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Smart Display spielt Youtube-Videos auf Zuruf

In der Disziplin Video liegen die Smart Displays von Lenovo wieder ganz klar vor dem Echo Show. Das liegt daran, dass Google mit Amazon über die Youtube-Nutzung auf Smart Displays streitet: Auf dem Echo Show verbietet sie Google. Amazon hat darauf reagiert und bietet Browser an, um Youtube zu nutzen - allerdings ohne Sprachsteuerung. Auch hat es andere Videostreaming-Plattformen integriert, die sich mit der Stimme steuern lassen.

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Googles gewaltige Video-Plattform ist ein großer Gewinn und wenn wir uns auf Zuruf einfach die passenden Videos abspielen lassen können, ist das sehr angenehm. Die Freude wird aber durch eine unzureichende Suchfunktion getrübt. Suchen wir nach Inhalten deutscher Interpreten, brauchen wir oft mehrere Anläufe. Es passiert auch, dass Inhalte gar nicht durch die Sprachsuche gefunden werden, obwohl wir Liedtitel und Interpreten korrekt ansagen.

Youtube-Suche ist sehr pingelig

Dabei ist die Suche sehr pingelig. Sagen wir "Spiele das Video 'Name des Videos' von 'Künstler'", passiert das nicht. Nur das entsprechende Lied wird abgespielt, nicht aber das Video dazu. Damit wir das Video sehen können, müssen wir ausdrücklich Musikvideo statt Video sagen. "Suche auf Youtube nach Musikvideos" wird nicht verstanden. Wir bekommen gar keine Videos angezeigt, sondern Playlisten. Wenn wir einen Künstler dazu ansagen, gibt es das gleiche Problem. Hier muss der Google Assistant noch viel intelligenter werden. Ärgerlicherweise gibt es keine Möglichkeit, eine Suchanfrage über das Display einzugeben, um diese Schwächen zumindest so umgehen zu können.

  • Lenovos Smart Display 10 und dahinter das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display hat zwei Lautstärketasten und einen Schiebeschalter zum Stummschalten des Mikrofons. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit einem Schiebeschalter wird die Kamera am Smart Display abgeschaltet - vor der Linse ist etwas davor. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display 10 hat hinten ein Bambusfurnier. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display kann hochkannt aufgestellt werden, die Oberfläche ist aber daran nicht angepasst. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links das Smart Display 10, rechts das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display zeigt bei Nichtnutzung eine Bildergalerie. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Youtube-Videos lassen sich auf dem Smart Display abspielen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Beim aktuellen Wetterbericht ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... zeigt das Smart Display auch die Aussichten für die kommenden Tage. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display 8 hat hinten eine Kunststoffoberfläche. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display beim Umrechnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Youtube-Videos lassen sich auf dem Smart Display abspielen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Smart Display unterstützt Google Cast

Weitere wichtige Streaming-Anbieter sind mit dem Smart Display nicht direkt nutzbar. In den kommenden Wochen sollen sich Fernsehsender über Zattoo auf Zuruf auf einem Smart Display abspielen lassen, wie das Unternehmen Golem.de auf Nachfrage erklärte. Derzeit können nur die Inhalte von ZDF und Prosieben auf Zuruf abgespielt werden, die dann von der Mediathek kommen. Wir können uns per Sprachbefehl keine Übersicht der verfügbaren Inhalte anzeigen lassen, sondern müssen genau wissen, was wir sehen wollen.

Das Google-Assistant-Gerät punktet mit der Unterstützung von Google Cast. Wir können also darüber Inhalte von Sky Ticket, Waipu TV oder anderen Diensten vom Smartphone aus auf das Smart Display bringen. Das funktioniert auch mit Youtube, so dass es aufgrund der schlecht arbeitenden Suche oft schneller ist, das passende Video mittels Tastatur am Smartphone zu suchen und dieses dann auf das Smart Display zu übertragen.

Grob gesagt können alle Inhalte auf dem Smart Display abgespielt werden, die auch auf einem Chromecast wiedergegeben werden können. Doch wir sind auf eine sonderbare Ausnahme gestoßen: Netflix. In der Netflix-App fehlt das Cast-Icon einfach. Wir haben bei Netflix und Google nachgefragt, aber keine Erklärung dafür bekommen. Das ist überraschend, weil Netflix bisher besonders eng mit Google zusammengearbeitet hat. Es ist einer der wenigen Anbieter, mit denen Inhalte mittels Sprachbefehl auf einem Chromecast über einen Google-Assistant-Lautsprecher abgespielt werden können. Das Smart Display lässt sich sogar als Standardfernseher festlegen, aber auch darüber bekamen wir Netflix nicht auf die Lenovo-Geräte.

