Abo
  • Services:
Anzeige
Let's Player in einem Video der Gamescom 2013
Let's Player in einem Video der Gamescom 2013 (Bild: Koelnmesse / Gamescom)

Let's Player und die Mauer des Schweigens

Anzeige

So deutliche Worte findet nicht jeder in der Branche. Im Laufe unserer Recherchen haben wir andere bekannte und unbekannte Youtuber, aber auch große und kleine Publisher kontaktiert. Auffallend viele schwiegen: Statt die Chance zu nutzen, sich und ihre Arbeit transparent in der Öffentlichkeit darzustellen, will sich niemand so recht äußern.

Einer der mutmaßlichen Gründe: Obwohl zumindest seriöse Let's Player letztlich kaum anderes als Journalisten sind, die in einem neuen Format arbeiten, gehen die Publisher derzeit meist noch anders mit ihnen um. Während klassische Redaktionen - auch Golem.de - im Kontakt mit den PR-Managern stehen, aber keinerlei Verbindung zu den Marketing- und Werbeverantwortlichen haben, fließen Informationen bei vielen mittleren und kleinen Let's-Playern anders.

Viele sind Privatpersonen, die sowohl die redaktionelle Arbeit erledigen als auch für das Business zuständig sind. Das gilt insbesondere für Amateure, deren Videos oft nur ein paar Dutzend oder ein paar hundert Mal abgerufen werden. Im Grunde handelt es sich bei diesem Personenkreis um eine eigene Szene, die inzwischen fast nichts mehr mit den Branchenpromis zu tun hat - und auch wenig mit den großen und bekannten Blockbustern.

Wer sich in den entsprechenden Kanälen auf Youtube umsieht, findet übrigens erstaunlich viele Personen, die offensichtlich vor allem am schnellen Geldverdienen interessiert sind. Fans, die einfach nur über ihr Lieblingsspiel im Video reden wollen, sind zumindest nach unserem Eindruck in der Minderheit.

Geschäfte mit der kleinen Browsergame-Insel

Statt um spannende Indiegames oder um spektakuläre Actiontitel geht es deshalb sehr oft um Free-to-Play-Spiele oder um Browsergames. Ein Beispiel dafür ist Tiny Island des Hamburger Entwicklerstudios Playa Games. "Unsere Spiele werden über Advertising-Netzwerke vermarktet. Dazu gehört, dass Youtuber gefragt werden, ob sie über unsere Spiele berichten möchten", sagt Marketingchef Thorsten Rohmann. Für die Videos bekommen die Youtuber eine "Aufwandsentschädigung" - um welche Beträge es geht, verrät Rohmann uns nicht. Er sagt, damit seien "keine inhaltlichen Auflagen verbunden und auf die redaktionelle Darstellung des Spiels nehmen wir keinen Einfluss".

Ein Sprecher von Playa Games sagt im Gespräch mit Golem.de, dass das Unternehmen im Grunde nichts gegen die Kennzeichnung der Youtube-Videos als Werbung habe. Aber dafür sei die Agentur zuständig, die den direkten Kontakt zu den Let's Playern hält.

Diese Vermittlungsagenturen spielen eine wichtige Rolle in der Szene, allerdings vor allem bei der Masse an kleineren Youtubern - die Stars der Branche arbeiten inzwischen meist direkt mit den Spieleherstellern. Auch große Firmen greifen inzwischen auf halbautomatisiert ablaufende und abgerechnete Deals zurück. Electronic Arts etwa hat ein Programm namens Ronku, über das unter anderem Let's-Play-Videos für Battlefield 4 generiert wurden.

Electronic Arts und Microsoft

Wer daran teilnimmt, erhält für 1000 Videoabrufe auf seinem Kanal rund 10 US-Dollar; die Maximalsumme ist allerdings begrenzt. Auch Microsoft hatte für die Vermarktung seiner Xbox One zu einem ähnlichen Verfahren gegriffen. Beide Firmen achten inzwischen zumindest offiziell darauf, dass die Teilnehmer ihre Filme als bezahlt kennzeichnen.

