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Vulkanier sind die besseren Menschen

Das vielleicht Faszinierendste an der vulkanischen Kultur ist, dass sie einst ein äußerst kriegerisches Volk waren. Durch eine jahrhundertelange Entwicklung lernten sie, ihren aggressiven Drang zu beherrschen. Und dennoch bricht dieser Drang in ihrem Leben immer wieder hervor, etwa beim Kahs-wan-Ritual, das jeder vulkanische Jugendliche durchlaufen muss. Die Mutprobe wird in der vulkanischen Wüste absolviert, ohne Nahrung und ohne Wasser. Später müssen sie sich dem Kolinahr-Ritual unterziehen, um sich endgültig aller Emotionen zu entledigen und sich der reinen Logik zu verschreiben.

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Der humanistisch geprägte Roddenberry und sein Star-Trek-Universum sahen stets in eine bessere Zukunft. Schon die erste Serie brach mit vielen damaligen Konventionen. Kapitän Kirk und Lieutenant Uhura brachten 1968 den ersten Kuss zwischen Schwarzen und Weißen auf den Fernsehbildschirm, zu einer Zeit, als Rassenunruhen die USA an den Rand eines Bürgerkriegs brachten. Eigentlich sollte Spock Uhura küssen, aber Kirk-Darsteller William Shatner bestand in seiner Rolle als Kapitän selbst darauf.

Der Blick in eine friedliche Zukunft

Die ersonnene vulkanische Kultur kann als idealisierte Alternative zu der menschlichen gesehen werden - der Atomkrieg drohte damals stets, die USA war im Vietnamkrieg verwickelt. Spock verkörperte die Sehnsucht nach Frieden. "Das Wohl vieler ist wichtiger als das Wohl weniger oder eines Einzelnen," sagte Spock später im Film Star Terk II: Der Zorn des Kahn, als er sich selbst opferte, um die Crew der Enterprise zu retten. Bezeichnenderweise nehmen die Vulkanier erst dann mit der Menschheit Kontakt auf, als sie nach einem verheerenden Atomkrieg den Warp-Antrieb entwickeln, also technisch so weit fortgeschritten waren, um selbst das Universum zu entdecken. Die Menschheit soll von den Vulkaniern lernen. Das soll im Jahr 2063 passieren.

Nimoy wurde sich der Rolle und seiner zunehmenden Popularität als Spock erst nach und nach bewusst. Und er haderte mit ihr. Roddenberry hatte die Losung ausgegeben, es dürfe in der Serie keine weiteren Vulkanier mehr geben, Spock sei zu einmalig und könne nicht ersetzt werden. In Star Trek: The Next Generation übernimmt der Androide Data den Part des kühlen Logikers. Erst nach Roddenberrys Tod 1991 tauchten Vulkanier wie Tuvok in Star Trek: Voyager oder T'Pol in Star Trek: Enterprise wieder in den Serien auf.

Nimoy wird Spock nicht los

Noch vor seiner Rückkehr auf die Leinwand mit den Star-Trek-Filmen schrieb Nimoy 1975 seine erste Autobiografie mit dem Titel "Ich bin nicht Spock" und versuchte sich mit Rollen wie der des Ehemanns von Golda Meir. Dafür erhielt er eine Emmy-Nominierung. Nachdem Star Trek abgesetzt wurde, spielte er in der Serie Kobra, übernehmen Sie (Mission: Impossible). 1978 spielte er noch die Rolle des Dr. David Kibner in dem Horrorstreifen Invasion of the Body Snatchers neben Donald Sutherland und Jeff Goldblum.

Dennoch kehrte er zu seiner Rolle als Spock zurück: Im zweiten Film Star Trek II: The Wrath of Khan wollte er aber nur dann mitspielen, wenn er bereits in den ersten Minuten einen grandiosen Tod sterben dürfte. Das Drehbuch gelangte jedoch vorab in Umlauf und erzürnte Fans derart, dass einige Mitglieder des Produktionsteams Morddrohungen erhielten. Deshalb wurde Spocks Tod ans Ende des Films verlegt.

Und wenn ich nicht Spock bin, wer bin ich dann?

Es half alles nichts. In Star Trek III: The Search for Spock wurde Spock wieder zum Leben erweckt. Dabei stand Nimoy als Regisseur auch hinter der Kamera. Selbst als J. J. Abrams 2009 die Star-Trek-Reihe wiederbelebte, spielte Nimoy als Einziger aus der Originalbesetzung wieder seine alte Rolle - gleich zweimal.

Da hatte er bereits eine weitere Autobiografie verfasst. Der Titel: Ich bin Spock.

"Aber warum fühlt es sich wohlig an, wenn ich Komplimente über Vulkanier höre oder lese? Auf dem Aufkleber am Wagen vor mir steht "Spock for President". Ich lächle voller Stolz. Ich bin nicht Spock. Aber: Wenn ich es nicht bin, wer dann? Und wenn ich nicht Spock bin, wer bin ich dann?"

Dif-tor heh smusma, live long and prosper, lebe lange und in Frieden, Mr. Spock.

 Leonard Nimoys Mr. Spock: Der außerirdische Nerd
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H-D-F 20. Jul 2015

Das ist das Beste, was ich bislang hier gesehen hab.... Mein Respekt.... Ich finde diese...

david_rieger 04. Mär 2015

Einen quasi-emotionslosen halbvulkanischen Freak wird man auch kaum finden können, eben...

Anonymer Nutzer 02. Mär 2015

Ich mag die Folgen mit Kirk usw. und auch die mit Picard und natürlich die mit...

Hotohori 02. Mär 2015

Ja, schön geschrieben, mit ein paar Details, die ich so auch noch nicht wusste. Man muss...

Hotohori 02. Mär 2015

Nimoy ist tot, seine Rolle als Mr. Spock nicht, die ist unsterblich und das was Nimoy uns...


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