Prime Video unterstützt derzeit kein Google Cast, das soll aber im Laufe des Jahres nachgefügt werden. Dann wird sich zeigen, ob es auch mit Smart Displays zusammen arbeitet.

Google Actions weiterhin in schlechterer Qualität

Der Funktionsumfang der Smart Displays kann mit sogenannten Actions erweitert werden. Eine speziell für das Display angepasste neue Action ist die von Chefkoch, sie soll Nutzer beim Zubereiten von Speisen unterstützen. Die entsprechende Action wird mittels "Sprich mit Chefkoch" aktiviert. Es ist wichtig, genau diese Phrase zu nutzen. Fragen wir einfach nur nach Rezepten oder sagen "Öffne Chefkoch" erscheint eine von Google selbst erstellte Action. Für den Nutzer ist das maximal verwirrend.

Die von Google selbst zusammengestellte Action fällt durch viele Ungereimtheiten auf. Zutaten werden auch dann mit Nachkommastellen vorgelesen, wenn es nicht notwendig ist. "100,00 Gramm" werden als "einhundert Komma null null Gramm" vorgelesen. Abkürzungen machen auch Probleme: Wenn da "2 Pkte Backpulver" steht, liest Google vor, es würden "zwei Punkte Backpulver" benötigt.

Die Chefkoch-eigene Action geht hier sorgfältiger zu Werke. Wir können damit zudem die Zutatenliste an die Personenzahl anpassen - die Google-Action kann das nicht. Allerdings erschrecken wir erst einmal, als die Chefkoch-Action gestartet wird. Denn wir hören nicht mehr die übliche Google-Assistant-Stimme. Das Gesprochene ist abgehackter, deutlich schlechter betont und damit insgesamt schwerer inhaltlich zu verstehen.

  • Lenovos Smart Display 10 und dahinter das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display hat zwei Lautstärketasten und einen Schiebeschalter zum Stummschalten des Mikrofons. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit einem Schiebeschalter wird die Kamera am Smart Display abgeschaltet - vor der Linse ist etwas davor. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display 10 hat hinten ein Bambusfurnier. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display kann hochkannt aufgestellt werden, die Oberfläche ist aber daran nicht angepasst. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links das Smart Display 10, rechts das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display zeigt bei Nichtnutzung eine Bildergalerie. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Youtube-Videos lassen sich auf dem Smart Display abspielen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Beim aktuellen Wetterbericht ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... zeigt das Smart Display auch die Aussichten für die kommenden Tage. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display 8 hat hinten eine Kunststoffoberfläche. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display beim Umrechnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Lenovos Smart Display beim Umrechnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Den Grund dafür hat Google Golem.de auf Nachfrage erklärt: Entwickler einer Google Action haben ganz bewusst keinen Zugriff auf die Google-Assistant-Stimme. Damit will Google erreichen, dass der Anwender merkt, dass er einen Dienst eines anderen Anbieters nutzt. Wenn die dort verwendeten Stimmen nur einfach anders wären als die des Google Assistent, wäre das noch verschmerzbar. Aber die für Actions-Programmierer verfügbaren Stimmen sprechen deutlich schlechter. Daran hat sich seit über einem Jahr nichts geändert.

Wir empfinden es als Nachteil der Google-Assistant-Plattform, dass Käufer der Geräte mit einer schlechteren Leistung abgespeist werden, wenn sie auf eine Action eines Drittanbieters zurückgreifen.

Chefkoch-Action mit Potenzial, aber zu vielen Problemen

Die spezielle Chefkoch-Action umfasst eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kochen. Und diese ist um Klassen besser als das, was Google aus den Chefkoch-Daten extrahiert hat. Es werden hier nicht mehrere Schritte zu einem Arbeitsschritt zusammengefasst. Damit könnte die Chefkoch-Action eine gute Hilfe beim Kochen sein.

  • Lenovos Smart Display 10 und dahinter das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display hat zwei Lautstärketasten und einen Schiebeschalter zum Stummschalten des Mikrofons. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit einem Schiebeschalter wird die Kamera am Smart Display abgeschaltet - vor der Linse ist etwas davor. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display 10 hat hinten ein Bambusfurnier. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display kann hochkannt aufgestellt werden, die Oberfläche ist aber daran nicht angepasst. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links das Smart Display 10, rechts das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display zeigt bei Nichtnutzung eine Bildergalerie. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Youtube-Videos lassen sich auf dem Smart Display abspielen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Beim aktuellen Wetterbericht ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... zeigt das Smart Display auch die Aussichten für die kommenden Tage. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display 8 hat hinten eine Kunststoffoberfläche. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display beim Umrechnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Lenovos Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

In der Praxis sorgen aber Beschränkungen durch Google dafür, dass es keine Freude macht. Denn sobald eine Action aktiv ist, können wir nur Befehle ausführen, die von der betreffenden Action verstanden werden. Sagen wir bei laufendem Chefkoch, dass wir einen Timer stellen oder Musik abspielen wollen, passiert nichts. Der Google Assistant scheint deaktiviert zu sein.

