Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ im Test: Das Tablet mit der längsten Akkulaufzeit
Nach nur einem halben Jahr hat Lenovo ein überarbeitetes Yoga Tablet 10 auf den Markt gebracht: das Yoga Tablet 10 HD+. Dabei sollen viele der im Golem.de-Test bemängelten Schwächen beseitigt worden sein. Vornehmlich störte uns das Display mit seiner zu geringen Auflösung, das neue Modell liefert hier deutlich mehr. Wir haben uns angesehen, was die Veränderungen an Hard- und Software sonst noch bringen. Auch haben wir geschaut, was sich am Gehäuse getan hat, an dem wir einiges auszusetzen hatten. Überrascht waren wir von der deutlich verlängerten Akkulaufzeit.

Das Grundkonzept der Yoga-Tablets hat Lenovo dankenswerterweise beibehalten: Auch das neue Modell ist vergleichsweise dünn, auffällig ist der Wulst am Rand. In dem Zylinder befindet sich ein Hochleistungsakku, der trotz dünner Bauweise eine lange Laufzeit hat. Außerdem ergibt sich dadurch eine angenehme Gewichtsverteilung: Obwohl das Tablet mit 619 Gramm nicht zu den Leichtgewichten gehört, wirkt es nicht schwer und kann längere Zeit ohne Mühe in der Hand gehalten werden.
Ausklappbarer Standfuß
Der Zylinder führt dazu, dass das Gerät nicht ganz plan auf dem Tisch liegt. Wir fanden das praktisch, weil es so bequem hochgehoben werden kann. Im Hochkantbetrieb ist es etwas gewöhnungsbedürftig, dass das Tablet dadurch leicht schräg liegt. Zudem befindet sich am Zylinder wieder ein aufklappbarer Standfuß. Er ist breiter als beim Vorgängermodell. Das hat den Vorteil, dass das Tablet stabiler steht und nicht mehr so leicht nach hinten umkippt, wenn auf den Touchscreen getippt wird. Außerdem kann der Standfuß nun auch in Zwischenpositionen ausgefahren werden.
Befindet sich das Tablet im Liegemodus, ist es durch den breiteren Standfuß hinten höher. Dadurch ergibt sich ein etwas angenehmerer Betrachtungswinkel. Auch der breitere Standfuß fügt sich wieder gut ins Gehäuse ein. Das Display schaltet sich nun automatisch ein, wenn der Standfuß aufgeklappt wird – ebenfalls eine Verbesserung.
Wir sehen den eingebauten Standfuß als großen Vorteil, denn dadurch ist kein externes Zubehör erforderlich, um das Tablet hinzustellen. Bei Tablets anderer Hersteller wird entweder ein externes Standsystem oder eine Tasche respektive Displayabdeckung benötigt, um das Tablet aufzustellen. Bei Taschen oder Displayabdeckungen ergibt sich immer das Problem, dass das Tablet damit wesentlich dicker wirkt, als es eigentlich ist. Der Einschaltknopf am neuen Modell muss nicht mehr so tief gedrückt werden – hier ist es Geschmackssache, was einem lieber ist.
Stark verbessertes Display
Komplett neu gestaltet wurde der Steckplatz für die Speicherkarte. Zudem unterstützt das neue Modell nun auch Micro-SD-Karten mit bis zu 64 GByte, beim Vorgängermodell waren es nur bis zu 32 GByte. Die Speicherkarte ließ sich beim Yoga Tablet 10 nur mühsam entfernen – und selbst das Einstecken erforderte viel Geschick und Geduld, denn die Micro-SD-Karte verschwand komplett im Steckplatz.
Beim neuen Modell ragt die Speicherkarte leicht heraus, so dass sie sich bequem entfernen und auch einstecken lässt. Dabei gibt es eine Abdeckung, die vor Verschmutzung schützt und auch verhindert, dass die Karte versehentlich herausfällt. Das neue System hat uns gut gefallen. Zu loben ist auch, dass das neue Modell wieder App2SD unterstützt, so dass sich Apps bei Bedarf auf eine Speicherkarte auslagern lassen.
Gutes Display mit 1200p-Auflösung
Eines der größten Kritikpunkte am ersten Yoga-Tablet mit 10-Zoll-Display war die zu geringe Displayauflösung: 1.280 x 800 Pixel Auflösung ergeben nur eine Pixeldichte von 150 ppi und sind bei einer solchen Displaydiagonale einfach nicht mehr zeitgemäß. Im neuen Modell steckt wieder ein 10,1 Zoll großer Touchscreen, aber mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln, so dass sich die Pixeldichte auf 224 ppi erhöht. Die höhere Displayauflösung fällt sofort positiv auf, Farben wirken kräftig, die Kontraste sind angenehm. Insgesamt wirkt das Display bläulicher und kühler als der Touchscreen des Vorgängermodells, was uns gefällt.
