LHC-Nachfolger: Cern-Rat spricht sich für neuen Riesenbeschleuniger aus

Das Cern ist für den Bau des 100 Kilometer großen LHC-Nachfolgers. Jetzt müssen nur noch die EU-Mitgliedstaaten die Milliarden rollen lassen.

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Modell eines supraleitenden Magneten auf dem Gelände des Cern in Genf: Die Arbeiten am LHC-Nachfolger sollen 2038 beginnen.
Modell eines supraleitenden Magneten auf dem Gelände des Cern in Genf: Die Arbeiten am LHC-Nachfolger sollen 2038 beginnen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Der Nachfolger kann kommen: Das Cern Council, der Rat des europäischen Kernforschungszentrums, hat eine einstimmige Empfehlung für den Bau eines neuen Teilchenbeschleunigers ausgesprochen. Er soll fast viermal so groß sein wie der Large Hadron Collider (LHC) und etwa 20 Jahre einsatzbereit sein. Das bedeutet aber nicht, dass der Beschleuniger tatsächlich gebaut wird.

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Das Council kann zwar keine Finanzentscheidungen fällen. Der mit Experten besetzte Rat ist aber das höchste Gremium des Cern. Seine Empfehlung gilt deshalb als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Projekts. Das Cern könne sich jetzt mit Machbarkeitsstudien beschäftigen, berichtet die Fachzeitschrift Nature "Ich glaube, das ist ein historischer Tag für das Cern und die Teilchenphysik, in Europa und darüber hinaus", sagte Cern-Chefin Fabiola Gianotti danach.

"Dies ist ein wichtiger Schritt, um die europäischen Länder dazu zu bringen, zu sagen 'Ja, das wollen wir.'", sagte der britische Physiker Chris Llewellyn-Smith, einer von Gianottis Vorgängern. Wichtig vor allem deshalb, weil die Länder mutmaßlich einen Gutteil der Kosten werden tragen müssen. Rund 21 Milliarden Euro soll die Anlage kosten, die wieder in Genf entstehen soll. Llewellyn-Smith geht davon aus, dass das Projekt auch Partner außerhalb der Europäischen Union brauchen wird, China, Japan oder die USA beispielsweise.

Das Konzept, für das sich der Rat ausgesprochen hat, sieht wieder einen ringförmigen Beschleuniger vor. Den Entwurf hatte eine Arbeitsgruppe Anfang vergangenen Jahres vorgestellt. Es gab auch andere Konzepte, darunter einen über 30 Kilometer langen Linearbeschleuniger, den International Linear Collider (ILC).

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Der Future Circular Collider (FCC) soll eine Länge von 100 Kilometern haben - das ist fast das Vierfache des LHC. In dem Ring sollen Elektronen mit Positronen, Protonen mit Protonen sowie Ionen mit Ionen kollidieren. Die Kollisionsenergie soll 100 Tera-Elektronenvolt (TeV) betragen. Zum Vergleich: Der LHC ist auf 14 TeV ausgelegt. Von den Kollisionen erhoffen sich die Forscher unter anderem Erkenntnisse über die ersten Nanosekunden nach dem Urknall und die Entstehung des Universums. Außerdem wollen sie weitere Elementarteilchen nachweisen.

Der Bau des Tunnels soll laut Cern 2038 beginnen. Die Anlage soll in zwei Stufen errichtet werden: Zunächst soll ein Elektronen-Positronen-Beschleuniger entstehen, in dem Elektronen und ihre Antiteilchen kollidieren. Er soll dann zum Protonen-Collider ausgebaut werden.

Der LHC ist derzeit der größte und leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger. Gebaut wurde er, um das Higgs-Boson experimentell nachzuweisen, ein wichtiges Elementarteilchen. Das gelang 2012 und brachte Peter Higgs und François Englert, den beiden Physikern, die das Elementarteilchen unabhängig voneinander postuliert hatten, 2013 den Physik-Nobelpreis ein. Ein ähnlich klar umrissenes Forschungsvorhaben gibt es für den FCC nicht. Der Bau einer solch teuren Anlage ist deshalb nicht unumstritten.

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mannzi 23. Jun 2020

Wenn dabei andere Mechaniken bekannt würden könnten zukünftige Versionen von...

EWCH 23. Jun 2020

Wenn ein Mensch durch einen Unfall im Vacuum landet dann faengt das Wasser (wir bestehen...

Toemmelord 23. Jun 2020

Was bistn du so motzig.. Ich fand den Vergleich gut.

captain_spaulding 23. Jun 2020

Nicht ganz so radikale Lösung: GEZ erstmal halbieren, dann ist der FCC eben in 6 Jahren...



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