• IT-Karriere:
  • Services:

Erklärungen oft lang und unverständlich

Laut der bald in Kraft tretenden Datenschutz-Grundverordnung müssen Firmen ihre Nutzer in verständlicher Sprache über Datenverarbeitungen informieren - bei strikter Auslegung in Deutschland also in deutscher Sprache. Deshalb sind auch die Informationen der Playbulb-App zur Steuerung der intelligenten Glühbirne von Mipow aus Sicht der Forscher mangelhaft. Denn für diese App finden Nutzer lediglich eine englischsprachige Datenschutzerklärung. Auch hier werden keine eindeutigen Kontaktdaten für datenschutzrechtliche Anliegen angegeben.

Stellenmarkt
  1. SySS GmbH, Tübingen
  2. Universität Potsdam, Potsdam

Zu den erfreulichen Funden hingegen gehört beispielsweise die Bosch Smart Camera: Auch hier ist die Datenschutzerklärung zur App, mit der die Kamera gesteuert werden kann, mit fast 2.000 Wörtern "sehr umfangreich". Nutzer bräuchten in diesem Fall durchschnittlich über acht Minuten, um den gesamten Text zu lesen. Gleichwohl bietet Bosch eine Mehr-Ebenen-Navigation, womit Nutzer zielgenau die Textstellen erreichen können, die besonders relevant für sie sind. Damit hat Bosch unter den zehn untersuchten Herstellern von smarten Videokameras ein Alleinstellungsmerkmal.

Forscher loben Philips Hue

Positiv kam auch die smarte Glühbirne Philips Hue bei den Forschern an. "Zwar ist die Datenschutzerklärung zur Nutzung der dazugehörenden App mit über 2.500 Wörtern sehr lang, aber die Gestaltung fällt positiv auf", sagte Kettner. Philips nutzt eine Navigationsleiste, mit deren Hilfe Nutzer schnell zu relevanten Textstellen navigieren können. Die Firma war damit der einzige von acht untersuchten Anbietern von Beleuchtungsmitteln, die einen solchen Dienst anboten. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt eine "verständliche und leicht zugängliche Form in einer klaren und einfachen Sprache". Unangenehm fällt deshalb auf, dass 21 der 22 untersuchten Hersteller in ihren Datenschutzerklärungen ein Sprachniveau wählten, das dem der Fachliteratur entspricht. Die Datenschutzerklärungen für Beleuchtungsmittel und Videokameras hatten im Schnitt eine Länge von knapp unter 2.000 Wörtern mit einer durchschnittlichen Lesedauer von 8 Minuten und einem Seitenumfang zwischen drei und vier DIN-A4-Seiten. Die von Sprachassistenten hingegen hatten im Schnitt eine Länge von 3.000 Wörtern beziehungsweise sechs DIN-A4-Seiten. Das Lesen eines solchen Textes dauert rund eine Viertelstunde.

Im Übrigen verwenden alle untersuchten Hersteller unvollständige Aufzählungen, was aus rechtlicher Sicht angreifbar ist. Die Forscher haben zwar keine juristische Prüfung vorgenommen und auch nicht technisch nachvollzogen, welche Daten tatsächlich für welchen Zweck verarbeitet werden. Doch sie weisen darauf hin, dass damit für die Verbraucher "eine Unsicherheit bezüglich der Datenschutzpraktiken existiert".

Die Studie führt vor, wie man Datenschutzerklärungen systematisch analysieren kann, um Schwächen aufzudecken. Wenn im Sommer das Tool des Datenschutzscanners auf dem Markt kommt, können sich die Verbraucher selbst schneller einen ersten Überblick verschaffen, ohne unbedingt selbst Datenschutzexperte zu sein. Neben der Datenschutz-Grundverordnung erhöht das den Druck auf die Hersteller, nun rasch nachzubessern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Leuchten und Kameras: Smart-Home-Produkte sind nicht fit für die DSGVO
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. MSI Optix G24C für 155,00€, Asus VP278H für 125,00€, LG 27UD59-W für 209,00€ und HP...
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

Dietbert 23. Mai 2018

Na das ist doch großartig. Die DSGVO ist ein Monster, das wirklich keiner braucht.

Ely 23. Mai 2018

Nicht jeder kann Englisch. Weil dem so ist, wurde es in Frankreich schon vor Jahren...

Ely 23. Mai 2018

Ok, dann kann die Welt ja untergehen, weil aus dem Apfelbäumchen, das ich vor einer...


Folgen Sie uns
       


Asus Zephyrus G14 - Hands on (CES 2020)

Das Zephyrus G14 von Asus ist ein Gaming-Notebook, das nicht nur gute Hardware bietet, sondern ein zusätzliches LED-Display auf der Vorderseite. Darauf können Nutzer eigene Schriftzüge, Logos oder Animationen anzeigen lassen.

Asus Zephyrus G14 - Hands on (CES 2020) Video aufrufen
Amazon, Netflix und Sky: Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming
Amazon, Netflix und Sky
Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming

In diesem Jahr wird sich der Video-Streaming-Markt in Deutschland stark verändern. Der Start von Disney+ setzt Netflix, Amazon und Sky gehörig unter Druck. Die ganz großen Umwälzungen geschehen vorerst aber woanders.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Peacock NBC Universal setzt gegen Netflix auf Gratis-Streaming
  2. Joyn Plus+ Probleme bei der Kündigung
  3. Android TV Magenta-TV-Stick mit USB-Anschluss vergünstigt erhältlich

Elektroautos in Tiefgaragen: Was tun, wenn's brennt?
Elektroautos in Tiefgaragen
Was tun, wenn's brennt?

Was kann passieren, wenn Elektroautos in einer Tiefgarage brennen? Während Brandschutzexperten dringend mehr Forschung fordern und ein Parkverbot nicht ausschließen, wollen die Bundesländer die Garagenverordnung verschärfen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Mercedes E-Econic Daimler elektrifiziert den Müllwagen
  2. Umweltprämie für Elektroautos Regierung verzögert Prüfung durch EU-Kommission
  3. Intransparente Preise Verbraucherschützer mahnen Ladenetzbetreiber New Motion ab

Digitalisierung: Aber das Faxgerät muss bleiben!
Digitalisierung
Aber das Faxgerät muss bleiben!

"Auf digitale Prozesse umstellen" ist leicht gesagt, aber in vielen Firmen ein komplexes Unterfangen. Viele Mitarbeiter und Chefs lieben ihre analogen Arbeitsmethoden und fürchten Veränderungen. Andere wiederum digitalisieren ohne Sinn und Verstand und blasen ihre Prozesse unnötig auf.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Arbeitswelt SAP-Chef kritisiert fehlende Digitalisierung und Angst
  2. Deutscher Städte- und Gemeindebund "Raus aus der analogen Komfortzone"
  3. Digitalisierungs-Tarifvertrag Regelungen für Erreichbarkeit, Homeoffice und KI kommen

    •  /