Derlei Transparenz ist vielleicht das wichtigste Ziel der Szene, die ihren guten Ruf verteidigen muss. Langfristig sollten für die Let's Player die gleichen Regeln gelten wie für klassische Medien, bei denen es grundsätzlich die strikte Trennung von Redaktion und Anzeigengeschäft gibt.

 Let's Player: "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"

eye home zur Startseite
Feuerfred 28. Jul 2014

Vielleicht sollte man das Gelesene auch mal richtig verarbieten. Er meint nämlich nicht...

N.G. 24. Jul 2014

Ich bin in den letzten Tagen auf ein Mädchen aufmerksam geworden. Bin beim stöbern nach...

Moe479 22. Jul 2014

nein, es sind letzendlich kleine erwachse, behandle sie auch so und es bleiben zumindest...

Garius 22. Jul 2014

Ja. Wenn ein Spiel ein oder zwei solcher Elemente implementiert hat, hab ich ja auch gar...

Chl3B 22. Jul 2014

Sucht ihr vielleicht den "gamejockey" :)



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Hays AG, München
  2. Birkenstock GmbH & Co. KG Services, Neustadt (Wied)
  3. netzeffekt GmbH, München
  4. Home Shopping Europe GmbH, Ismaning Raum München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 89,90€ + 3,99€ Versand (Vergleichspreis ca. 140€)
  2. täglich neue Deals

Folgen Sie uns
       


  1. Staingate

    Austauschprogramm für fleckige Macbooks wird verlängert

  2. Digitale Infrastruktur

    Ralph Dommermuth kritisiert deutsche Netzpolitik

  3. Elektroauto

    VW will weitere Milliarden in Elektromobilität investieren

  4. Elektroauto

    Walmart will den Tesla-Truck

  5. Die Woche im Video

    Ausgefuchst, abgezockt und abgefahren

  6. Siri-Lautsprecher

    Apple versemmelt den Homepod-Start

  7. Open Routing

    Facebook gibt interne Plattform für Backbone-Routing frei

  8. Übernahme

    Vivendi lässt Ubisoft ein halbes Jahr in Ruhe

  9. Boston Dynamics

    Humanoider Roboter Atlas macht Salto rückwärts

  10. Projekthoster

    Github zeigt Sicherheitswarnungen für Projektabhängigkeiten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows 10 Version 1709 im Kurztest: Ein bisschen Kontaktpflege
Windows 10 Version 1709 im Kurztest
Ein bisschen Kontaktpflege
  1. Windows 10 Microsoft stellt Sicherheitsrichtlinien für Windows-PCs auf
  2. Fall Creators Update Microsoft will neues Windows 10 schneller verteilen
  3. Windows 10 Microsoft verteilt Fall Creators Update

Orbital Sciences: Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
Orbital Sciences
Vom Aufstieg und Niedergang eines Raketenbauers
  1. Astronomie Erster interstellarer Komet entdeckt
  2. Jaxa Japanische Forscher finden riesige Höhle im Mond
  3. Nasa und Roskosmos Gemeinsam stolpern sie zum Mond

Ideenzug: Der Nahverkehr soll cool werden
Ideenzug
Der Nahverkehr soll cool werden
  1. 3D-Printing Neues Druckverfahren sorgt für bruchfesteren Stahl
  2. Autonomes Fahren Bahn startet selbstfahrende Buslinie in Bayern
  3. High Speed Rail Chinas Züge fahren bald wieder mit 350 km/h

  1. Re: Ladeleistung

    m9898 | 02:01

  2. Re: Pro Gerät soll der Austausch maximal zweimal...

    peter0815 | 01:58

  3. Re: Ich war auch betroffen...

    ML82 | 01:50

  4. Re: Vorsicht !

    Thunderbird1400 | 01:32

  5. Re: VW am ehesten zuzutrauen

    stiGGG | 01:27


  1. 17:14

  2. 13:36

  3. 12:22

  4. 10:48

  5. 09:02

  6. 19:05

  7. 17:08

  8. 16:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel