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Liberty Global: Unitymedia-Konzern gibt Netflix Schuld an lahmem Streaming

Netflix läuft bei einigen Kabelnetzanbietern langsamer. Die Verantwortung dafür sehen sie beim Streaming-Anbieter und dessen Infrastruktur. Netflix führe die Daten nicht richtig zu, meint der Liberty-Global-Chef.

Artikel veröffentlicht am ,
Mike Fries
Mike Fries (Bild: Kacper Pempel/Reuters)

Liberty-Global-Chef Mike Fries kritisiert den Streaming-Anbieter Netflix. Es störe den Konzern, der in Deutschland mit Unitymedia vertreten ist, "wenn jemand lügt", sagte Fries dem Handelsblatt. "Netflix und andere Anbieter haben sich darüber beschwert, dass ihre Dienste bei uns oder anderen langsamer laufen. Sie erstellen ein Ranking von Internetanbietern, auch in Deutschland, wie gut ihre Filme gesehen werden können."

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Wenn es Probleme gebe, hänge das allerdings oft damit zusammen, dass "sie uns die Daten nicht richtig zuführen. Das ist also nicht unser Fehler." Das Problem liege an Netflix und der von dem Unternehmen genutzten Infrastruktur. Über solche Fälle habe sich Liberty Global beschwert und werde sich auch weiter laut beschweren.

Über sein eigenes CDN Open Connect liefert Netflix derzeit rund 125 Millionen Wiedergabestunden pro Tag aus, erklärte das Unternehmen im März 2016. "In Spitzenzeiten summiert sich das auf zweistellige Terabyte-Werte pro Sekunde", rechnete Ken Florance vor, Vice President Content Delivery bei Netflix.

Netflix stelle qualifizierten Internetprovidern seine Open Connect Appliances (OCA) zur Verfügung. Wenn die Geräte in den Rechenzentren installiert wurden, sollen nahezu alle Netflix-Inhalte von den lokalen OCA geliefert werden, statt über das Internet zu laden. Die Open Connect Appliances hatten im Jahr 2012 einen Durchsatz von 8 GBit/s pro Server, im Jahr 2016 stieg der Wert auf rund 90 GBit/s pro Server.

Größter Kabelnetzbetreiber

Liberty Global ist das größte internationale TV-Kabelunternehmen mit Niederlassungen in 14 Ländern. Liberty Globals Aktivitäten sind aktuell zwei Börsennotierungen zugeordnet: der Liberty Global Group, die im Wesentlichen aus ihren europäischen Aktivitäten besteht, und der Lilac Group, die die Operationen von Liberty Global in Lateinamerika und in der Karibik umfasst. Zu Liberty Globals Marken gehören Virgin Media, Ziggo, Unitymedia, Telenet, UPC und VTR. Liberty hat in Belgien den Mobilfunkbetreiber Base von KPN übernommen. Bisher hatte der Kabelnetzkonzern dort als Mobilfunkprovider ohne eigenes Netz agiert.

Fries kritisiert außerdem: "Netflix will die Anbieter dazu bringen, mit ihnen einen Deal für die Übertragung abzuschließen oder sie zu bestrafen, wenn sie es nicht tun. Das ärgert uns natürlich besonders dann, wenn unzutreffende Gründe angeführt werden."

Vereinbarungen zum Zero-Rating, wodurch der Inhalt von Anbietern wie Netflix nicht das gebuchte Datenvolumen der Kunden belastet, gebe es, wenn auch nicht viele. "Sie sind auch nicht schlecht. Zero-Rating ist gut für Konsumenten, allerdings wollen einige Internetanbieter vielleicht nicht für solche Deals zahlen." Wichtig sei, dass jeder Wettbewerber, wenn er wolle, auch solche Verträge abschließen könne, positionierte sich Fries gegen die Netzneutralität.



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humpfor 14. Jul 2016

Im Endeffekt verkaufen ISP Geschwindigkeiten und Volumen, die sie selbst eigentlich gar...

JoeHomeskillet 13. Jul 2016

Ja, sie liebt aber auch Bier und Pizza (kaum zu glauben bei ihrer Figur^^). :D Bier...

Wayne2k 13. Jul 2016

Die Netflix CDN nodes kommen übrigends mit 90% des lokal genutzten Katalogs prefilled...

ecv 12. Jul 2016

Wenn es für dich als Anbieter von Interesse ist das die Japaner deine Daten schnell und...

chefin 12. Jul 2016

Das heist du machst den Staat verantwortlich, wenn bei dir keine Autobahn vorbei geht...


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