Wir können das Dilemma nur lösen, indem wir die Action verlassen. Dann müssen wir uns mühsam zu dem Kochschritt zurückhangeln, an dem wir aufgehört haben. Die Action merkt sich nur das von uns zuletzt aufgerufene Rezept, nicht die Stelle. Dieses Problem taucht auch beim Kochen auf: Wenn eine Action länger als fünf Minuten nicht genutzt wird, beendet sie sich. Auch dann müssen wir erst mühsam zum letzten Arbeitsschritt gehen. Nachdem wir das ein paarmal durchexerziert haben, hatten wir keine Lust mehr, der Frust war zu groß.

Kostenloses Youtube Music ohne Einschränkungen

Eine erfreuliche Besonderheit fiel uns bei der Nutzung der Smart Displays auf. Wir konnten ohne Beschränkungen direkt auf alle Inhalte von Youtube Music zugreifen - in der Gratisversion. Während es also diesbezüglich auf smarten Lautsprechern Beschränkungen bei der Musiknutzung gibt, gab es die auf Smart Displays nicht.

An der Menge der unterstützten Musikstreamingdienste hat sich in den vergangenen Monaten nichts geändert. Weiterhin stehen neben Googles eigenen Angeboten Youtube Music und Play Musik, Deezer sowie Spotify zur Verfügung. Spotify kann dabei auch mit dem kostenlosen, werbefinanzierten Konto genutzt werden. Alle genannten Musikstreamingdienste können komplett mit der Stimme gesteuert werden.

Ende Februar 2019 tauchte unerwartet ein Eintrag für Apple Music in der Google-Home-App auf. Es ist also damit zu rechnen, dass irgendwann Apple Music als weiterer Streamingdienst dazukommt. Auch die Smart Displays haben weiterhin keine getrennte Lautstärkeeinstellung für Musik und die Stimme des Assistenten: Wenn wir also laut Musik gehört haben und dann einen Sprachbefehl tätigen, werden wir ordentlich angebrüllt. Die Smart Displays können zusammen mit anderen Google-Assistant-Lautsprechern als Multiroom-Musik-Gruppe verbunden werden, um auf allen Lautsprechern die Musik zur gleichen Zeit abspielen zu können.

Kamera kaum nutzbar

Zum Schluss noch ein paar Worte zur eingebauten Kamera. Diese kann nur benutzt werden, wenn über Google Duo mit anderen Google-Konten telefoniert wird. Generell ermöglicht es Google nicht, zwischen zwei Smart Displays in einem Haushalt Videotelefonate zu führen. Hier ist Amazon Google meilenweit voraus.

  • Lenovos Smart Display 10 und dahinter das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display hat zwei Lautstärketasten und einen Schiebeschalter zum Stummschalten des Mikrofons. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit einem Schiebeschalter wird die Kamera am Smart Display abgeschaltet - vor der Linse ist etwas davor. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display 10 hat hinten ein Bambusfurnier. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display kann hochkannt aufgestellt werden, die Oberfläche ist aber daran nicht angepasst. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links das Smart Display 10, rechts das Smart Display 8 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Smart Display zeigt bei Nichtnutzung eine Bildergalerie. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Startbildschirm des Smart Display (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Youtube-Videos lassen sich auf dem Smart Display abspielen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Beim aktuellen Wetterbericht ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... zeigt das Smart Display auch die Aussichten für die kommenden Tage. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display 8 hat hinten eine Kunststoffoberfläche. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lenovos Smart Display beim Umrechnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Mit einem Schiebeschalter wird die Kamera am Smart Display abgeschaltet - vor der Linse ist etwas davor. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Für die Einrichtung von Google Duo müssen wir zwingend eine gültige Mobilfunkrufnummer hinterlegen. Bei der Alexa-Anruffunktion ist das nicht erforderlich, das finden wir angenehmer. Wir können mal eben über Alexa vom Smartphone aus einen Echo Show daheim anrufen, mit Googles Smart-Display-Plattform ist das nicht möglich, hat uns der Hersteller auf Nachfrage bestätigt.

Wie auch bei den Amazon-Geräten kann die eingebaute Kamera nicht nur als Kamera genutzt werden, ohne ein Videotelefonat durchzuführen. Dabei kann es ja durchaus praktisch sein, mal vom Arbeitszimmer aus nachzusehen, ob die Kinder im Wohnzimmer keinen Unsinn machen. Aber wer das wünscht, muss sich eine separate Kamera zusätzlich anschaffen.

 Google Assistant ist schlecht mit dem Display verbundenVerfügbarkeit und Fazit 
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