Let's Play: Machinima muss bezahlte Youtube-Videos kennzeichnen

30.000 US-Dollar für 730.000 abgerufene Videos hat ein Youtuber für einen positiven Beitrag über die Xbox One bekommen. Das Problem: Der Beitrag war nicht als Werbung gekennzeichnet, so das US-Verbraucherschutzministerium. Der Vorfall könnte einer alten Diskussion neuen Schwung verleihen.

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Youtube
Youtube (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty)

Die Federal Trade Commission (FTC), also das für Verbraucherschutz zuständige US-Ministerium, hat einen Abschlussbericht über einen bereits etwas älteren Fall rund um die Youtuber- und Let's-Play-Szene veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass der Vermarkter Machinima in den Jahren 2013 und 2014 dafür gesorgt hat, dass von ihm vertretene Youtuber bis zu 30.000 US-Dollar für positive Beiträge über die Xbox One erhalten haben. Auftraggeber der Kampagne war ein zu Microsoft gehörendes Vermarktungsunternehmen namens Starcom.

Das Hauptproblem: Die Videos waren nicht als Werbung gekennzeichnet. Stattdessen hätten sie den Eindruck erweckt, dass der Youtuber seine persönliche Meinung über die Konsole und Spiele äußere, so die FTC. Ab sofort müsse Machinima sicherstellen, dass seine Youtuber künftig gekaufte Beiträge als Werbung kennzeichnen. Wer das nicht tue, dürfe nicht mehr bezahlt werden. Machinima müsse 90 Tage nach dem Start einer Kampagne überprüfen, ob die Kennzeichnung als Werbung immer noch eingeblendet wird.

Viel Geld im Spiel

Den Verbraucherschützern zufolge gab es zwei Phasen bei der Vermarktung der Xbox One, in denen gegen das Kennzeichnungsgebot verstoßen wurde. Die erste Phase lag vor der Veröffentlichung der Konsole Ende 2013. Dort nennt die FTC zwei Fälle: Einmal habe ein nicht genannter Youtuber rund 30.000 US-Dollar für ein Video mit 730.000 Abrufen erhalten, im anderen seien für rund 250.000 Abrufe 15.000 US-Dollar bezahlt worden. In einer zweiten Phase habe eine größere Gruppe von Youtubern einen US-Dollar pro 1.000 Abrufe erhalten - maximal 25.000 US-Dollar.

Auch Microsoft und Starcom haben von der Federal Trade Commission einen Brief mit der Aufforderung erhalten, sich künftig an die Regeln zu halten. Den Unternehmen sei aber zugutezuhalten, dass sie Machinima zu Transparenz gedrängt hätten, nachdem es Anfang 2014 erste Hinweise auf die bezahlten Beiträge gegeben hatte.

Der Bericht der US-Behörde könnte die Diskussionen rund um Schleichwerbung in Youtube- und Let's-Play-Videos neu entfachen. Auch in Deutschland müssen bezahlte Beiträge eigentlich als Werbung gekennzeichnet werden, tatsächlich kontrolliert wird dies aber momentan nicht.

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