Letzte Chance für DAB+: Nordrhein-Westfalen fragt Bedarf für Digitalradio ab

Totgesagte leben länger: Schon vor fünf Jahren sollten die UKW-Radiowellen abgeschaltet und auf den Digitalstandard DAB oder DAB+ umgestellt werden. Inzwischen steht jedoch das Digitalradio unter Druck.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Senderwahl
Senderwahl (Bild: Media Broadcast)

Für den digitalen Radiostandard DAB+ läuft in Nordrhein-Westfalen die Schonfrist ab. Die nordrhein-westfälische Landesmedienanstalt (LfM) hat einen Aufruf gestartet, um zu ermitteln, ob noch Bedarf an DAB+ besteht. Dieses hätte eigentlich längst den UKW-Funk ablösen sollen. Bislang war die Nachfrage gering: An einem DAB+-Pilotprojekt für den privaten Rundfunk nimmt in NRW nur das Kölner Domradio teil.

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"Die Bedarfsabfrage ist ein Aufruf an alle, nicht nur an die Platzhirsche", sagte LfM-Direktor Jürgen Brautmeier. Zugleich sei es vermutlich die letzte Chance für DAB+ in NRW: "Wenn das Ergebnis ist: Es kommt wieder nichts, müssen wir auch keine weiteren Versuche unternehmen, das künstlich nach vorne zu bringen. Wir hätten dann alles getan."

Bleibe der Bedarf gering, werde man nach dem Auslaufen des Pilotprojekts am Jahresende "einen Schnitt machen" und die Sendekapazitäten zurückgeben.

Keine Gründe, sich neue Geräte anzuschaffen

Obwohl DAB+ mehr Programme, bessere Klangqualität als UKW, zeitversetztes Hören und Zusatzdienste verspreche, werde der Standard nicht angenommen. Der erhoffte Durchbruch blieb bislang aus. "Der entscheidende Fehler bei der Ersteinführung war, erst einmal alle zu versorgen, die schon da waren", sagte Brautmeier. "Man hat zu wenig darauf geachtet, dass Neues hinzukommt. Der Radiohörer hatte damit keine Gründe, sich neue Geräte zu kaufen."

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Über einen sogenannten Multiplex öffnen die Medienwächter des Privatfunks nun ein Einfallstor in den als Duopol abgeschotteten Radiomarkt Nordrhein-Westfalens: "Es ist die Chance, als privater Radioanbieter in NRW Fuß zu fassen." Auch von außerhalb könnten sich Anbieter für einen der 15 Sendeplätze bewerben. Programmanbieter haben bis zum 24. September Zeit, ihr Interesse zu bekunden.

DAB-Markt ist von geringer Relevanz

Ziel sei nach wie vor, eines Tages UKW abzuschalten. "Nur der Hörfunk ist noch analog, seit zig Jahren versuchen wir, ihn über DAB zu digitalisieren." Der DAB-Markt ist allerdings von geringer Relevanz: Den bundesweit bis zu 300 Millionen UKW-Empfängern stehen lediglich geschätzte 3 bis 4 Millionen DAB-Geräte gegenüber.

Experten vermuten, die Entwicklung könnte DAB+ überspringen und UKW könnte eines Tages vom Internetradio abgelöst werden. "Angesichts der Kapazitätssprünge, die das Internet gemacht hat, finden Nischenprogramme inzwischen ihren Weg über das Netz", bestätigte Brautmeier. "Große Massenprogramme sind aber technisch immer noch ein Problem für das Internet. Außerdem hat im ländlichen Raum noch längst nicht jeder einen Breitband-Anschluss."

Der Radioempfang über UKW (Ultrakurzwelle) sollte ursprünglich bereits 2010 beendet sein. Nach massiven Widerständen strich der Gesetzgeber diesen Termin jedoch.

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ambee 27. Aug 2015

In Deutschland wird seit 2011/12 kein DAB, sondern nur noch DAB+ ausgestrahlt.

cbuchner1 25. Aug 2015

die verfügbare Verkehrsinformations-Bandbreite gegenüber TMC (welches über UKW läuft) ist...

zilti 24. Aug 2015

Hast du dir schon mal die Frequenzenaufteilung angeschaut? Der Äther ist vollgestopft mit...

mac4ever 24. Aug 2015

...kaufte ich mir einen richtig guten DAB-Receiver, da ich keine SAT-Schüssel wollte und...



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