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Hongkong: Universität lässt Einstein als KI lehren

Eine Universität in Hongkong testet den Einsatz von KI -Dozenten, um echte Lehrkräfte zu entlasten. Auch ein virtueller Albert Einstein vermittelt dort sein Wissen .
/ Marc Stöckel
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Forscher haben ein KI-Abbild von Albert Einstein erstellt, um ihn lehren zu lassen. (Bild: Central Press/Getty Images)
Forscher haben ein KI-Abbild von Albert Einstein erstellt, um ihn lehren zu lassen. Bild: Central Press/Getty Images

An der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) läuft derzeit ein Forschungsprojekt, bei dem neben echten Lehrkräften auch sogenannte KI-Dozenten Wissen an Studenten vermitteln. Zum Einsatz kommen dabei digitale Lehrkräfte unterschiedlicher Nationalitäten, Berufe und kultureller Hintergründe. Ziel ist es, die Motivation und das Engagement der Studenten in ihrem Lernprozess zu verstärken.

Wie aus einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, werden die KI-Dozenten anhand bestehender Präsentationsfolien generiert. Anschließend werden Aussehen, Stimme und Gesten der digitalen Lehrkräfte angepasst.

Dabei bilden die Forscher unter anderem berühmte Persönlichkeiten aus dem akademischen Bereich nach - oder auf Wunsch auch Anime-Figuren. Neben bekannten KI-Tools wie Midjourney und ChatGPT kommen dabei auch ein vom Projektteam entwickelter 3D-Ganzkörpergenerator sowie die auf Gesichtsanimationen spezialisierten Tools Sadtalker und Emotalk zum Einsatz.

In der Ankündigung zu dem Projekt(öffnet im neuen Fenster) heißt es, durch den Einsatz von KI-Technologie sei sogar Albert Einstein gewissermaßen "wiederauferstanden" . Auch er ergänze das Team der KI-Dozenten. Die vielfältige Zusammensetzung dieses Teams könne den Unterricht bereichern, indem geografische und kulturelle Grenzen überwunden würden, heißt es dort außerdem.

Studenten lernen am liebsten von jungen Damen

Der Unterricht der KI-Dozenten findet über normale Displays oder VR-Headsets statt. Vollständig ersetzt werden die menschlichen Dozenten aber wohl vorerst nicht. Die KI-Lehrkräfte befreiten ihre menschlichen Kollegen lediglich von den "langweiligeren" Teilen ihrer Arbeit, erklärt Professor Pan Hui, Leiter des KI-Projekts der HKUST. Der Unterricht der KI werde mit jenem der echten Lehrkräfte gemischt.

Zu den beliebtesten KI-Dozenten zählen laut Hui bislang vor allem jene, die "jungen, hübschen Damen" nachempfunden sind. Bei Anime-Figuren fallen die Reaktionen der Studenten derweil gemischt aus. "Diejenigen, die es mochten, fanden es wirklich toll. Aber einige Studenten hatten das Gefühl, dass sie dem, was (der Dozent) sagte, nicht trauen konnten" , erklärte eine an dem Projekt beteiligte Doktorandin diesbezüglich.

Einschränkungen gibt es aber auch bezüglich der Interaktion der Studenten mit den KI-Lehrkräften. Letztere können wohl bisher noch keine Fragen beantworten. Obendrein ist es ebenso wie bei anderen KI-Tools möglich, dass schlichtweg falsche oder fragwürdige Informationen vermittelt werden. Dennoch glaubt Hui, dass KI-Lehrkräfte Menschen in puncto Vertrauenswürdigkeit in Zukunft übertreffen könnten.


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