Letzte Meile: Telekom will Preise für letzte Meile stark erhöhen

Die Telekom will von 1&1, Vodafone und Telefónica künftig erheblich mehr für die Anmietung der letzten Meile.

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Versucht unschuldig auszusehen: Der Kabelverzweiger der Telekom am Straßenrand.
Versucht unschuldig auszusehen: Der Kabelverzweiger der Telekom am Straßenrand. (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom hat bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung der Preise für die Anmietung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) von 7,05 Euro (2019) auf 8,25 Euro pro Monat beantragt. Das gab der Branchenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) am 26. Januar 2021 bekannt. Das bedeutet eine Preissteigerung in Höhe von rund 15 Prozent.

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Laut VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner würden von der Telekom "Kosten geltend gemacht, die seit langem gar nicht mehr anfallen. Und wieder liegen die Entgelte aufgrund des gewählten Regulierungsansatzes fiktiver Wiederbeschaffungswerte zirka 50 bis 75 Prozent über den tatsächlichen Kosten allein bei den VDSL-Vorleistungen."

Gutachten: 8,2 Milliarden Euro zu viel bezahlt

Professor Peter Winzer von der Hochschule RheinMain hat in einem Gutachten für den VATM errechnet, dass die Konkurrenten im Zeitraum 2011 bis 2025 die tatsächlichen Kosten um 8,2 Milliarden Euro überbezahlt hätten. Diese deutlich zu hohen Entgelte ermöglichten eine "sehr aggressive gezielte Preispolitik der Telekom auf der kupferbasierten VDSL-Infrastruktur", sagte Grützner.

Der Kabelverzweiger bringt die Telefon- und Internetsignale aus der Vermittlungsstelle in die Haushalte. Ein klassischer Kabelverzweiger braucht nicht einmal einen eigenen Stromanschluss. Daher kommt auch die Bezeichnung "passiver Schaltschrank".

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Tatsächlich ist die Anmietung der TAL vom Kabelverzweiger (KVz) am Straßenrand für 1&1, Vodafone und Telefónica ein sehr lukratives Geschäft, jedoch nur zusammen mit der Vermarktung weiterer Bausteine. 1&1 und Telefónica Deutschland betreiben wenig eigenen Glasfaserausbau. Vodafone konzentriert sich fast ausschließlich auf die Segmentierung seines Kabelnetzes und kleinere lokale Glasfaserprojekte. 1&1 Versatel versorgt nach eigenen Angaben über sein 50.000 Kilometer langes Glasfasernetz vorwiegend Geschäftskunden mit Gigabit-Anschlüssen. Hier wurde in den vergangenen Jahren kaum noch weiter ausgebaut. UGG ist ein Glasfaser-Joint-Venture von Allianz und dem spanischen Telefónica-Konzern, das in Deutschland 6 Milliarden Euro für Glasfaser in ländlichen Regionen ausgeben will.

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TheBlueFire 28. Jan 2022

Ich bin positiv von Senf dazu überrascht, wie realistisch ihre Ansicht ist. Sonst heißt...

TheBlueFire 27. Jan 2022

Also es laufen riesen und Umrüstungen zB für die Fehmarn Belt Querung müssen alle Brücken...

TheBlueFire 27. Jan 2022

Sehr ausgewogene gute Antwort danke!

senf.dazu 27. Jan 2022

Es hilft aber wohl das TAL selbst zu beschalten im Vergleich zum (teureren) Bitstrom...



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