Die drei Bildschirmmodi mit unterschiedlichen Kontrast- und Farbeinstellungen gibt es weiterhin. Wir empfanden den Kippmodus aber auch beim Nachfolger als am angenehmsten. Obwohl der Standmodus weniger grelle Farben hat, war das Bild etwa in Videos stellenweise noch immer zu farbintensiv. Auch der Handmodus ist weniger intensiv, uns war er aber noch immer zu rotstichig, so dass wir ihn ungern verwendet haben.
In der Grundeinstellung wird zwischen den verschiedenen Modi automatisch umgeschaltet und der Nutzer findet auf Anhieb keine Möglichkeit, das abzuschalten. Denn das Abschalten der Automatik versteckt sich in den Einstellungen zur "Intelligenten Seitenleiste". Ist diese auf "automatisch" gestellt, wird auch automatisch zwischen den drei Modi gewechselt, je nachdem, wie das Tablet gehalten wird. Wer die Automatik ausschalten will, kann die Seitenleiste entweder komplett abschalten oder auf manuell schalten. Bei manueller Aktivierung erscheint die Seitenleiste, wenn von links oder rechts in den Bildschirm gewischt wird.
Automatische Helligkeitsregelung fehlerhaft
Leider zieht auch der Touchscreen im neuen Modell quasi magisch Fingerabdrücke an, die sich nur schwer wieder abwischen lassen. Auch der Touchscreen im neuen Modell spiegelt recht stark, bei der Benutzung stört das vor allem bei direktem Lichteinfall. Als Verbesserung sehen wir die neue stufenlose Regelung der Displayhelligkeit. Bei der manuellen Displayeinstellung gibt es beim Vorgängermodell nur die Möglichkeit, die Helligkeit in vordefinierten Schritten zu verändern.
Nicht benutzbar ist derzeit die automatische Helligkeitsregelung, weil sie sehr willkürlich arbeitet. Hier sollte ein Update Besserung bringen. Dafür reagiert der Lagesensor jetzt deutlich schneller als beim alten Modell, bei dem er mit merklicher Verzögerung reagiert. Erfreulicherweise zeigt das Display im neuen Modell keine Spuren mehr, wenn zu sehr von hinten gegen das Tablet gedrückt wird; beim Yoga Tablet 10 erscheint dann an einer Stelle ein Punkt auf dem Display.
Bis zu 22 Stunden Akkulaufzeit
Das kratzfeste Display im neuen Modell lässt sich deutlich dunkler einstellen als beim Vorgänger. Das fällt sofort auf und wird klar durch unsere Messwerte bestätigt: Die minimale Helligkeit liegt beim neuen Modell bei sehr dunklen 5 cd/qm. In absoluter Dunkelheit lassen sich Webseiten auf dem neuen Modell angenehm lesen und auch beim Filmschauen blendet es nicht. Das alte Modell lässt sich nur auf 43 cd/qm herunterregeln, ähnlich hell ist das Yoga Tablet 8. Damit ist es in der niedrigsten Einstellung noch immer so hell, dass es in dunkler Umgebung stark blendet.
Darüber hinaus gibt es in den Displayeinstellungen beim neuen Modell einen speziellen Nachtmodus, der wohl für den Einsatz in dunklen Umgebungen gedacht sein soll. Auf Anhieb hat sich nicht erschlossen, wofür der Modus gut sein soll. Die minimale Displayhelligkeit blieb bei der Aktivierung der Funktion unverändert.
Bei der maximalen Helligkeit liegt das Display im neuen Modell hinter dem Vorgänger. Aufgrund der eher kühlen Farbgebung wirkt es beim Betrachten aber nicht so. Das alte Modell hat 355 cd/qm, das neue kommt auf 304 cd/qm und ist damit auch unter Sonnenlicht noch gut ablesbar.
