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Level 3: Sechs große Internetprovider bremsen Peering absichtlich aus

Weil ein führender europäischer ISP und fünf aus den USA ihr Peering bewusst nicht anpassen, gehen die Datenpakete der Kunden verloren und die Datenübertragungsrate ist eingeschränkt. Das behauptet der Tier-1-Carrier Level 3 und will Beweise haben.
/ Achim Sawall
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Das Glasfasernetz von Level 3 (Bild: Level 3)
Das Glasfasernetz von Level 3 Bild: Level 3

Level 3 hat fünf Internet Service Provider in den USA und einen in Europa beschuldigt, die Peering-Punkte seit rund einem Jahr absichtlich nicht auszubauen, um Gebühren von Tier-1-Carriern eintreiben zu können. Das geht aus einem Blogbeitrag des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) von Mark Taylor, Vice President Content and Media bei Level 3, hervor. Die sechs ISPs seien in ihren Märkten jeweils führend.

"Sie schädigen bewusst den Service, den sie ihren zahlenden Kunden liefern. Sie lassen nicht zu, dass wir die Anforderungen ihrer Kunden für Inhalte erfüllen", erklärte Taylor.

Level 3 erklärte, dass die meisten Peers mit 36 Prozent Auslastung arbeiteten, was einen flüssigen Datenaustausch zwischen den Netzwerken erlaube. Aber mit sechs Netzwerken gebe es Engpässe mit rund 90 Prozent Auslastung, wodurch Datenpakete verlorengingen.

Der Beitrag von Level 3 gehört zu dem Streit um die Netzneutralität: Der Chef des Videostreaming-Anbieters Netflix, Reed Hastings, hatte zuletzt eine "starke Netzneutralität" gefordert, damit Kabelnetzbetreiber wie Comcast oder AT&T die Vorlieben ihrer Kunden nicht "einschränken, beeinflussen oder sich auf andere Weise darin einmischen". Nach Ansicht Hastings' verhindert eine starke Netzneutralität, dass die Serviceprovider eine "Mautgebühr für Verbindungen mit Diensten wie Netflix, Youtube oder Skype, oder Vermittlern wie Cogent, Akamai oder Level 3 verlangen, um die von den Kabelnetzkunden gewünschten Dienste und Daten zu liefern".

Netzneutralität bedeutet vor allem, dass der Traffic eines jeden Anbieters gleichbehandelt und bestimmte Inhalte nicht bevorzugt durchgeleitet werden.

Nachtrag vom 8. Mai 2014, 11:09 Uhr

Bei dem europäischen Unternehmen könnte es sich um die Deutsche Telekom handeln. Cogent hatte sich laut einem internen Schriftsatz, über den Die Welt im Juli 2013 berichtete(öffnet im neuen Fenster), bereits 2009 bei der Bundesnetzagentur über das Peering-Verhalten der Telekom beschwert: Die Telekom weigere sich, ausreichende Kapazitäten an ihren Peering-Knotenpunkten bereitzuhalten. Cogent benötige mindestens 100 GBit/s, die Telekom stelle aber weniger als die Hälfte bereit.


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