''Diese Nonsens-Debatte macht mich sprach- und fassungslos''
➤ Die Entscheidung zum eigenen Arbeitsumfang sollte jede Person selbst treffen dürfen, unabhängig von den persönlichen Gründen. Positive Anreize können gerne geschaffen werden, wie eine geringere Steuerlast auf die oberen Prozent der Arbeitszeit oder Ähnliches. CDU/CSU sprechen gerne davon, dass andere Parteien "Verbotsparteien" seien, dabei sind sie ironischerweise selbst diejenigen, die den Menschen Dinge vorschreiben beziehungsweise verbieten.
Für Menschen in gut bezahlten Jobs würde sich trotz veränderter Gesetzeslage nichts ändern, denn die Reduzierung der Arbeitszeit ist dann wieder reine Verhandlungssache. Arbeitgebende werden also eher keiner gut ausgebildeten Fachkraft den Job mit "nur" 80 Prozent verweigern, nur um dann ganz ohne dazustehen.
Problematisch wird es, aus meiner Sicht, dann wieder mal für "eher prekäre" Arbeitsverhältnisse, wo Arbeitsbedingungen sowieso oft schon schlechter sind. Weiterbildung, Abendschule etc. werden somit gerade für diese Menschen schwieriger. Das wird den Zulauf zu den gesichert rechtsextremen Parteien nicht stoppen – im Gegenteil. Mal wieder eine absolut unnötige Diskussion, die sicher nicht dazu führen wird, den Wohlstand in Deutschland zu sichern.
Diese Nonsens-Debatte macht mich mehr und mehr sprach- und fassungslos. Die wirklich wichtigen Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz und Europas Stellung in der veränderten Weltlage rücken dadurch mal wieder in den Hintergrund.
➤ Das Recht auf Teilzeit ist notwendig. Eine transparente Begründung mit allen Konsequenzen geht den Arbeitgeber gar nichts an. Der Arbeitgeber darf ja Gründe wegen Arbeitsplanung dagegen aufbringen, aber die Einschränkung der CDU geht zu weit.
➤ Halte ich für sinnvoll. Allerdings finde ich auch die berücksichtigten Ausnahmen gut.
➤ (...) Wenn sich Vollzeit lohnen würde (Wohneigentum für Normalverdiener oder Ähnliches), dann gäb's auch weniger Teilzeit.
➤ Ich bin vor einiger Zeit in Teilzeit gegangen, weil die Arbeitsbelastung mich kurz vor den Burn-out gebracht hat. Für mich war die Entscheidung damals, die Arbeitszeit zu reduzieren, oder komplett hinzuschmeißen. Seit ich die Arbeitszeit angepasst habe, habe ich wieder Spaß am Job.
Die freie Zeit nutze ich häufig für eigene kleinere Projekte, wodurch ich auch schon einiges gelernt habe, was mir im Job weiterhilft. Entsprechend halte ich von der Einschränkung nicht viel, auch wenn ich selbst mittlerweile plane, wieder in Vollzeit zu gehen. Der Vorschlag ist für mich symptomatisch für eine Regierung, die keinen Plan hat, wie sie das Land voranbringen kann, keine Vision für die Zukunft kennt und deshalb nur mit Druck, Zwang und Schikane arbeitet, anstatt ein Ziel auszugeben, für das es sich zu arbeiten lohnt.
Gerechtere Verteilung von Arbeit
➤ Es geht nicht darum, dass Menschen, die arbeiten, noch mehr arbeiten, sondern es sollte um die gerechtere Verteilung von Arbeit gehen. Es gibt viele Menschen, die gar nicht arbeiten. Daran sollte man etwas ändern.
➤ Das Recht kann man durchaus abschaffen, wenn es betrieblich nicht klappt mit Teilzeit, dann sollte man sich halt etwas anderes suchen.
➤ Wieder mehr Bürokratie, wenn die Teilzeit-Anträge zusätzlich geprüft werden müssen und bei Ablehnung jemand den Klageweg nutzt.



