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Lernstrategien: Minecraft zeigt, wie Lernerfolg maximiert werden kann

Ein Experiment auf Grundlage von Minecraft verknüpft soziales und individuellem Lernen. Spiel- und Blickdaten zeigen erfolgreiche Strategien auf.
/ Mario Petzold
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Die einfache Umgebung und das Spielprinzip von Minecraft eignen sich sehr gut für soziale Experimente. (Bild: MPI für Bildungsforschung)
Die einfache Umgebung und das Spielprinzip von Minecraft eignen sich sehr gut für soziale Experimente. Bild: MPI für Bildungsforschung

Eine in dieser Form erstmals durchgeführte Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung(öffnet im neuen Fenster) in Berlin hat Komponenten von sozialem und individuellem Lernen verknüpft. Dafür wurde eine Umgebung des bekannten Aufbauspiels Minecraft so gestaltet, dass sie einen idealen Experimentierraum für die Grundlagen menschlichen Lernens darstellte.

In einer modellierten Umgebung wurde das typische Schürfen für die Nahrungssuche genutzt. Man spielte allein oder als Vierergruppe. Die Nahrung war in vorbestimmten, benachbarten Feldern oder zufällig verteilt. Ein eigener oder fremder Fund war für die anderen Avatare auf dem Feld sichtbar, sofern man sie im Blick hatte.

Entsprechend konnte mit 128 Teilnehmern ermittelt werden, dass jene den größten Erfolg erzielten, die am besten die Strategien des sozialen und individuellem Lernens kombinierten. Es gewannen alle, die schnell genug erkannten, wie die Nahrung verteilt war und gleichzeitig die sichtbaren Erfolge der Mitspieler beobachteten und adaptierten.

Neue Herangehensweise

Für die Auswertung wurden die gut dokumentierten Bewegungen der Avatare analysiert. Zusätzlich wurden die Blickdaten der Augen der einzelnen Spieler auf dem Monitor erfasst, ob und wie genau sie das Verhalten der anderen erfassten und darauf reagierten.

Laut der Autoren der Studie, die in Nature Communications(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht wurde, handelte es sich um das erste Experiment dieser Art, in dem beide Theorien zu menschlichen Lernstrategien verknüpft wurden. Weil Spiel- und Blickdaten so erfasst wurden, dass sie unmittelbar kombiniert werden konnten, ließ sich zeigen, dass beim Lernen von anderen sowie beim Anpassen des eigenen Verhaltens die meiste Nahrung gefunden werden konnte.

Lernen durch Beobachten und anschließendes Übertragen auf die eigene Situation ist somit die Verbindung von sozialem und individuellem Lernen damit am besten geeignet. Die Erkenntnis ist deshalb wichtig, weil in früheren Experimenten stets beide Methoden einzeln untersucht wurden, statt sie zusammen zu studieren und die Kombination mit den separaten Strategien zu vergleichen. Das Design von Minecraft machte es möglich.

Spiele werden häufiger für Experimente herangezogen: Ein in Borderlands 3(öffnet im neuen Fenster) integriertes Minispiel diente der Entschlüsselung der Zusammensetzung des menschlichen Mikrobioms.


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