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Let's Player: Gronkh und die Werbung für das Böse

Sind Youtuber Journalisten oder Blogger und sollten deshalb möglichst unabhängig sein - oder Stars der Spieleszene, die ohne Interessenkonflikt auch für Games Werbung machen können? Die Frage stellt sich derzeit bei The Evil Within und Mittelerde Mordors Schatten.

Artikel veröffentlicht am ,
Gronkh im Werbespot für The Evil Within
Gronkh im Werbespot für The Evil Within (Bild: Golem.de)

"...doch das Böse ergreift Besitz": Das ist der Hauptgag in einem Fernsehspot, in dem die Youtuber Gronkh, Sarazar und Sgt. Rumpel für das Horrorspiel The Evil Within von Bethesda werben - mutmaßlich gegen Bezahlung. Die Reklame ist seit kurzem unter anderem in den Pausen der Fernsehshow TV Total zu sehen. Sie wirft ein grundsätzliches Problem auf: Gelten für Let's Player die gleichen Regeln wie für Journalisten und Blogger, die in ihrer Berichterstattung unabhängig sein müssen - oder die wie Blogger bezahlte Beiträge zumindest kennzeichnen müssen?

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Mitte August 2014, kurz nach der Gamescom, hatte Gronkh mehrere Let's-Play-Videos über The Evil Within erstellt. Hinweise auf einen damals möglicherweise schon bestehenden Werbevertrag oder einen Vorvertrag enthalten die Videos nicht. Ob Werbung damals schon ein Thema war, ist nicht bekannt. Auf eine kurzfristige Anfrage von Golem.de hat Gronkh bislang nicht geantwortet. Die Videos tauchen auch jetzt noch weit oben auf der Liste mit Suchergebnissen auf, wenn man die üblichen Schlüsselwörter eingibt. Sie machen Lust auf das Spiel - Gronkh erwähnt etwa im ersten ziemlich früh, dass das Spiel auf der Gamescom mehrere Preise gewonnen habe.

Einziges Kriterium: Spaß?

Kurz zuvor hatte der Let's Player im Gespräch mit Golem.de gesagt, er habe nie Geld für die Auswahl von Spielen angenommen und alle Angebote dieser Art abgelehnt. Sein einziges Kriterium sei, dass ihm das Spiel tatsächlich Spaß mache. Er sei dafür, dass Videos, bei denen die Auswahl der Games gegen Geld erfolgt sei, klar gekennzeichnet würden. Gronkh, der mit bürgerlichem Namen Erik Range heißt, ist mit derzeit 3,24 Millionen Abonnenten auf Youtube der mit Abstand erfolgreichste deutsche Let's Player.

Range gilt in der Branche eigentlich als einer der authentischsten Let's Player. Anders als einige seiner "Kollegen" soll er nicht anfällig für die Verführungen durch die Spielebranche sein, in Foren und sozialen Medien distanziert er sich von den Einflüsterungen der PR-Profis. Trotzdem hat er wie seine Kollegen das Problem, dass sein Status nicht endgültig geklärt ist: Sind Let's Player eher Journalisten - oder machen sie Entertainment, bei dem jeder Zuschauer davon ausgeht, dass das Ganze nur irgendwie Spaß machen soll?

Selbst dann wäre es eine gute Idee, alles zu tun, um den Verdacht der Schleichwerbung erst gar nicht aufkommen zu lassen, wie unter anderem der Fall von Y-Titty im Frühjahr 2014 gezeigt hat.

Angesichts der Marktmacht und der enormen Reichweite der Let's Player wäre es an der Zeit, dass sie - ähnlich wie einige Blogger - einen Kodex erstellten, in dem sie die Spielregeln beschreiben, nach denen sie arbeiten. "Kooperationen mit der Wirtschaft, PR-Maßnahmen und Werbung sind probate Mittel, um mit Reiseblogs Geld zu verdienen", erklären etwa die Reiseblogger - eine der Blogger-Communitys, die sich selbst auf Regeln einigen konnten.

Sie verpflichten sich auch dazu, dass ihre "journalistische Freiheit von jeder Kooperation unangetastet" bleibe und dass "Inhalte, die durch eine Unterstützung/Einladung zustande gekommen sind, deutlich" zu kennzeichnen seien. Das wären immerhin Mindeststandards - für Journalisten gelten im Pressekodex deutlich weitergehende Regelungen.

Spieler zum Kauf anregen

Diskussionen um Youtuber und ihre Zusammenarbeit mit der Spieleindustrie gibt es derzeit auch in den USA. Dort soll die PR-Agentur, die im Auftrag von Warner Bros. Interactive Entertainment für die Vermarktung von Mittelerde: Mordors Schatten zuständig war, die Let's Player nur unter bestimmten Bedingungen vorab mit Mustern versorgt haben, wie The Escapist berichtet. Die Let's Player hätten zustimmen müssen, ihre Zuschauer zum Kauf des Spiels anzuregen, grundsätzlich positiv zu kommentieren und keine Fehler oder Bugs zu zeigen.

Die fertigen Videos mussten der PR-Agentur demnach mindestens 48 Stunden vor Veröffentlichung zur Freigabe vorgelegt werden. Klassische Redaktionen müssen solchen Bedingungen nicht zustimmen - Golem.de etwa unterschreibt zwar regelmäßig sogenannte Non Disclosure Agreements. Darin wird aber nur der Termin geregelt, ab dem etwa ein Test erscheinen kann, außerdem gibt es gelegentlich die Vorgabe, beispielsweise keine Details über das Ende der Geschichte oder überraschende Wendungen der Story zu verraten. Vorgaben zu den Inhalten, dem Umfang oder die Tonalität der Berichterstattung gibt es nicht.

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Elgareth 14. Okt 2014

Gronkh Let's Play: Grim Tales, das Vermächtnis Enough said. Und ja, ich habs komplett...

Anonymer Nutzer 14. Okt 2014

Ja und recht hat TB... das sind doch keine Options-Menue's die wir bekommen! und wieso...

Elgareth 14. Okt 2014

Ich empfehle die Grim Tales Let's Plays von Gronkh :-)

ThadMiller 14. Okt 2014

Dein Beitrag ist der Letzte den ich zu diesem Thema gelesen habe. Ich denke da gibt's...

ThadMiller 14. Okt 2014

Was du schreibst ergibt keinen Sinn.


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