Phänomenale Akkulaufzeit
Aufgrund des höher auflösenden Displays und der unveränderten Akkukapazität von 9.000 mAh war eigentlich zu erwarten, dass das neue Yoga-Tablet eine kürzere Akkulaufzeit haben würde als das Vorgängermodell. Aber das Gegenteil ist der Fall: Während das Vorgängermodell bei der ununterbrochenen Wiedergabe eines 1080p-Videos bei maximaler Displayhelligkeit und eingeschaltetem WLAN nach etwas mehr als 7 Stunden an die Steckdose muss, läuft das Yoga Tablet 10 HD+ noch rund 5 Stunden weiter. Erst nach etwas mehr als 12 Stunden muss der Akku wieder geladen werden. Damit bietet das Lenovo-Tablet die längste Akkulaufzeit der derzeit verfügbaren Tablets.
Wer sich mit der halben Displayhelligkeit begnügt, kann mit dem Lenovo-Tablet rund 15 Stunden am Stück 1080p-Videos ansehen. Auf 22 Stunden erhöht sich der Wert, wenn die Displayhelligkeit sehr stark verringert wird. Wer also jeden Abend einen Zweistundenfilm schaut, kann dies über eine Woche lang tun, ohne zwischendurch den Akku aufladen zu müssen. Auch die Standby-Zeit ist – wie beim Vorgängermodell – erfreulich lang. Das Gerät kann getrost einige Tage unregelmäßig genutzt werden und muss dann nicht gleich an die Steckdose. Wie beim Vorgängermodell ist der Akku nicht ohne weiteres wechselbar.
Beim alten Modell mit Android 4.2.2 verlängert sich die Akkulaufzeit durch die Halbierung der Displayhelligkeit ebenfalls, bleibt aber auch hier weit unter den guten Werten des neuen Modells. Das alte Yoga Tablet 10 schafft hier um die 11 Stunden, 4 Stunden weniger als das neue Modell. Mit niedrigster Displayhelligkeit sind bis zu 17 Stunden möglich – hier bleibt ein Abstand zum Neuling von 5 Stunden bestehen.
Verbesserungen bei der Bedienung
Das Yoga Tablet 10 HD+ wird mit Android 4.3 ausgeliefert, also der aktuellen Jelly-Bean-Version. Ein Update auf Android 4.4 alias Kitkat ist bereits angekündigt, aber noch ohne Termin. Das alte Modell läuft noch mit Android 4.2. Nach der Ersteinrichtung des neuen Tablets gab es bereits einige Updates von Lenovo, alle Testaussagen beziehen sich auf die Firmware-Version B8080_140314. Auf dem alten Modell läuft weiterhin Android 4.2.2. Im Vergleich zum Vorgänger hat Lenovo eine Reihe von Verbesserungen implementiert: So wird der Mehrbenutzermodus von Android unterstützt und es gibt einen selbst entwickelten Multi-Windows-Modus.
Wie auch bei Tablets vieler anderer Hersteller fehlte bei den bisherigen Yoga-Tablets der Mehrbenutzermodus von Android. Damit kann das Tablet auch von mehreren Nutzern verwendet werden; jeder Anwender kann eigene Einstellungen vornehmen. Besonders ein 10-Zoll-Modell ist dafür prädestiniert, von mehreren Anwendern im Haushalt verwendet zu werden. Löblich, dass Lenovo den Mehrbenutzermodus nun implementiert hat. Weniger schön ist, dass Nutzer des Vorgängermodells darauf weiterhin verzichten müssen. Hier besteht die vage Hoffnung, dass ein Update nachgereicht wird.
Umfangreicher Multi-Window-Modus
Lenovo hat dem Yoga Tablet 10 HD+ einen Mehrfenster-Modus spendiert, der sich zeigt, wenn die App-Wechsel-Taste betätigt wird. Dann erscheint im unteren Bereich die Übersicht über die zuletzt aufgerufenen Apps. Darüber können Apps in die Mehrfensteransicht integriert werden. Dabei werden allerdings nur vorinstallierte Apps unterstützt, jedoch auch nicht alle. Wir haben verschiedene Drittanbieter-Apps probiert, die sich alle nicht im Mehrfensterbetrieb integrieren ließen.
Im Mehrfenster-Betrieb können bis zu vier Apps nebeneinander auf dem Display angezeigt werden. Die Größe der einzelnen Apps kann der Nutzer selbst bestimmen, indem er den Trenner zwischen den einzelnen Bereichen festhält und verschiebt. Ein Klick auf den Trenner öffnet eine Art Kontextmenü, um etwa eine App aus dem Mehrfensterbetrieb zu entfernen. Zudem verschwindet eine App aus dem Mehrfensterbetrieb, wenn sie aus der Liste zuletzt aufgerufener Apps entfernt wird. Dazu muss diese App nach unten weggeschoben werden. Insgesamt lässt sich der Mehrfenstermodus gut bedienen.
