Level 3 im Stau: BMW erhält Zulassung für hochautomatisiertes Fahren
Der Münchner Autohersteller BMW hat als zweites Unternehmen die Erlaubnis für ein hochautomatisiertes Assistenzsystem erhalten. "Wir haben vom Kraftfahrt-Bundesamt die Zulassung, in Deutschland automatisiertes Fahren der Stufe 3 anzubieten" , sagte Nicolai Martin, Bereichsleiter automatisiertes Fahren, dem Handelsblatt (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) .
Das System werde "noch in diesem Jahr in der Siebener-Reihe eingeführt" , sagte Martin. Konkurrent Mercedes-Benz bietet mit dem Drive Pilot bereits seit Mai 2022 ein solches System an .
Golem.de konnte das BMW-System im Juni 2023 bereits auf dem neuen Testgelände des Herstellers im tschechischen Sokolov ausprobieren . Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben unterscheidet sich die Funktion bei BMW kaum vom Drive Pilot. Aktivieren lässt sich die Funktion nur bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h auf Autobahnen. Dazu muss das System ein dicht vorausfahrendes Fahrzeug erkennen. Ein Spurwechsel ist nicht möglich.
Der Fahrer kann sich bei aktiviertem Staupilot vom Verkehrsgeschehen abwenden und andere Tätigkeiten ausüben. Jedoch wird er mit Infrarotkameras überwacht, damit sichergestellt ist, dass er innerhalb von 10 bis 20 Sekunden das Fahrgeschehen übernehmen kann.
Preis steht noch nicht fest
Konkrete Details zu dem neuen System nannte das Handelsblatt nicht. Das betrifft beispielsweise den Namen, der im Juni noch nicht feststand, sowie den Preis. BMW wolle jedoch einen vergleichbaren Preis wie Mercedes-Benz aufrufen, hieß es in dem Bericht.
Bei Mercedes lässt sich das System derzeit nur bei der S-Klasse und beim vollelektrischen EQS konfigurieren. Zwar verlangt der Stuttgarter Hersteller für den Drive Pilot in der S-Klasse selbst "nur" 5.900 Euro, jedoch summieren sich die Ausgaben mit erforderlichen Extras wie Magic Vision Control zur Scheibenreinigung auf 11.102,70 Euro.
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Wie hilfreich der BMW-Staupilot in der Praxis sein wird, lässt sich erst bei einem längeren Test im Alltag herausfinden. Ein mehrtägiger Test des Drive Pilot in und um Berlin hat gezeigt , dass das System viele Gründe kennt, um sich nicht aktivieren zu lassen oder sich wieder abzuschalten. Die Liste der Systemgrenzen ist aus Sicherheitsgründen noch sehr lang. Da der Hersteller für Unfälle im automatisierten Modus haftet, gehen die Anbieter auf Nummer sicher.
Weniger Anforderungen müssen die Hersteller hingegen beim freihändigen Fahren auf der Autobahn nach Stufe 2 erfüllen. Inzwischen bieten BMW und Ford solche Systeme auf deutschen Autobahnen an, bei BMW ist zudem einen automatischer Spurwechsel möglich, der nur durch einen Blick in den Außenspiegel bestätigt werden muss .
Nachtrag vom 26. September 2023, 14:54 Uhr
Auf Anfrage von Golem.de sagte ein BMW-Sprecher, dass Details zu dem Angebot im November 2023 mitgeteilt würden. Die Angaben im Handelsblatt-Artikel zum Preisniveau des Systems seien jedoch zutreffend.
Nachtrag vom 26. September 2023, 17:18 Uhr
Anders als zunächst dargestellt, ist der Drive Pilot beim EQS unter der Option "Assistenzsysteme für andere Styles" bestellbar. In diesem Fall kostet das System selbst 8.841,70 Euro, die Ausgaben für weitere Extras, die geordert werden müssen, summieren sich im Falle des EQS 450+ jedoch auf 23.800 Euro.
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