Let's Player: "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"

Gronkh und eine Handvoll anderer Let's Player gelten bei vielen Spielern als Stars. Aber längst nicht alle Youtuber sind so authentisch, wie sie sich geben - einige lassen sich für das Kommentieren von Gameplay-Szenen von Publishern bezahlen. Golem.de hat sich in der deutschen Szene umgehört.

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Let's Player in einem Video der Gamescom 2013
Let's Player in einem Video der Gamescom 2013 (Bild: Koelnmesse / Gamescom)

Brummige Stimme, Zauselbart und immer einen flapsigen Spruch auf den Lippen: Mit diesem Auftreten hat sich Erik Range innerhalb von ein paar Jahren ein Millionenpublikum erspielt. Range ist der unbestrittene Star der deutschen Let's-Player-Szene - Spieler kennen ihn unter dem Namen Gronkh. Er tritt immer wieder im Fernsehen auf, sein Konterfei wirbt auf Plakaten für die Gamescom. Vor allem aber hat sein Youtube-Kanal mittlerweile über drei Millionen Abonnenten - eine Wahnsinnszahl.

Inhalt:
  1. Let's Player: "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"
  2. Let's Player und die Mauer des Schweigens

Mit der kann zwar keiner seiner Kollegen mithalten, aber auch viele andere sind mit ihrem Video-Channel erfolgreich: Rund 1,4 Millionen Abonnenten hat Gronkh-Kumpel Sarazar. Pietsmiet kommt auf 1,6 Millionen, Commander Krieger auf knapp 700.000 Abonnenten. Allein diese Zahlen zeigen, welche Bedeutung den Let's Playern in der deutschen Spieleszene inzwischen zukommt - und welche Marktmacht. Nur mal zum Vergleich: Das größte gedruckte Spielemagazin, die Computer Bild Spiele, hat zuletzt eine verbreitete Auflage von gerade mal 111.172 Stück gemeldet.

Luxus für die Stars

Das weckt Neid - auch bei dem ein oder anderen Print- oder Onlinejournalisten aus dem Spielebereich. Unter der Hand sind Geschichten zu hören über Let's-Play-Macher, die bei Veranstaltungen nur in den teuersten Luxushotels absteigen und sich auf Branchenpartys im VIP-Bereich hofieren lassen. Let's Player hat aber noch andere Auswirkungen: Auch in Deutschland kommt es offenbar immer wieder vor, dass Publisher oder Entwickler sich die Gunst der Szene kaufen: "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird", sagte einer der bekannteren Let's Player Golem.de.

Nach seinen Angaben laufe das so ab, dass "der Publisher oder die Marketingfirma" ihn ganz unkompliziert anschrieben und fragten, ob Interesse bestehe. Eine kurze Liste mit einigen betroffenen Spielen aus allen Genres und von bekannten Herstellern liegt Golem.de vor. Die so entstandenen Videos sind nicht mit den eigentlich nötigen Hinweisen wie "Anzeige", "Product Placement" oder "Sponsored" gekennzeichnet, wie sie laut dem Telemediengesetz spätestens bei größeren Beträgen nötig sind.

Bezahlte Let's Player in den USA

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Um es an dieser Stelle klar zu sagen: Bei dem zitierten Youtuber handelt es sich nicht um Erik "Gronkh" Range oder um einen der Let's Player, die bei seiner Firma Play Massive unter Vertrag stehen. Gronkh hat Golem.de gesagt, er habe nie Geld für die Auswahl angenommen und alle Angebote dieser Art abgelehnt. Sein einziges Kriterium sei, dass ihm das Spiel tatsächlich Spaß mache. Er sei dafür, dass Videos, bei denen die Auswahl der Games gegen Geld erfolgt ist, klar gekennzeichnet werden.

Das ist weltweit noch nicht selbstverständlich in der Branche. Eine Untersuchung des US-Magazins Gamasutra.com hat gezeigt, dass sich in den USA 21 Prozent der Let's Player mit mehr als 5.000 Abonnenten für die Auswahl bestimmter Spiele bezahlen lassen. Viele machen das in ihren Videos nicht kenntlich, was rechtlich aber auch in den USA nötig ist.

Wie groß der Einfluss der Publisher auf die Inhalte und Kommentare der Youtuber hierzulande tatsächlich ist, ist unklar. Im Let's-Play-Bereich ist aber im Grunde die Auswahl der Spiele schon entscheidend. Es macht einen Unterschied für die Verkaufszahlen, ob eine Branchengröße das packende Indiegame vorstellt, das sie privat am liebsten spielt, oder den eigentlich eher langweiligen Multi-Millionen-Euro-Titel. Zumal viele Let's-Play-Videos im Vergleich zu den Tests in klassischen Medien grundsätzlich eher wohlwollend und kritische Töne eher die Ausnahme sind.

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Let's Player und die Mauer des Schweigens 
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Feuerfred 28. Jul 2014

Vielleicht sollte man das Gelesene auch mal richtig verarbieten. Er meint nämlich nicht...

N.G. 24. Jul 2014

Ich bin in den letzten Tagen auf ein Mädchen aufmerksam geworden. Bin beim stöbern nach...

Moe479 22. Jul 2014

nein, es sind letzendlich kleine erwachse, behandle sie auch so und es bleiben zumindest...

Garius 22. Jul 2014

Ja. Wenn ein Spiel ein oder zwei solcher Elemente implementiert hat, hab ich ja auch gar...

Chl3B 22. Jul 2014

Sucht ihr vielleicht den "gamejockey" :)


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