Weniger gut gelöst ist es, wie eine App wieder in den Vollbildmodus gebracht werden kann: Falls vier Fenster benutzt werden, müssen drei Fenster respektive Apps geschlossen werden, damit die gewünschte App wieder im Vollbildmodus läuft. Alternativ kann der Nutzer auch die App schließen und danach öffnen, damit sie im Vollbildmodus läuft. Besonders elegant ist das allerdings nicht, zumal es bei einigen Apps passieren kann, dass der Nutzer dann nicht an der gleichen Stelle seine Arbeit fortsetzen kann. Es wäre praktisch, wenn die gewünschte App mit einem Klick direkt aus dem Mehrfenstermodus geholt werden könnte.
Leider kann der Mehrfensterbetrieb das Tablet so stark beanspruchen, dass es dann nicht mehr so angenehm zu bedienen ist. Dann hilft es, die Menge der gleichzeitig laufenden Apps zu verringern. Mit zwei Apps gleichzeitig gibt es weniger Probleme, die Bedienung läuft weiterhin flüssig.
Sinnvolle Zusatz-Apps
Erneut gibt es den Lenovo-eigenen Launcher, der keine Android-typische App-Übersicht hat. Alle Apps liegen, wie etwa bei iOS, auf dem Startbildschirm. Zur besseren Verwaltung lassen sich die Apps in Ordnern ablegen – bei der Einrichtung gibt es aber keine voreingerichteten Verzeichnisse, so dass dies der Nutzer auch mit den vorinstallierten Apps selbst machen muss.
Die obere Statusleiste ist leider weiterhin transparent, das wurde beim Vorgängermodell mit einem Update nachgereicht. Das hat den Nachteil, dass die weiße Schrift bei hellen Hintergrundmotiven kaum zu erkennen ist. Mit vielen der vorinstallierten Hintergrundbilder gibt es diese Probleme. Erfreulicherweise verbirgt sich in den erweiterten Einstellungen des Launchers eine neue Option, mit der sich die App-Icons automatisch anordnen lassen. Das mühselige manuelle Füllen von Lücken entfällt damit.
Umfangreiches Rechtemanagement vorhanden
Die Menge an vorinstallierten Apps wurde erhöht. Nun gibt es zusätzlich noch die App Share It, mit der sich bequem Daten per WLAN zwischen zwei Android-Geräten austauschen lassen. Share It gibt es kostenlos im Play Store, so dass die App auf Android-Geräten anderer Hersteller nachgerüstet werden kann. Mit Sync It ist eine Backup-Lösung vorhanden, um Gerätedaten auf die Speicherkarte zu speichern.
Neu ist auch die Sicherheitssoftware Secure It HD: Sie umfasst einen Task-Manager und ein umfangreiches App-Management. So lassen sich unerwünschte Berechtigungen für einzelne Apps blockieren. Außerdem können darüber, wie auch im Energiemanager, bei Bedarf einzelne Apps eingefroren werden. Auch gibt es eine bequeme Möglichkeit, mehrere Apps auf die Speicherkarte zu verschieben.
Neuer Energiemanager
Für das neue Modell gibt es einen komplett neu gestalteten Energie-Manager, der sich sehr umfangreich anpassen lässt. Im normalen Modus kann eine intelligente Helligkeitsregelung für das Display aktiviert und eine Option zugeschaltet werden, mit der die verbleibende Akkulebensdauer besser vorausgesagt werden soll.
Der Energiesparmodus bietet neben den beiden oben genannten Optionen weitere Einstellungen: So lassen sich Apps mit hohem Energieverbrauch automatisch deaktivieren – pro App einstellbar. Apps, die einen besonders hohen Netzwerkverkehr verursachen, lassen sich auch automatisch trennen. Auch dies ist für jede App einstellbar. Zudem lassen sich WLAN, Bluetooth und GPS nach einstellbarer Zeit abschalten, wenn die Techniken nicht benutzt werden, um damit ebenfalls Akkustrom zu sparen.
Einzelne Apps können über die Energieverwaltung eingefroren werden, um den Strombedarf weiter zu verringern und die Akkulaufzeit zu verlängern. Damit dürfte sich vor allem die Bereitschaftszeit weiter verlängern lassen. Die Energieverwaltung zeigt in einer guten Übersicht, welche Komponenten besonders viel Strom verbraucht haben. Das Einfrieren geht wie beschrieben auch über die Secure-It-HD-App. Es ist etwas unglücklich, dass sich die gleichen Funktionen an zwei verschiedenen Stellen finden.
