Letzte Meile: Telekom und Netzbetreiber streiten sich um neue TAL-Miete
Die Deutsche Telekom und Netzbetreiber streiten sich um die Neufestlegung der Miete der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) am Hauptverteiler. Wie der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) mitteilt(öffnet im neuen Fenster) , gelten die aktuellen TAL-Entgelte noch bis zum 30. Juni 2016 dieses Jahres. Danach hat die Telekom bei der Bundesnetzagentur 11,20 Euro für die Hauptverteiler-TAL und 7,51 Euro für die Kabelverzweiger-TAL beantragt.
Seit Juli 2013 liegen die Entgelte für den Zugang zur letzten Meile bei 10,19 Euro pro Monat für die Anmietung der TAL am Hauptverteiler und 6,79 Euro monatlich bei Anmietung am Kabelverzweiger. Im Juli 2013 hatte die Telekom normale TAL rund 9,5 Millionen Mal vermietet, Kabelverzweiger-TAL rund 140.000-mal.
Breko-Geschäftsführer Stephan Albers schlägt eine neue Berechnungsmethode vor, durch die sich insbesondere das Entgelt für die Kabelverzweiger-TAL verringern würde, was Anreize dafür schaffe, Glasfaserleitungen näher zum Kunden zu bringen. Zudem würde sich auch der Mietpreis der nach wie vor meistgenutzten Hauptverteiler-TAL vergünstigen, "was höhere Investitionen der alternativen Netzbetreiber in ihre eigene Infrastruktur erlauben würde." Die Methode der EU-Kommission sehe vor, die Kosten für Kabelkanäle und -schächte, Rohre, Gräben oder Masten, die im Wesentlichen bereits abgeschrieben seien, bei der Berechnung der fiktiven Wiederbeschaffungskosten abzuziehen.
Telekom begründet Preissteigerung mit Tiefbaukosten
Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir haben bei der Bundesnetzagentur für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung eine Erhöhung auf 11,20 Euro pro Monat für die nächsten drei Jahre beantragt, (aktuell 10,19 Euro). Für die kürzere KVz-TAL, dem Netzabschnitt zwischen Kabelverzweigern am Straßenrand und dem Anschluss in der Wohnung, hat die Telekom ein Entgelt von 7,51 Euro pro Monat beantragt. Aktuell sind es 6,79 Euro."
Der Antragspreis spiegle die allgemeine Preisentwicklung wider und orientiere sich an der Empfehlung der EU-Kommission, die sich für stabile TAL-Entgelte als wichtige Voraussetzung für den Breitbandausbau ausgesprochen habe. Blank: "Dabei haben wir in unserem TAL-Antrag die tendenziell steigenden Kosten für den Infrastrukturausbau berücksichtigt. Diesen höheren Investitionswert hat die Telekom der Bundesnetzagentur ausführlich nachgewiesen."
Insbesondere wegen steigender Tiefbaupreise sei eine Anpassung der TAL-Preise erforderlich, um Investitionen in die Netzinfrastruktur und in mehr Glasfaser zu fördern.
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