitymedia in Deutschland.

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Angaben zum Investitionsvolumen des neuen 50:50-Joint-Venture-Unternehmens wurden nicht gemacht. "Das Joint Venture wird einen modularen Ansatz verfolgen, wobei die erste Phase auf eine kleine Anzahl von Kommunen in Deutschland abzielt. Werden in der ersten Phase konkret definierte Erfolgskriterien erfüllt, eröffnen sich dem Joint Venture weitere Investitionsmöglichkeiten", erklärte Liberty Networks Germany. Laut Handelsregister hat Liberty Networks Germany seinen Sitz in Frankfurt am Main.

Robert Dunn, Managing Director, Connectivity Investments bei Liberty Global, kommentierte: "Liberty Networks Germany bietet eine spannende Gelegenheit, unsere Expertise bei der Bereitstellung kritischer Breitbandinfrastruktur in einem Markt zu nutzen, den wir sehr gut kennen. Wir freuen uns auch über die attraktiven Renditen, die der Aufbau von Glasfasernetzen auf der grünen Wiese in einem Land bietet, in dem Millionen von Haushalte noch keinen Zugang zu schnellem und zuverlässigem Breitband haben."

Liberty prüft ein ähnliches gemeinsames Unternehmensmodell, um seine Netzwerkpräsenz in Großbritannien zu erweitern.

Liberty Global ließ Unitymedia finanziell ausbluten

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Liberty Global hat seine Hauptsitze in London, Amsterdam und Denver. Im Mai 2018 hatte Vodafone mit Liberty Global vereinbart, deren Kabelnetze in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien für einen Preis von 18,4 Milliarden Euro zu übernehmen. Unitymedia war bei der Übernahme durch Vodafone finanziell in kritischer Verfassung, hat Golem.de aus unternehmensnahen Kreisen erfahren.

Die Liberty-Global-Finanzierung von Unitymedia gilt als sehr umstritten: Der Konzern kaufte Unitymedia mit Krediten, deren Zinsen Unitymedia zahlen musste. Unitymedias Zinszahlungen stiegen vom Jahr 2009 bis 2010 von 123 Millionen auf 257 Millionen Euro. Unitymedia musste an Liberty Global Zinsen für Darlehen über acht Jahre in Höhe von 634 Millionen Euro zahlen. Zusätzlich wurden Unitymedia von Liberty Global Management- und Lizenzgebühren für Technologien in Höhe von 865 Millionen Euro abgezogen. Durch hohe Schulden, Zinsen und Gebührenzahlungen machte Unitymedia in sechs von acht Jahren einen Vorsteuerverlust.

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Mit dem Verkauf von Unitymedia an Vodafone konnte Liberty Global 7,2 Milliarden Euro steuerfrei einnehmen. Weitere 3,8 Milliarden Euro hat Liberty Global nach eigenen Angaben in acht Jahren bei Unitymedia abgeschöpft. Abzüglich des Kaufpreises von 2,1 Milliarden Euro erzielte Liberty Global eine Wertschöpfung von 11 Milliarden Euro, wie Liberty Global in einer Präsentation vor Investoren erklärte.

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