Als Neuerung gibt es eine sogenannte Schutzbrillen-Funktion. Dabei handelt es sich um einen in der Intensität verstellbaren Verdunkelungsfilter, mit dem sich das Displaylicht weiter reduzieren lässt. Dieser Filter wird quasi über das Display gelegt, damit es weniger Licht abgibt, ohne dass die eigentliche Displayhelligkeit verringert wird. Die Schutzbrille kann über den Benachrichtigungsbereich ein- und ausgeschaltet werden. War ein solcher Verdunkelungsfilter beim alten Modell nötig, damit das Display bei totaler Dunkelheit nicht zu grell ist, ist es beim neuen Modell eher überflüssig. Bei minimaler Displayhelligkeit empfanden wir das Display auch bei totaler Finsternis als zu dunkel, wenn die Schutzbrille aktiviert war.
Schnellerer Prozessor
Steckt im ersten Yoga Tablet 10 noch ein Quad-Core-Prozessor von Mediatek, ist es im neuen ein schnellerer Quad-Core-Prozessor von Qualcomm. Der Snapdragon 400 läuft mit einer Taktrate von 1,6 GHz statt der 1,2 GHz im Vorgängermodell. Zudem wurde der Arbeitsspeicher auf 2 GByte verdoppelt – der Flash-Speicher liegt unverändert bei 16 GByte. Davon stehen dem Nutzer 11,8 GByte zur Verfügung.
Mit dem Qualcomm-Prozessor arbeitet der Browser nur mit leichten Rucklern, der Launcher reagiert flüssig – wenn nicht gerade der Multiwindow-Betrieb aktiviert ist. Auch sonst gibt es keine unangenehmen Wartezeiten bei der Bedienung: Apps starten schnell und lassen sich flüssig bedienen. Bei rechenintensiven Apps wie grafisch aufwendigen Spielen kommt der niedrig getaktete Prozessor aber erwartungsgemäß an seine Grenzen, die Apps laufen nicht mehr flüssig.
Bessere Benchmark-Ergebnisse
Der Einsatz des höher getakteten Qualcomm-Prozessors führt zwar zu besseren Benchmark-Ergebnissen als beim Vorgängermodell, bleibt aber weiterhin im Mittelfeld. Im Geräte-Benchmark Geekbench 3 gibt es im Single-Ergebnis nun 439 statt bisher 326 Zähler und im Multi-Modus erhöht sich der Wert von 1.100 Punkten auf 1.501 Punkte. Damit liegen die Werte unter denen des Nexus 4, aber immerhin diesmal oberhalb des ersten Nexus 7.
Im GFXBench hat sich der Onscreen-Wert von 4,8 fps auf 5,6 fps erhöht, wird damit aber selbst vom trägen Fairphone überholt. Im 3DMark Icestorm Unlimited legen die Zahlen von 2.570 auf 4.118 Punkte zu, im Icestorm-Extreme-Test sind es statt etwas mehr als 1.500 nun 2.685 Zähler und im normalen Icestorm-Benchmark haben sich die Werte von 2.919 auf 5.097 erhöht. Damit liegt es von den Leistungsdaten etwa auf dem Niveau des Padfone Mini 4.3.
Externe Tastaturen mit korrektem Tastenlayout
Unverändert hat das neue Yoga-Tablet Bluetooth 4.0, ein GPS-Modul und wieder nur Single-Band-WLAN nach 802.11b/g/n. Es gibt auch eine Variante mit UMTS-Modem, die wir aber nicht getestet haben. Das Tablet hat ansonsten einen Micro-USB-Anschluss; ein HDMI-Anschluss und ein NFC-Chip fehlen weiterhin. Lenovos bisheriges Bluetooth-Tastatur-Cover ist auch mit dem neuen Modell kompatibel, alternativ können auch andere Bluetooth-Tastaturen oder mittels USB-OTG-Adapter herkömmliche PC-Tastaturen damit verwendet werden.
Im Unterschied zum Vorgängermodell gibt es jetzt keine Probleme mehr bei der Einrichtung anderer Tastaturen, ein deutsches Tastenlayout ist vorhanden, muss aber manuell zugewiesen werden. Dem Vorgängermodell fehlte noch ein deutsches Tastenlayout, was sich erst etwa durch die Installation der Medion-App Externe Tastatur(öffnet im neuen Fenster) nachrüsten ließ.
