Leslie Lamport: Turing-Award für LaTeX-Erfinder

Der Mathematiker Leslie Lamport wird mit dem Turing-Award 2013 ausgezeichnet. Der inzwischen für Microsoft tätige Wissenschaftler erfand nicht nur das Textsatzsystem LaTeX, sondern erforschte auch viele Grundlagen für Vernetzung von Rechnern und die Kryptographie.

Artikel veröffentlicht am ,
Turing-Preisträger Leslie Lamport
Turing-Preisträger Leslie Lamport (Bild: Leslie Lamport)

Im Alter von 73 Jahren erhält Leslie Lamport mit dem Turing-Award die höchste Auszeichnung der Computerwissenschaften. Die seit 1962 vergebene Auszeichnung gilt in der IT als dem Nobelpreis ebenbürtige Ehrung. Lamport erhält den Preis nicht für sein bekanntestes Projekt, das durch Makros vereinfachte Textsatzsystem LaTeX, das auf Tex basiert - daher stammt auch der Name des vor allem bei Wissenschaftlern für Formeln beliebten Programms: Lamports Tex. Vielmehr zeigt sich am Beispiel von LaTeX, was schon seit den 1960er Jahren der Schwerpunkt des Doktors der Mathematik ist: die Beschreibung von komplexen Problemen mittels mathematischer Formeln. Dafür leistete Lamport, der seit 2001 für Microsoft Research arbeitet, viel Grundlagenarbeit.

Stellenmarkt
  1. Solution Architect Shopfloor Management (m/w/d)
    DRÄXLMAIER Group, München
  2. Junior Programmierer (m/w/d) Testsysteme Automotive
    DRÄXLMAIER Group, Vilsbiburg bei Landshut
Detailsuche

Bereits 1976 wurde seine Arbeit "Time, Clocks and the Ordering of Events in a Distributed System" (PDF) veröffentlicht, die für viele Protokolle vor allem bei vernetzten Rechnern die Basis darstellt. Lamport beschreibt darin die Synchronisation mehrerer Zeitgeber (clocks) und schlägt Zeitstempel dafür vor. Dieses Konzept wurde vielfach aufgegriffen. Lamport bezeichnet das Papier auf einer Übersichtsseite seiner Arbeiten als das am meisten zitierte, Google gibt ihm mit über 180.000 Fundstellen dabei recht. Später entwickelte Lamport daraus die Temporale Logik der Aktionen, (TLA) zu deren Umsetzung er auch eine Reihe von Open-Source-Tools veröffentlicht hat.

Auch der theoretischen Informatik und der Kryptographie widmete sich der Forscher. So schlug er 1982 einen Algorithmus für die Lösung des Byzantinischen Fehlers vor, der sich in Mehrprozessorsystemen umsetzen ließ. Zu diesem Problem, das die Integrität von Nachrichten beschreibt, hatte Lamport bereits seit dem Ende der 1970er Jahre mehrere Arbeiten veröffentlicht.

Ebenfalls 1979 schlug der Ausgezeichnete die erste digitale Signatur vor, aus der später das Lamport-Diffie-Verfahren hervorging. In seinen eigenen Kommentaren zu seinen Veröffentlichungen beschreibt Lamport, dass die Idee dazu eine der klassischen Silicon-Valley-Legenden darstellt: Sie entstand in einem Café in Berkeley, als der später als Vorreiter der Public-Key-Verschlüsselung gefeierte Whitfiled Diffie ihm erzählte, dass er nach einer Lösung für die digitale Signierung eines Dokuments suche. Ebenso klassisch ist die verpasste Chance, denn die Arbeit zur ersten digitalen Signatur reichte er nie zur Veröffentlichung in einem Fachmedium ein. Nach seiner damaligen Meinung - die Lamport heute als "möglicherweise falsch" bezeichnet - gab es bereits besser geeignete Algorithmen.

Golem Akademie
  1. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    21.–25. Februar 2022, Virtuell
  2. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Turing-Award 2013 wird an Leslie Lamport am 21. Juni 2014 in San Francisco übergeben. Das Preisgeld beträgt 250.000 US-Dollar, dieser Betrag wird seit 2007 von den Firmen Google und Intel gestiftet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Framework Laptop im Hardware-Test
Schrauber aller Länder, vereinigt euch!

Der modulare Framework Laptop ist ein wahrgewordener Basteltraum. Und unsere Begeisterung für das, was damit alles möglich ist, lässt sich nur schwer bändigen.
Ein Test von Oliver Nickel und Sebastian Grüner

Framework Laptop im Hardware-Test: Schrauber aller Länder, vereinigt euch!
Artikel
  1. Neues deutsches Mobilfunknetz: 1&1 Mobilfunk hat noch immer keine Antenne installiert
    Neues deutsches Mobilfunknetz
    1&1 Mobilfunk hat noch immer keine Antenne installiert

    Nach neuesten Angaben von 1&1 Mobilfunk soll sich die Ausbaugeschwindigkeit beschleunigen: von null auf mindestens 1.000 in diesem Jahr.

  2. Hauptuntersuchung: Tesla Model S beim TÜV nur knapp vor Verbrennern von Dacia
    Hauptuntersuchung
    Tesla Model S beim TÜV nur knapp vor Verbrennern von Dacia

    Bei den TÜV-Prüfungen schneidet das Model S nicht viel besser ab als sehr günstige Verbrenner. Andere E-Autos sind da besser.

  3. Japan: Sega steigt aus Spielhallen-Geschäft aus
    Japan
    Sega steigt aus Spielhallen-Geschäft aus

    Nach über 55 Jahren wird Sega sich aus dem Arcade-Geschäft zurückziehen. Wegen der Coronapandemie hatte das Geschäft stark gelitten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 12GB 1.499€ • iPhone 13 Pro 512GB 1.349€ • DXRacer Gaming-Stuhl 159€ • LG OLED 55 Zoll 1.149€ • PS5 Digital mit o2-Vertrag bestellbar • Prime-Filme für je 0,99€ leihen • One Plus Nord 2 335€ • Intel i7 3,6Ghz 399€ • Alternate: u.a. Sennheiser Gaming-Headset 169,90€ [Werbung]
    •  /