Kamera macht gute Fotos
Kameratechnisch bietet das neue Modell mit der 8-Megapixel-Kamera deutlich bessere Ergebnisse. Die Fotos haben eine für diese Kameraklasse gute Detailzeichnung, der Autofokus reagiert zügig und kann mittels Fingertippen verändert werden. Das Rauschen hält sich in Grenzen und die stark vermatschten Fotos des Vorgängers sind Vergangenheit. Bleibt nur der Nachteil, dass alle Aufnahmen ziemlich blaustichig sind. Auf der Displayseite gibt es für Videotelefonate eine 1,6-Megapixel-Kamera. Ein Kameralicht gibt es weder vorne noch hinten.
Fazit
Da der Grundaufbau des Yoga Tablet 10 beibehalten wurde, gibt es für Stereoklang vorne auch wieder zwei Lautsprecher. Auch die Dolby-App ist wieder dabei, um den Klang nach den eigenen Wünschen anzupassen. Dabei helfen einige vorgegebene Sets wie Film, Spiele, Musik und Sprache. Abhängig von den Nutzungsmodi schaltet die Dolby-App automatisch um, im Handmodus wird das Musik-Set aktiviert und in den beiden anderen das Film-Set. Dies kann vom Nutzer nachträglich verändert werden.
Die einzelnen Sets können über einen Equalizer noch weiter angepasst werden – dabei sollen die drei Voreinstellungen offen, voll und fokussiert helfen. Zudem gibt es einen zuschaltbaren Surround Virtualizer, einen Dialog Enhancer und einen Volume Leveler. Der Klang der beiden Lautsprecher ist gut, aber es fehlt auch hier an Bässen. Sie klingen daher recht dünn, aber auch bei voller Lautstärke nicht verzerrt. Lenovo hat die maximale Lautstärke angehoben, so dass jetzt etwas mehr Reserven da sind.
Verfügbarkeit und Fazit
Lenovos Yoga Tablet 10 HD+ ist in der Ausführung mit 16 GByte bereits verfügbar und kostet 350 Euro. Die an sich von Lenovo angebotene 32-GByte-Ausführung wird es wohl hierzulande nicht geben. Außerdem ist das Yoga Tablet 10 HD+ für 400 Euro auch mit eingebautem UMTS-Modem zu haben, LTE unterstützt es weiterhin nicht. Das Vorgängermodell gibt es in der Nur-WLAN-Ausführung derzeit für um die 200 Euro, das UMTS-Modell kostet um die 300 Euro.
Als Lenovo das Yoga Tablet 10 HD+ mit 1200p-Display vorstellte und die gleiche lange Akkulaufzeit wie beim Vorgängermodell versprach, waren wir skeptisch. Doch tatsächlich läuft der Neuling nicht nur nicht kürzer, sondern sogar deutlich länger als das Vorgängermodell. Mit einer Akkulaufzeit von 11 bis 22 Stunden übertrifft es derzeit alle anderen Geräte auf dem Tabletmarkt.
Trotz des leistungsfähigeren Prozessors ist aber auch das neue Modell kein Gerät mit überragenden Leistungsdaten. Das ist auch der einzige Kritikpunkt am neuen Modell, allerdings würde leistungsfähigere Hardware auch einen entsprechend höheren Preis bedeuten. Wer ein Tablet vornehmlich für grafikintensive Spiele anschafft, sollte sich also für ein anderes Gerät entscheiden. Bei durchschnittlicher Nutzung ist es eine sehr gute Wahl – vor allem in Anbetracht der außerordentlich langen Akkulaufzeit.
Was Lenovo mit dem Yoga Tablet 10 HD+ bewiesen hat, ist Fluch und Segen zugleich: Das neue Modell ist die sinnvolle Weiterentwicklung des Vorgängermodells. Auf der anderen Seite dürften sich Besitzer des Vorgängermodells ärgern, dass ihr Tablet nun überholt ist. Denn das Vorgängermodell kam erst ein halbes Jahr vor dem neuen Modell auf den Markt. Wer jetzt vor der Entscheidung steht, eines der beiden Modelle zu kaufen, sollte ganz klar zum neuen Modell greifen. Mit dem besseren Display, der nochmals erheblich verlängerten Akkulaufzeit, den Überarbeitungen am Gehäuse und den neuen Software-Funktionen ist das neue Modell klar besser. Wer weniger ausgeben möchte, kann weiterhin getrost zum Vorgängermodell greifen, muss sich dann aber mit den Nachteilen arrangieren.